Machtkampf mit Cromme: Josef Ackermann legt Aufsichtsratsposten bei Siemens nieder

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Machtkampf mit Cromme: Josef Ackermann legt Aufsichtsratsposten bei Siemens nieder

, aktualisiert 12. September 2013, 11:43 Uhr

Nach seinem aufsehenerregenden Rückzug beim Versicherer Zurich nach dem Suizid des Finanzchefs wird Josef Ackermann jetzt auch bei Siemens sein Aufsichtsratsmandat niederlegen.

Josef Ackermann legt nach dem Rücktritt beim Versicherungskonzern Zurich auch sein Aufsichtsratsmandat bei Siemens nieder. Der 65-Jährige bestätigte am Donnerstag in Berlin entsprechende Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Zur Begründung fügte er hinzu: "Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen, wie man den Prozess der Nachfolge gestaltet." Ackermann ist bislang stellvertretender Vorsitzender des Siemens-Aufsichtsrats. Zugleich betonte Ackermann, dass er seine anderen Aufsichtsratsmandate, darunter bei Shell, behalten werde.

Ackermann hatte die Turbulenzen rund um den Chefwechsel bei Siemens mehrfach intern kritisiert und war einem Machtkampf mit Aufsichtsratschef Gerhard Cromme unterlegen. Siemens und ein Ackermann-Sprecher wollten sich am Donnerstagmorgen noch nicht zu den Angaben äußern, am frühen Mittag folgte dann die Bestätigung Ackermanns.

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Das Kontrollgremium der Münchner trifft sich am kommenden Mittwoch.

Duell der Aufsichtsräte Im Zeichen der Egos: Cromme gegen Ackermann

Über den Machtkampf zwischen Gerhard Cromme und Josef Ackermann nach dem Chefwechsel bei Siemens.

Foto von G. Cromme Quelle: dpa

Ackermann war vor Kurzem als Verwaltungsratschef bei Zurich Insurance zurückgetreten, nachdem sich Finanzchef Pierre Wauthier das Leben genommen hatte. Auslöser des Rücktritts waren Vorwürfe der Witwe Wauthiers, wonach Ackermanns Führungsstil zu dem Suizid beigetragen haben soll. Der Verwaltungsratschef wurde zudem im Abschiedsbrief erwähnt. Der Schweizer hält diese Anschuldigungen für haltlos, hat aber wiederholt erklärt, dass ihn diese persönlich getroffen hätten. Am Donnerstag tritt Ackermann zum ersten Mal seit seinem Rücktritt bei Zurich Insurance öffentlich auf. Anlass ist die Vorstellung des Buchs "Späte Reue" seines langjährigen Sprechers Stefan Baron in Berlin.

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Bei Siemens hatte sich Ackermann zunächst gegen die Entmachtung von Vorstandschef Peter Löscher gestellt, obwohl der Österreicher eine lange Reihe von Misserfolgen verbuchen musste. Insidern zufolge war Ackermann mit dem Manöver allerdings vor allem am Widerstand der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat gescheitert. Die gewerkschaftlich organisierten Kontrolleure hatten befürchtet, dass sich der Banker zum Aufsichtsratschef bei Deutschlands größtem Technologiekonzern emporschwingen könnte. Trotz einiger Mitstreiter auf der Kapitalseite war es ihm nicht gelungen, eine Mehrheit hinter sich zu vereinen. Am Ende wurde der bisherige Finanzvorstand Joe Kaeser zum neuen Siemens-Chef erkoren.

Der Schweizer sitzt unter anderem noch beim Mineralölkonzern Shell im Aufsichtsrat sowie in der Investment-Holding der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg.

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