Luftfahrt: EADS ist gegen Boeing gut gerüstet

Luftfahrt: EADS ist gegen Boeing gut gerüstet

von Rüdiger Kiani-Kreß

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat im Kampf mit seinem US-Rivalen Boeing viel Boden gut gemacht. Doch wenn Tom Enders auf der heutigen Hauptversammlung zum EADS-Chef gewählt wird, hat er noch viel zu tun wenn er die Amerikaner wieder überholen will.

Auch wenn es EADS und Boeing gern abstreiten, zwischen den beiden Luftfahrtriesen läuft einer der spannendsten Zweikämpfe der Wirtschaft. Denn die beiden Rivalen haben nicht nur bei ihren Produkten deutlich mehr Ähnlichkeit als die Kontrahenten der meisten anderen Branchen. Als Deutschland und Frankreich die EADS im Jahr 1999 gründeten, wollten sie vor allem eines: den Erzrivalen aus den USA vom Thron stoßen.

Seitdem ist der Zweikampf spannend geblieben, denn die Führung wird wie im Sport quasi jedes Jahr neu vergeben.

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Und der erste Platz hat in den vergangenen Jahren mehrfach gewechselt. Vor rund zehn Jahren sagte der deutsche EADS-Chef Rainer Hertrich im Interview mit der WirtschaftsWoche mit Fug und Recht „Wir haben die Führung“.

Leider Unrecht hatte er bei der Vorhersage „für mindestens zehn Jahre“. Denn ab 2005 geriet die EADS in kürzester Zeit in Not. Dafür sorgten nacheinander wegen abenteuerlicher Pannen bei  der Entwicklung des Superjumbo A380, Hochmut beim ersten Startversuch des Leichtbaufliegers A350 und schließlich der bodenlosem Leichtsinn bei der Preiskalkulation des Militärairbus A400M. Dass an letzterem die Bestellländer um Deutschland und Frankreich mit ihrer teilweise naiven Projektkontrolle und überzogenen technischen Forderungen für den Schlammassel mit verantwortlich waren, ist da kein Trost.

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Nun beginnt sich das Blatt wieder zu wenden. Es gab große Fortschritte unter der Doppelspitze aus dem scheidenden EADS-Chef Louis Gallois und Tom Enders, seinem ehrgeizigen Nachfolger und scheidendem Chef der wichtigsten Konzerntochter Airbus. Doch noch hat sich das Blatt nicht gewendet, auch wenn EADS-Finanzchef Hans Peter Ring in einem seiner letzten großen Interviews sein Unternehmen bereits gleich auf sah mit Boeing. Noch bestehen die Unterschiede nicht nur darin, dass Ring die Belastungen beim Bau neuer Flugzeuge anders bilanziert als sein US-Gegenpart Greg Smith. Für die Boeing-Führung sollte gerade das Zivilfluggeschäft mit der Hollywood-reifen Strategie, seine fliegenden Bestseller in immer neuen Fortsetzungen präsentieren.

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