Märkte: Symrise setzt auf Innovationen

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Märkte: Symrise setzt auf Innovationen

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Eine Mitarbeiterin der Symrise AG mischt Duft- und Aromastoffe. Das Unternehmen ist ungebrochen auf Wachstumskurs

von Susanne Kutter

Zehn Jahre nach dem Börsengang ist der Aroma- und Duftstoffhersteller Symrise aus Holzminden weiter ungebrochen auf Wachstumskurs. Dabei baut das Unternehmen vor allem auf die steigende Nachfrage in den  Schwellenländern sowie Produktinnovationen, in die es jährlich 130 Millionen Euro investiert.

„Wir sind kerngesund und bestens gerüstet für die Zukunft“, das ist die Kernbotschaft von Heinz-Jürgen Bertram, dem Vorstandsvorsitzenden der Symrise AG. Tatsächlich hat der Aroma- und Duftstoffhersteller aus dem niedersächsischen Holzminden auch im zehnten Jahr nach seinem Börsengang erneut Bestzahlen vorgelegt: Der Umsatz legte währungsbereinigt 2013 um zehn Prozent auf 1,830 Millionen Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich ebenfalls um zehn Prozent auf 373 Millionen Euro. Und die Ebitda-Marge lag 2013 bei 20,4 Prozent. Die Nummer Vier am 17,4 Milliarden Euro starken Weltmarkt für Duftstoffe und Aromen wuchs dabei in beiden Sparten – sowohl den Aromen, die in Lebensmitteln stecken, als auch bei den Duftstoffen für Kosmetika.

Besonders deutlich fiel das Wachstum in den Schwellenländern aus. Hier sieht Bertram auch in Zukunft das größte Potenzial. Denn Studien zufolge werden im Jahr 2015 dort rund 60 Prozent aller Haushalte über ein Jahreseinkommen von mehr als 20.000 US-Dollar verfügen. Und damit steige die Nachfrage sowohl Produkten des alltäglichen Lebens und nach Luxusprodukten wie Parfums und Kosmetika.

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Aromen-Hersteller Symrise

  • Wie groß ist Symrise?

    Symrise ist weltweit einer der ganz großen Player am Markt. In über 30 Ländern ist das Unternehmen aktiv und setzt dabei etwa 1,735 Milliarden Euro im Jahr um (Zahl von 2012). Dabei teilt sich der Umsatz etwa 50 zu 50 auf die Geschäftsbereiche „Geschmack“ und „Duft“ auf.

  • Wie entsteht Zwiebel-Aroma?

    Der schlechte Ruf, den die Branche hat, ist dem Unternehmen durchaus bewusst. Fragt man nach, wie in den Produktionshallen in Niedersachsen eigentlich Aromen hergestellt werden, wird zunächst vom Zwiebelextrakt erzählt. Hierin sei man besonders gut. Die Zwiebeln würden von Bauern aus der Region geliefert, mit denen Symrise Exklusiv-Verträge abgeschlossen habe.

    „Durch Extraktion gewinnen wir das Zwiebelöl. Das ist am Ende eine dicke Flüssigkeit, fast wie Sirup“, erklärt Christina Witter, stellvertretende Pressesprecherin bei Symrise. „Aus einer Tonne Zwiebeln gewinnen wir 100 Kilo Zwiebelextrakt.“ Das Produkt lasse sich auch weiter verarbeiten. Wie aus einer gigantischen Dusche sprühen die deutschen Aroma-Künstler das flüssige Extrakt auf verschiedene Trägerstoffe. Sprühtrocknung nennen die Experten das.

  • Verschwiegenheit ist ein Muss

    „Wir müssen sehr verschwiegen sein. Schließlich ist jeder individuelle Geschmack auch immer ein Markenzeichen des Kunden – und damit ein Betriebsgeheimnis“, sagt Christina Witter.

  • Test am Produkt

    Hinter den Symise-Mauern geht es zu wie in einer Hexenküche. Zum einen kommen die Kunden mit sehr konkreten Vorstellungen auf das Unternehmen, zum anderen entwickeln die Flavoristen von Symrise unterschiedliche Geschmacksideen. Vor Augen haben sie dabei immer ein konkretes Produkt und eine konkrete Zielgruppe. „Man muss testen, ob die Kombination von Aromastoffen sich auch in dem jeweiligen Produkt entfaltet“, erklärt Christina Witter. Also: Schmeckt der Kartoffelchip würzig genug? Schmeckt der Pudding genug nach Erdbeere? Oder wie entfaltet sich der Minzgeschmack im Kaugummi? Jedes Produkt hat andere Einflüsse auf die Aromen.

  • Aromen in Zahlen

    Insgesamt verarbeiten die Niedersachsen 10.000 unterschiedliche Rohstoffe zu Aromen, die dann in etwa 30.000 Produkten zum Einsatz kommen – ein gigantisches Geschäft.

Was Symrise von der Konkurrenz abhebe und auch auf den etablierten Märkten so erfolgreich mache, sei vor allem die Innovationskraft des Unternehmens, glaubt Bertram. Tatsächlich investiert das Unternehmen mit 130 Millionen Euro gut sieben Prozent seines Jahresumsatzes in Forschung und Entwicklung. Das seien Werte, die sonst fast nur in der Pharma-Industrie erreicht würden, so der Symrise-Chef.

So entwickelt Symrise mit dem Partnerunternehmen Probi AB aus Schweden probiotische, besonders gesunde Lebensmittel. Weil der Anteil an Probi auf 30,3 Prozent erhöht wurde, gab Symrise Anfang Februar ein Pflichtangebot zur Übernahme ab. Auch in Zukunft will Symrise weiter in Innovationen investieren. So soll in ein bis zwei Jahren ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Singapur entstehen.

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Den schwankenden Preisen für Rohstoffe entgegnet Symrise zunehmend mit seiner Strategie, die Rohstoffherstellung mehr oder weniger selbst in die Hand zu nehmen. So hat der Duftstoffriese im vorigen Jahr für Zwiebeln – den wichtigsten Rohstoff für würzige Aromen – zahlreiche neue Versorgungsabkommen mit regionalen Herstellern in Niedersachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden abgeschlossen. Und auf Madagaskar, dem weltweit wichtigsten Lieferanten von natürlicher Vanille, wurde gerade eine neue Vanille-Fermentationsanlage eröffnet. Eine Vanille-Extraktionsanlage soll Mitte des Jahrs folgen.

Das Thema Vanille-Aroma – natürlich oder nicht – hatte Symrise im vorigen Jahr besonders beschäftigt, da die Stiftung Warentest einer Ritter-Sportschokolade ein schlechtes Urteil ausstellte, weil das von Symrise gelieferte Vanille-Aroma Piperonal chemisch hergestellt werde, aber als natürliches deklariert sei. Tatsächlich sind die europäischen Deklarationsregeln für Aromen mehr als verwirrend. Doch im aktuellen Rechtsstreit sieht der Symrise-Chef sich und sein Unternehmen absolut im Recht, denn man halte sich an die geltenden Gesetze, sagt Bertram: „Wenn man das Gesetz ändern will – bitte schön, wir haben nichts dagegen, aber dann muss das auf europäischer Ebene geändert werden.“

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