Merck KgaA: Pharmakonzern erwägt Abspaltung von rezeptfreien Arzneien

Merck KgaA : Pharmakonzern erwägt Abspaltung von rezeptfreien Arzneien

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Der Schriftzug des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck will sein Geschäft mit rezeptfreien Produkten zur Selbstversorgung von Patienten möglicherweise abtrennen, um mit dem Erlös seine Finanzziele zu erreichen.

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck stellt sein Geschäft mit Gesundheitsprodukten wie Nasivin auf den Prüfstand. Der Vorstand bereite derzeit strategische Optionen für das Consumer-Health-Geschäft mit seinen weltweit 3800 Mitarbeitern und einem Umsatz von zuletzt 860 Millionen Euro vor, teilte der Dax-Konzern am Dienstag mit. Das könnten eine vollständige oder teilweise Veräußerung sein wie auch strategische Partnerschaften.

"Wir halten es für zunehmend herausfordernd, dieses Geschäft intern so zu finanzieren, dass es die notwendige Größe erreichen kann", begründete Manager Belén Garijo die Pläne. Erlöse aus einem möglichen Verkauf will Merck für das Erreichen der Finanzziele einsetzen.

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Konzern-Chef Stefan Oschmann ergänzte: "Wir haben Merck in den letzten Jahren zu einem führenden Wissenschafts- und Technologieunternehmen weiterentwickelt." Die Sparte mit Gesundheitsprodukten setze dagegen im Wesentlichen auf seine Biopharma Pipeline. Ein Sprecher erklärte, Merck stehe mit seinen Plänen noch ganz am Anfang. Ein möglicher Verkauf der Sparte werde sicher nicht mehr 2017 über die Bühne gehen.

Life-Science-Geschäft Merck streicht 200 Stellen

Der Pharmakonzern Merck plant bis 2022 die Einstellung des Betriebs an den Standorten Steinheim, Eppelheim, Hohenbrunn und Berlin. 200 Arbeitsplätze fallen dadurch weg.

Merck will mehrere Standorte schließen. Quelle: dpa

Bereits vor Jahren hatten Branchenkenner erwartet, dass Merck sich von der Sparte trennen könnte. Der damalige Vorstand hatte allerdings erklärt, das Geschäft habe zwar keine kritische Masse, könne aber über kleinere Zukäufe oder Partnerschaften wachsen.

An der Börse griffen die Anleger nach der Nachricht zu. Die Aktie stieg um 2,5 Prozent auf 94,30 Euro und war damit größter Gewinner im Leitindex Dax.  

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