Merck: Schöne Zahlen, aber keine neuen Medikamente

ThemaPharma

KommentarMerck: Schöne Zahlen, aber keine neuen Medikamente

Bild vergrößern

Im Arznei-Geschäft ist es Merck seit über zwanzig Jahren nicht gelungen, ein Medikament aus der eigenen Entwicklung auf den Markt zu bringen.

von Jürgen Salz

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck überzeugt an der Börse, aber nicht bei der Medikamenten-Entwicklung.

Der Merck-Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2012 gegenüber Vorjahr um fast neun Prozent auf 11,2 Milliarden Euro. Der operative Gewinn legte um neun Prozent auf fast drei Milliarden Euro zu. Das interne Sparprogramm greift. Der Aktienkurs steigt gerade, die Dividende wird auch zulegen. Soweit die guten Nachrichten.

Anzeige

Was bedenklich stimmt: Merck überzeugt zwar an der Börse, aber nicht bei der Medikamenten-Entwicklung. Das Arznei-Geschäft trägt über die Hälfte zum Merck-Umsatz bei. Und dort ist es Merck seit über zwanzig Jahren nicht gelungen, ein Medikament aus der eigenen Entwicklung auf den Markt zu bringen.

Ein Hoffnungsträger nach dem anderen floppte. Zuletzt, Ende Februar, verfehlte bei klinischen Tests das Mittel Cilengitide gegen Hirntumore die erhofften Ergebnisse. Davor, in den vergangenen Monaten und Jahren, scheiterte Merck unter anderem mit einem Krebs-Impfstoff, einem Multiple-Sklerose-Präparat und einem Lungenkrebsmittel.

Steigende Flop-Rate Traditionskonzern Merck - der Loser im Pharmageschäft

Merck hat einen Titel, den kein Unternehmen haben möchte. Es ist das erfolgloseste in seinem Geschäftsfeld. Mit einer Radikalkur wollen Konzernchef Kley und Pharmaboss Oschmann jetzt die Pillensparte retten.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Seine steigenden Umsätze und Gewinne verdankt Merck vor allem den Flüssigkristallen, die ein unverzichtbarer Bestandteil in Smartphone-Displays und Flachbildfernsehern sind, sowie den Erträgen bestehender Medikamente, die Merck erfolgreich von außen zugekauft hat.

weitere Artikel

Die Schwächen in der eigenen Forschung und Entwicklung versucht Pharma-Chef Stefan Oschmann, seit zwei Jahren im Amt, zu beseitigen. Er trennte sich von jedem zweiten Top-Manager, strich etliche Entwicklungsprojekte und setzte neue Strategieziele. Alles mit dem Ziel, die  dümpelnde Organisation effizienter und schneller zu machen. Ob er damit Erfolg hat, wird sich erst in drei bis fünf Jahren zeigen – die Entwicklung von neuen Arzneien dauert lange.

Merck-Konzernchef Karl-Ludwig Kley ist für dieses und nächstes Jahr noch zuversichtlich, dass Umsatz  und Gewinn weiter zulegen. Um  auch mittelfristig gesund und erfolgreich zu sein, braucht Merck bald neue Medikamente – am besten aus der eigenen Entwicklung.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%