Mercedes-Benz: Bernhard bläst bei Kosten zum Angriff

Mercedes-Benz: Bernhard bläst bei Kosten zum Angriff

, aktualisiert 01. Dezember 2011, 13:42 Uhr
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Mercedes-Benz SLK 200 auf der Motor Expo 2011 in Bangkok.

Quelle:Handelsblatt Online

Daimler will bei Mercedes-Benz die Kosten deutlich drücken. Die Herstellungszeiten pro Fahrzeug sollen deutlich sinken. Parallel zum Sparprogramm will Mercedes-Benz viele neue Modelle auf den Markt bringen.

StuttgartDer Autobauer Daimler will beim Wettrennen um die größte Gewinnspanne in der Pkw-Oberklasse nicht länger nur die Rücklichter der Rivalen Audi und BMW sehen: Produktionsvorstand Wolfgang Bernhard plant dem Betriebsrat zufolge daher, in den Jahren 2012 und 2013 die Kosten um jeweils zehn Prozent zu drücken. Vor allem die Herstellungszeiten pro Fahrzeug sollen in den Pkw-Werken deutlich sinken, sagte Daimler-Betriebsrat Wolfgang Nieke am Donnerstag.

Die sogenannte „Effizienz-Offensive“ hatte Mercedes-Manager Bernhard seiner Mannschaft vor gut zwei Wochen auf einem Führungskräfte-Treffen verordnet. Denn seit drei Quartalen zuckelt Mercedes-Benz Pkw den Wettbewerbern bei der Rentabilität hinterher. Mercedes-Benz Pkw erwirtschaftete im dritten Quartal eine Rendite vor Steuern und Zinsen von 7,5 Prozent und liegt damit gleichauf mit dem Golf-Hersteller VW. BMW kam hingegen auf 11,9 Prozent, Audi gar auf 13,1 Prozent. Daher sind die Aktien der Konkurrenz den Daimler-Aktien auch an der Börse schon länger enteilt.

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Daher bläst Bernhard nun bei den Kosten zum Angriff, parallel dazu will Mercedes-Benz in den kommenden Jahren viele neue Modelle auf den Markt bringen. Ein Personalabbau sei „nicht vorgesehen“, sagte Nieke, der den Betriebsrat des Mercedes-Benz-Stammwerks in Stuttgart-Untertürkheim führt.

Vor allem bei der in der Branche viel beachteten Kennziffer Produktionszeit pro Auto hat Daimler mit Mercedes-Benz noch Nachholbedarf zu den Oberklasse-Konkurrenten aus München und Ingolstadt. Daimler-Chef Dieter Zetsche, der auch die wichtigste Sparte Mercedes-Benz Pkw führt, räumt den Rückstand unumwunden ein: „Beim Produktionsaufwand pro Fahrzeug in unseren Werken sind wir gut vorangekommen, in einigen Baureihen produzieren wir inzwischen auf Augenhöhe“, sagte Zetsche Mitte November. „In anderen Baureihen haben wir noch Nachteile, die mit neuen Modellen beseitigen werden“, gab er zu. „Unsere Nachteile sind geringer geworden, aber noch nicht ganz beseitigt.“

Betriebsrat Nieke sieht allerdings kaum noch Luft für weitere Kosteneinsparungen bei Daimlers Kernsparte Mercedes-Benz Pkw, die Daimler das Gros des Umsatzes und des Gewinns liefert. „In den vergangenen Jahren hat die Firma mindestens sechs oder sieben Optimierungsprogramme durchgeführt“, schrieb der Betriebsratschef Nieke jüngst an die Beschäftigten. „Insofern stellt sich die Frage: Wo soll denn noch gespart werden?“

Zuletzt hatte Mercedes-Benz viele Aufgaben an Dritte vergeben, gegen diese Zunahme an Werkverträgen laufen Betriebsrat und Gewerkschaft Sturm. Auch in den übrigen Daimler-Sparten werde voraussichtlich in den kommenden Jahren versucht, die Ertragskraft durch Kostensenkungen zu steigern, sagte der Betriebsrat: „Ich gehe davon aus, dass es auch bei Daimler Trucks und in den anderen Sparten ähnliche Kostensenkungsprogramme für die nächsten Jahre geben wird.“

Ein Daimler-Sprecher wollte sich nicht im Detail zu dem anlaufenden Kostensparprogramm bei Mercedes-Benz äußern. Bei Pkw strebe Daimler kontinuierlich Verbesserungen in der Produktion und bei der Effizienz an, sagte er. Interne Produktions-Kennzahlen gebe Daimler aber in der Öffentlichkeit nicht preis.

Quelle:  Handelsblatt Online
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