Manroland: Interessenten aus In- und Ausland

Manroland: Interessenten aus In- und Ausland

, aktualisiert 13. Dezember 2011, 18:36 Uhr
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Hoffnung für Manroland: Es gibt wohl einige Interessenten.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Insolvenzverwalter von Manroland hat bestätigt, dass mehrere Unternehmen an einer Übernahme interessiert sind. Diese kommen aus dem In- und Ausland. Eine Lösung solle es bis Ende Januar geben.

Augsburg/OffenbachFür den insolventen Druckmaschinenhersteller Manroland besteht doch noch ein Hoffnungsschimmer. „Es gibt Interessenten aus dem In- und Ausland“, sagte Manroland-Insolvenzverwalter Werner Schneider in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Es bleibe aber nicht viel Zeit. „Bis Ende Januar sollten wir eine Lösung haben.“ Denn nur noch bis zu diesem Zeitpunkt übernimmt die Agentur für Arbeit die Zahlung der Löhne und Gehälter. Die Möglichkeit eines Komplettverkaufs, wie sie die Gewerkschaften favorisieren, sieht Schneider aber eher skeptisch. „Die Chance ist eher unwahrscheinlich.“ Auf parallelen Betriebsversammlungen am Augsburger Stammsitz, in Offenbach und im sächsischen Plauen wurden die Mitarbeiter des Unternehmens über die Lage informiert. Ende November musste Manroland Insolvenz beantragen, nachdem die Allianz und Miteigentümer MAN dem verlustreichen Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatten. Mit weltweit 6.500 Mitarbeitern - in Deutschland sind es Schneider zufolge inzwischen weniger als 5.000 - ist Manroland die größte deutsche Unternehmenspleite in diesem Jahr.

Die Belegschaft will den Druck auf den Haupteigner Allianz und die Politik erhöhen, wie die IG Metall klarmachte. Wie Christiane de Santana von der IG Metall in Augsburg am Dienstag sagte, werde von der Allianz gefordert, Signale zur Unterstützung zu senden. Von dem Miteigentümer MAN habe es diese gegeben, noch rühre sich die Allianz aber nicht. Insolvenzverwalter Werner Schneider habe versichert, Manroland werde nicht vom Markt verschwinden, aber eingeschränkt, das Unternehmen werde auch nicht so erhalten bleiben könne wie aktuell.

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Die IG Metall befürwortet weiterhin eine Komplettrettung des Herstellers mit allen drei Standorten statt einer Zerschlagung. Doch die Gespräche über eine große Lösung unter Einbeziehung der beiden weiteren Branchenriesen Heidelberger Druck sowie Koenig&Bauer kommt nicht voran: Erst kurz vor Weihnachten werde es dazu Gespräche im Bundeswirtschaftsministeriums geben, berichtete die Offenbacher IG-Metall-Bevollmächtigte Marita Weber. Sie forderte eine bessere koordinierte Zusammenarbeit der Landesregierungen mit Manroland-Standorten in Bayern, Hessen und Sachsen.

Schneider lotet derzeit in Geheimgesprächen das Interesse der Investoren aus, die es nach seinen Worten sowohl aus dem Industriebereich als auch aus dem Finanzsektor gibt. Namen könne er nicht nennen. Auch aus China würde er Angebote nicht ausschlagen. „Aber es wird zeitlich ganz eng.“ Den Mitarbeitern versicherte er: „Es gibt sehr hoffnungsvolle Ansätze.“ Um schneller voranzukommen, sei mit der US-Investmentbank Lazard ein Übernahmespezialist zur Hilfe geholt worden.


„Der Betrieb geht weiter“

„Der Betrieb geht weiter, das Material kommt“, sagte Schneider zur momentanen Lage. Er hatte zuvor erreicht, dass die Banken dem Unternehmen einen sogenannten Massekredit zur Aufrechterhaltung des Betriebs gewähren und damit eine Atempause verschaffen. Es würden derzeit drei große Bogendruckmaschinen in die USA ausgeliefert. Die Abnehmer hielten Manroland die Stange, aber bei den langen Produktionszeiten haben „die Kunden Sorge, ob die Maschinen fertiggestellt werden“.

Die Branchenlage sei schwierig, erklärte Schneider. „Es gibt erhebliche Überkapazitäten.“ So sei der Umsatz mit neuen Maschinen bei den drei großen deutschen Branchenherstellern Manroland, Heidelberger Druck und Koenig & Bauer, die den Weltmarkt noch immer anführen, von sechs Milliarden Euro 2007 auf drei Milliarden Euro 2010 gefallen. Der Markt habe sich hin zum Digitaldruck gewandelt. Zudem sei Manroland im Gegensatz zu starken Wettbewerbern, die sich auf einen Bereich konzentriert haben, sowohl im Bogendruck als auch im Rollendruck - den Maschinen für die Produktion von Zeitungen - tätig. „Aber Zeitungen wird es immer geben“, meint Schneider. Nur der Markt werde kleiner.

Im Offenbacher Werk sprachen die rund 1.900 Beschäftigten des Standorts der bisherigen Geschäftsführung ihr Misstrauen aus, wie Weber berichtete. „Die haben sich hier nie blicken lassen und haben nicht für den Bogendruck-Standort gestanden.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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