Luftfahrt und Rüstung: Wie Enders EADS auf Trab bringen könnte

Luftfahrt und Rüstung: Wie Enders EADS auf Trab bringen könnte

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von Rüdiger Kiani-Kreß

Am Freitag tritt Thomas Enders als Chef des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns an. Welche persönlichen Notizen sich der Ex-Major für die kommenden Tage gemacht haben könnte.

Freitag, 1. Juni: Quartiernahme in Toulouse!

Morgens, gleich als Erstes: Begrüßungsbrief an die 135.000 Leute. Aber ja kein Geschiss, bin ja nicht ganz so neu. Die meisten wissen, dass ich ja schon mal Chef von EADS war, 2005 bis 2007. Okay, Co-Chef, zusammen mit Louis Gallois. Jedenfalls ist klar, wofür ich stehe: keine Gefühlsduselei, die Truppe zusammenschweißen, schnell entscheiden, Kante zeigen, klar führen.

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Nach dem Brief gleich den Umzug. Raus aus dem Airbus-Chef-Büro oben in der Zentrale, rüber ins neue EADS Center of Gravity, unser neuer Dreh- und Angelpunkt. Auch wenn das lange keiner glauben wollte, jetzt werden sie alle sehen: EADS ist hier. Nicht länger in der alten Hauptverwaltung an der Pferderennbahn in Paris oder in München-Ottobrunn bei Ikea. Nein, hier in Toulouse, ein für allemal.

Und das nicht nur, weil das Essen im Airbus-Kasino in Toulouse besser ist als in München. Nein, an erster Stelle, weil die EADS und ihr ganzes Schicksal am Ende vor allem an der größten Tochter Airbus hängt und darum auch hier sitzen muss, direkt gegenüber der Airbus-Zentrale. Die paar Meter zu dem verspiegelten Bau: Soll mir keiner sagen, dass ihm das zu weit ist, rüber auf die andere Seite der Schnellstraße, am Flughafen Toulouse.

EADS-Chef Enders, der Menschenfänger

Militärisch diszipliniert, konfliktstark, mit der Begabung seine Leute zu begeistern. Die WirtschaftsWoche hat den künftigen EADS-Chef Thomas Enders auf der Dubai-Airshow begleitet.

Airbus-Chef Thomas Enders Quelle: dpa

Wenn ich erst mal dort bin, kriegt auch der Letzte mit, dass ich nicht wie meine Vorgänger bin. Noël Forgeard zum Beispiel, der behielt sein Büro direkt neben Gustav Humbert, als der 2005 sein Nachfolger als Airbus-Chef wurde. So was brauch ich nicht.

Soll ja keiner glauben, ich bin im Center of Gravity weit vom Schuss und krieg nicht mit, was läuft. Die werden bald merken, dass mir nichts entgeht. Ich hab meine Leute, auf die ich mich 150-prozentig verlassen kann.

Fabrice Brégier kann ja meinen, als neuer Airbus-Chef mehr Macht zu haben, als ich sie damals mit einem starken Stellvertreter wie ihm hatte. Natürlich ist Airbus das Herz von EADS. Aber nicht Fabrice. Denn seine wichtigsten Leute arbeiten auch für mich. Harald Wilhelm ist in Zukunft Finanzchef, von EADS und von Airbus. Thierry Baril ist Personalchef, von EADS und von Airbus. Mal sehen, welcher Job und welche Loyalität den beiden am Ende wichtiger ist, zu mir oder zu Fabrice.

Und sowieso: Das neue Büro ist nur ein Übergang. Wir haben bereits einen Bauplatz hier am Flughafen von Toulouse, da kommt dann die endgültige EADS-Konzernzentrale hin. Wenn wir da drin sind, spätestens 2015, haben wir endlich mal was Modernes und nicht diese Achtzigerjahre-Bauten. Und vor allem nicht diese soft-beigen Hotelmöbel, die Noël ja so toll fand. Aber auch nicht so schlicht wie bei meinem Vorgänger Louis. So unterschiedlich Fabrice und ich sind. Wir sind nicht so mönchisch wie Louis.

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