Luftfahrt- und Rüstungskonzern: EADS setzt zum Steigflug an

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KommentarLuftfahrt- und Rüstungskonzern: EADS setzt zum Steigflug an

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EADS-Chef Tom Enders wirkte müde, aber durchaus zufrieden.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Bei seiner ersten Bilanz als EADS-Chef kann Tom Enders auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Wenn der Luftfahrt- und Rüstungsriese 2013 ähnlich gut übersteht, ist EADS nach mehreren Jahren auf Schlingerkurs endlich auf einem soliden Steigflug.

Um zehn vor neun brauchte Tom Enders heute morgen im Swissôtel am Berliner Ku’Damm erst mal einen schwarzen Kaffee. „Ich muss mich wachhalten“, scherzte der Chef von Europas größtem Luftfahrt- und Rüstungskonzern, nachdem ihm kurz zuvor die Augen schwer geworden waren. Das einzig ungewöhnliche an Enders Wunsch war der Ort. Der 52-Jährige saß auf einem Podium, um den mehr als 100 Journalisten aus aller Welt die Bilanz seines ersten Jahrs als Konzernlenker vorzustellen.

Wer sich den Geschäftsbericht 2012 genauer ansieht, kann Enders Müdigkeit auch nachvollziehen. Denn am Ende sind die Zahlen langweilig - im positiven Sinn. Gewinn und Umsatz sind gestiegen und trotz wachsender Investitionen gab es einen Cashflow genannten Mittelzufluss. Alle Geschäftsfelder vom Airbus-Flugzeugbau über Hubschrauber, ja sogar das angeschlagene Rüstungsgeschäft schreiben ordentliche schwarze Zahlen. Und obwohl die EADS mehr Flug- und Kriegsgerät denn je ausgeliefert hat, ist das Auftragsbuch weiter gewachsen. Da kann selbst einen tatendurstigen Konzernlenker wie Enders schon mal Müdigkeit überkommen.

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Tatsächlich könnte die kurze Formschwäche des sportbegeisterten ehemaligen Luftlandesoldaten wohl auch die Folge einer gewissen Ermattung sein, die sich nicht nur darin niederschlug, dass Enders Haupthaar noch ein wenig schütterer wurde. Denn selbst für einen auf Umbau gepolten Manager wie Enders war 2012 ein extrem anstrengendes Jahr mit mindestens drei unerfreulichen Höhepunkten.

Airbus und das Boeing-Zivilgeschäft im Vergleich

  • Airbus und das Boeing-Zivilgeschäft im Vergleich

    Umsatz (in Millionen Euro):

    Airbus: 33.103
    Boeing: 27.931

    Gewinn (Ebit, in Millionen Euro):

    Airbus: 584
    Boeing: 2.699

    Beschäftigte:

    Airbus: 55.000
    Boeing: 80.000

    Angaben für 2011

  • Auftragsbestand

    Flugzeuge:

    Airbus: 4.437
    Boeing: 3.371

    Wert (in Millionen Euro, Listenpreis):

    Airbus: 495.513
    Boeing: 226.487

    Angaben für 2011

  • Bestellungen und Auslieferungen

    Bestellungen 2011:

    Airbus: 1.419
    Boeing: 805

    Bestellungen 2012 (Stand: 31. August):

    Airbus: 384
    Boeing: 666

    Auslieferungen 2011:

    Airbus: 534
    Boeing: 477

Es begann mit einer wochenlangen Diskussion, ob Enders EADS-Chef wird. Denn obwohl Deutschland und Frankreich dies bereits vor fünf Jahren festgelegt hatten, knirschte es besonders auf der französischen Seite und sorgte wochenlang für Schlagzeilen, die der EADS Chaostage prophezeiten. „Das war ja für Sie in den Medien eher langweilig, aber für uns war es aufregend“, kommentierte Enders die Angelegenheit in beißender Ironie. Als dann doch wie geplant im Juni Enders Chef wurde und sein Team wie geplant installierte, gab es Krach im Rüstungsgeschäft und Enders setzte seinen alten Verbündeten und Freund Stefan Zoller als Leiter der Rüstungsdivision Cassidian ab. Und zu guter Letzt scheiterte die geplante Übernahme des britischen Rüstungsriesen BAE am deutschen Veto.

Viele andere Konzernlenker hätte das den Job kosten können. Enders jedoch saß danach tiefer denn je im Sattel. Denn die Niederlage verschaffte Enders einen Erfolg, von dem sein Vorgänger Louis Gallois nur träumen konnte. Die verkorkste Fusion erlaubte den Großaktionären Daimler und dem Verleger Lagardère, ihre Aktien zu verkaufen. Und am Ende stiegen zwar Deutschland und Frankreich erstmals direkt als Anteilseigner ein.

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