Maschinenbau geht mit Schwung ins Jahr 2017

Mehr Bestellungen: Maschinenbau geht mit Schwung ins Jahr 2017

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Der deutsche Maschinenbau kann auf gut gefüllte Auftragsbücher blicken.

Die Nachfrage nach Maschinen „Made in Germany“ zieht nach einem schwachen Jahr an. Vor allem aus dem Euroraum kommen mehr Bestellungen. Anlass zu Jubel sieht die Branche aber nicht.

Deutschlands Maschinenbauer sind mit Rückenwind ins Jahr 2017 gestartet. Eine kräftige Nachfrage aus dem In- und Ausland, insbesondere aus dem Euroraum, füllte im Januar die Auftragsbücher der exportorientierten Branche. Die Bestellungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr insgesamt real um 9 Prozent, wie der Branchenverband VDMA am Montag in Frankfurt mitteilte.

Aus dem Inland gingen 10 Prozent mehr Aufträge bei der mittelständisch geprägten Schlüsselindustrie ein. Im Ausland lag der Zuwachs bei 9 Prozent. Besonders kräftig wuchs die Nachfrage mit plus 15 Prozent im Euroraum. „Die Entwicklung spiegelt damit die in den letzten Monaten trotz politischer und wirtschaftlicher Unwägbarkeiten verbesserte Stimmung im In- und Ausland wider“, erläutert VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Die Branche hofft, dass sich der Aufschwung fortsetzt - trotz aller politischer Unsicherheiten.

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Im vergangenen Jahr hatten die Verunsicherung der Kunden nach dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl und der Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, die Geschäfte belastet. Insgesamt gingen 2 Prozent weniger Bestellungen ein als 2015.

VDMA-Gehaltsstudie "Im Maschinenbau wird nach Leistung entlohnt"

Eine neue Gehaltsstudie für den Maschinenbau weist die Gehälter für alle Hierarchiestufen aus – samt Bonus. Überraschungen gibt es etwa bei Bachelor- und Master-Absolventen: Der höhere Abschluss macht sich kaum bezahlt.

Kein Lohn bei Insolvenz der SchwesterfirmaSchwesterfirmen eines insolventen Unternehmens müssen in bestimmten Fällen Lohnzahlungen mit dem Insolvenzverwalter abstimmen. Das geht aus einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) in Erfurt vom 21. November hervor. Im vorliegenden Fall hatte ein Polier einer Baufirma in Nordthüringen Gehalt für seine Arbeit von den Schwesterunternehmen erhalten, obwohl sein eigentlicher Arbeitgeber Insolvenz angemeldet hatte. Beide Unternehmen hatten einen Geschäftssitz, denselben Geschäftsraum und führten Verrechnungskonten. Der Insolvenzverwalter forderte den Lohn zurück, da die Zahlungen eine „ungerechtfertigte Schmälerung der Insolvenzmasse“ darstellten. Das Landesarbeitsgericht verneinte die Pflicht des Poliers zur Rückzahlung. Die Bundesrichter hoben das Urteil nun auf und verwiesen es zurück an die Vorinstanz. Nicht entschieden hätten die Richter aber darüber, ob ein Nachteil für die Gläubiger tatsächlich entstanden oder weitere Anfechtungstatbestände erfüllt seien, sagte Gerichtssprecher Waldemar Reinfelder. Quelle: dpa

Die Exporte legten minimal um 0,2 Prozent auf 155,9 Milliarden Euro zu. Einbußen in China und einigen Rohstoffförderländern wurden Wiechers zufolge durch Ausfuhren in Länder der Europäischen Union (EU) kompensiert. Die EU ist der wichtigste Absatzmarkt für Maschinen „Made in Germany“. Die Branche erwirtschaftet dort - einschließlich des Heimatmarktes - 62 Prozent ihres Umsatzes.

„Die Wahlen in Frankreich und den Niederlanden werden sicher richtungsweisend für die Zukunft der EU sein“, sagte Wiechers. Die Sorge geht um vor Wahlerfolgen rechtspopulistischer und europafeindlicher Parteien in den beiden Nachbarländern

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Trotz Digitalisierung wird der Bedarf an Fachleuten laut Studie steigen. Quelle: dpa

Angesichts der politischen Unsicherheiten rechnet die Branche mit ihren mehr als einer Million Beschäftigten in Deutschland auch in diesem Jahr nicht mit einer kräftigen Belebung des Geschäfts. Der VDMA ging zuletzt von einem leichten Produktionszuwachs von real 1 Prozent aus. Der Umsatz soll von geschätzt 220 Milliarden Euro auf 224 Milliarden Euro steigen.

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