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Leopard-Panzer für die Saudis: Interne Bedenken beim Panzerdeal

von Martin Murphy Quelle: Handelsblatt Online

Im Aktionärskreis des Waffenkonzerns Krauss-Maffei Wegmann bahnt sich ein Streit ein: Einer der Miteigentümer spricht sich gegen dem geplanten Panzerverkauf an die Saudis aus. Angeblich will Riad mehr als zwei Panzer.

Angeblich wollen die Saudis mehr als zwei Leopard-Panzer. Quelle: dpa
Angeblich wollen die Saudis mehr als zwei Leopard-Panzer. Quelle: dpa

FrankfurtBurkhart von Braunbehrens ist eine ungewöhnliche Figur. Der Künstler war Teil der 68er-Bewegung und hat sich damals für den Frieden eingesetzt. Zugleich ist der heute 71-Jährige an Krauss-Maffei Wegmann (KMW) beteiligt. Die Waffenschmiede aus Süddeutschland ist federführend beim Bau des Kampfpanzers Leopard 2, für den sich die Machthaber in Saudi-Arabien interessieren.

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Braunbehrens machte nun einen unerwarteten Schritt: Öffentlich sprach er sich gegen einen Verkauf des Panzers an die Araber aus. "Ich halte das nicht für verantwortlich", sagte Braunbehrens dem ZDF. Er durchbrach damit eine Mauer des Schweigens. Denn die Eigentümer der Familienfirma treten nur selten öffentlich in Erscheinung, zu einzelnen Aufträgen äußern sie sich nie.

Braunbehrens sah sich aber in der Defensive. Denn neben der breiten Kritik vor allem der Oppositionsparteien schaltete sich eine Berliner Künstlergruppe mit dem Namen "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) ein. Diese prangerte in einer Internetkampagne den Panzerdeal mit den Saudis an und nannte dabei auch die Namen von Familienmitgliedern. Online beigefügt sind auch Details, die Rückschlüsse auf Arbeitsplatz und Wohnorte der Eigner zulassen.

Darunter befindet sich der Name von Burkhart von Braunbehrens. Statt sich einzuigeln, verteidigt sich Braunbehrens in einer schriftlichen Stellungnahme. Die Produktion von Waffen in Europa finde er zwar gut, schreibt Braunbehrens, der weniger als zehn Prozent von KMW halten soll. "Um diese Produktion auf hohem technologischen Niveau aufrechtzuerhalten, ist Export notwendig, weil der heimische und europäische Markt allein zu klein ist." An die Saudis sollte KMW aber keine Leopards exportieren. Um dies zu verhindern, hat er einen Brief an Bundespräsident Joachim Gauck geschrieben. Der möge intervenieren.

Bei den Mitaktionären kamen die Äußerungen von Braunbehrens schlecht an. Laut der Künstlergruppe ZPS ist Braunbehrens seinen Posten im Gesellschafterkreis los. Der Verbleib des Rebellen im KMW-Aufsichtsrat wird damit auch fraglich.

Das Unternehmen war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Es steht viel auf dem Spiel: Saudi-Arabien will schon seit Jahren Panzer in Deutschland kaufen. Erstmals wurde der Wunsch in den 80er-Jahren kundgetan. Aber erst jetzt scheint die Bundesregierung ihm nachkommen zu wollen. Informierten Personen zufolge hat der Bundessicherheitsrat im vergangenen Jahr einer Lieferung grundsätzlich zugestimmt. Die Verträge sind indes nicht unterzeichnet. Dafür spricht auch die jüngste Entwicklung. Hieß es vor einigen Monaten noch, dass die Araber 270 Leopard-Panzer haben wollen, so ist nun von einer erheblich höheren Stückzahl die Rede. Laut der "Bild am Sonntag" will Saudi-Arabien zwischen 600 und 800 Panzer erwerben.

Für KMW wäre dies der größte Auftrag in der Firmengeschichte. Profitieren würde davon auch die Düsseldorfer Rheinmetall AG, die Komponenten für den Leopard 2 liefert. KMW steht mit den geplanten Einsparungen in den europäischen Verteidigungsbudgets unter enormem Druck.

Braunbehrens hat derweil angeboten, über eine eigene Facebook-Seite mit seinen Gegnern zu diskutieren. Angenommen haben die das bisher nicht.

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