Medienbericht: Ex-Areva-Chefin soll EADS-Verwaltungsrat führen

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Medienbericht: Ex-Areva-Chefin soll EADS-Verwaltungsrat führen

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Einem Medienbericht zufolge soll Anne Lauvergeon in Zukunft den EADS-Verwaltungsrat führen.

Die frühere Chefin des französischen Atomkonzerns Areva, Anne Lauvergeon, soll nach einem Medienbericht neue Verwaltungsratsvorsitzende bei EADS werden. Sie sei die Lieblingskandidatin von Frankreichs Präsident François Hollande.

Deutschland sei mit der Wahl der 53-jährigen Industriemanagerin einverstanden. Das berichtete die französische Zeitung „Journal du Dimanche“ in ihrer aktuellen Ausgabe.

Laut dem Blatt soll der Verwaltungsrat des Luft- und Raumfahrtkonzerns die Entscheidung innerhalb von 14 Tage absegnen. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Airbus-Mutter im März könnte sie dann offiziell bestätigt werden.

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Wie die neue Eigentümerstruktur der EADS funktioniert

  • Kompliziertes Geflecht

    Monatelange Verhandlungen, buchdicke Verträge, Unter-Unter-Unter-Gesellschaften in einem komplizierten Geflecht und das alles im Legalese genannten für Laien unverständlichen Juristenenglisch formuliert – wenn Großkonzerne wie die EADS Verträge schließen wird nichts dem Zufall überlassen.

    Am Ende ist die neue Aktionärsstruktur von Europas größtem Luftfahrt- und Rüstungskonzern aber doch weniger kompliziert als sie aussieht. Die Struktur, die aus juristischen Gründen bisher nur auf Englisch vorliegt, besteht nach der geplanten Kapitalerhöhung aus insgesamt vier Schichten.

  • Oberste Reihe - Aktionäre

    Hier stehen die aktuellen Aktionäre: Dunkel unterlegt sind die Parteien, die auch künftig Anteile am Konzern halten: der französische Staat, Spanien, die deutschen Staatsbanken KfW und andere öffentliche Institute der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg und Niedersachsen. Die hell unterlegten Unternehmen Lagardère und Daimler waren zwar Gründungsaktionäre. Doch sie wollen möglichst bis Ende 2013 komplett aussteigen.

  • Zweite Reihe - Zwischengesellschaften

    Hier stehen die Zwischengesellschaften. Das sind in der Regel Briefkastenfirmen ohne Personal. Diese gründen die Aktionäre in der Regel, um im Falle von finanziellen oder sonstigen Problemen einen Puffer zu dem Unternehmen zu haben. Dazu machen es diese Firmen leichter, die Beteiligung teilweise zu Geld zu machen ohne die Stimmrechte abzugeben. Denn die Konstruktion erlaubt, Teilhaber aufzunehmen und trotzdem die Kontrolle zu behalten. Auch hier gilt: dunkel unterlegt ist ein Daueraktionär, hell unterlegt heißt. Muttergesellschaft will aussteigen.

    Dabei gibt es zwei Besonderheiten. Die deutsche KfW hält einen Teil der AKtien direkt und steuert als Mehrheitseigentümer das deutsche Konsortium aus Länderbanken.

    Ein Sonderregelung gibt es bei dem französischen Staat und Spanien. Diese wollen ihren Anteil herunterfahren, damit sie zusammen mit Deutschland weniger als 30 Prozent der Anteile halten. So verhindern die drei Staaten, dass sie bei einem An- und Verkauf ihrer Anteile allen Aktionären ein Abfindungsangebot machen müssen. Frankreich und Spanien wollen ihre Anteile aber noch nicht auf den Markt werfen, weil das den Aktienkurs drückt. Darum packen sie den Teil ihrer Anteile, den sie quasi zu viel haben (sogenannte excess shares) vorübergehend in eine Art Quarantäne („warehouse“), bei der die Staaten das Stimmrecht nicht nutzen können.

  • Anteile nach der Kapitalerhöhung

    Dritte und vierte Reihe: Das sind die Anteile nach der Kapitalerhöhung. Die hellen Kästchen von Daimler/DLRH sowie Lagardère (Sogeade) werden auf Null gefahren. In welchem Maß hängt davon ab, wie weit sich diese Unternehmen entschließen im Rahmen der geplanten Kapitalerhöhung ihre Aktien an die EADS verkaufen oder später am freien Markt abstoßen.

Die Neubesetzung des Verwaltungsrats ist nötig, weil die beiden EADS-Gründungsaktionäre Daimler und Lagardère ihren Ausstieg aus der Airbus-Mutter angekündigt haben. Bislang war Lagardère-Chef Arnaud Lagardère Chef des wichtigen Gremiums. Anders als ein deutscher Aufsichtsrat bestimmt das EADS-Kontrollgremium in Standort- und Produktionsfragen mit und entscheidet über Rüstungsgeschäfte.

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Als weiterer Kandidat galt unter anderen der frühere EZB-Chef Jean-Claude Trichet. Deutsche Bewerber gibt es nicht, da mit Tom Enders ein Deutscher EADS-Vorstandsvorsitzender ist.

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