Luftfahrt: Eine gute Nachricht für Boeing

Luftfahrt: Eine gute Nachricht für Boeing

von Rüdiger Kiani-Kreß

Die australische Fluglinie Qantas beschert dem US-Flugzeughersteller Boeing die bislang größte Abbestellung seines Vorzeigemodells 787. Doch das ist kein Alarmzeichen für den Airbus-Konkurrenten, sondern eher für die Airline.

Der Erstkunde des derzeit wichtigsten Produkts storniert den Großteil der Bestellungen, das gehört auf den ersten Blick zu den Nachrichten, die Boeing-Chef Jim McNerney gerade gar nicht brauchen kann. Schließlich hat der Manager mit seinem neuen Leichtbauvogel 787 bereits mehr als genug Probleme. Der Wundervogel kommt bereits fast vier Jahre zu spät und hat damit bereits für mindestens zehn Milliarden Euro Mehrkosten gesorgt. Dazu läuft die Produktion schleppender an als geplant und vor kurzem sorgte ein Triebwerksproblem des Wundervogels für unerbetene Schlagzeilen.

Tatsächlich dürfte die Nachricht, dass die australische Qantas 35 ihrer 787-Großraumflieger vorerst nicht mehr will, aber für wenig Aufregung in Chicagoer Boeing-Zentrale sorgen. Denn das Storno aus Sydney beschert Boeing am Ende eher eine Entlastung als eine Belastung.

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Denn Boeing darf die Qantas-Anzahlung in Höhe von rund zehn Prozent des Kaufpreises behalten. Das könnten trotz der hohen Rabatte für einen großen Erstkunden wie Qantas fast 200 Millionen Dollar sein. Mindestens den gleichen Betrag dürften die Amerikaner sparen, weil sie für die abbestellten Flieger zumindest eine deutlich geringere oder auch gar keine Verspätungs-Entschädigung mehr zahlen müssen.

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Zu guter Letzt kommt Boeing auch anderswo um eine Entschädigung herum. Die Flieger, die Qantas nicht mehr will, kann Boeing nun an andere Fluglinien liefern und spart bei diesen Airlines einen Teil der Strafzahlungen, weil dort die Verzögerung nun geringer ist als bislang gedacht.

Trotzdem ist die australische Ablehnung am Ende eine Schreckensnachricht, und zwar für die Fluglinie selbst. Die Absage spricht für große Probleme der Qantas. Denn angesichts der steigenden Spritpreise warten alle Fluglinien händeringend auf ihre 787, weil sie pro Passagier bis zu 20 Prozent billiger fliegt und für einen entscheidenden Vorteil im Wettbewerb sorgt. Selbst Air Berlin, die mit einer Eigenkapitalquote von 4 Prozent in höchster Not fliegt, hat an der Bestellung festgehalten. Wenn Qantas glaubt, ohne die Entlastung durch den Sparflieger besser dran zu sein, heißt das im Klartext: wir erwarten eine düstere Zukunft.

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