Messe in Düsseldorf: Bootsbauer auf dem Ökotrip

Messe in Düsseldorf: Bootsbauer auf dem Ökotrip

von Franz W. Rother

Auch auf dem Wasser werden Ökoaspekte immer wichtiger. Wer sich bei der Fahrt über Seen und Flüsse nicht allein auf die Muskelkraft und den Wind verlassen will, treibt sein Boot mit Elektromotoren an. Eine neue Generation von Yachten geht mit einem Hybridantrieb auf große Fahrt. Impressionen von der boot Düsseldorf.

Ein Druck auf den Startknopf - und nichts geschieht. Weder rumpelt ein Dieselmotor los, noch beginnt das Deck zu vibrieren. Nur ein paar grüne Lämpchen zeigen an, dass die Jacht jetzt startklar ist. In Gedanken schiebe ich den Fahrthebel nach vorn, um Fahrt aufzunehmen und das 40 Fuß lange Boot aus dem Hafenbecken hinaus zu manövrieren. Die Sicht ist klar, der Wind hat allenfalls Stärke 1 auf der Beaufortskala. Ideale Bedingungen also.

Dennoch ziehe ich die Hand wieder zurück. Mit gutem Grund: Die schnittige Greenline 40 hat nicht einmal einen Handbreit Wasser unterm Kiel, sondern ruht in einer Art Trockendock mitten in Halle 4 der Düsseldorfer Messe.

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Die Testfahrt mit dem neuen Hybridboot, das Rok Babarovic von der Seaway-Werft aus dem slowenischen Begunje an den Rhein mitgebracht hat, muss leider ausfallen. Schade, denn die Greenline steht für eine neue Generation von Motorbooten, mit der sich auch Naturliebhaber anfreunden können: Flüsterleise in den Häfen, durch große Solarpanels auf dem Oberdeck autark in der Stromversorgung und dank Hybridantrieb sparsam im Spritverbrauch.

Hybridmotor für die Yacht

Die beiden von Volkswagen produzierten, jeweils 150 PS starken Mercruiser-Dieselmotoren begnügen sich, wenn sie nicht allzu stark gefordert werden, mit drei Litern Sprit pro Stunde. Und mit einer Ladung der schrankgroßen, 23 Kilowattstunden starken Lithium-Ionen-Batterien von Dow-Kokam kommt die Yacht bei einer Geschwindigkeit von vier Knoten etwa 20 Meilen weit.

Für Landratten: Auf Straßenverhältnisse umgerechnet ist das eine Entfernung von 37 Kilometern bei knapp acht km/h. Das reicht etwa für eine Fahrt von Friedrichshafen nach Bregenz am Bodensee. Bei strahlendem Sonnenschein vielleicht auch noch für die Rückfahrt. Denn über die 1390 Watt starke Solaranlage auf dem Dach wird dann die Batterie unterwegs wieder aufgeladen. Marketingmann Babarovic jedenfalls ist überzeugt: „Das ist die Zukunft“.

Hoher Preis für Hybridantrieb

Noch ist die Zukunft ein recht teurer Spaß. Konventionell mit zwei Dieselmotoren angetrieben kostet die Greenline 40 schon stattliche 214.700 Euro – mit Hybridantrieb werden es 50.000 Euro mehr. Und das Solarpaket schlägt noch einmal mit über 9000 Euro zu Buch. Wohl dem, der so aus dem Vollen schöpfen kann, um seinem Hobby zu frönen. Die Berechnung der Amortisationszeiten fällt auch Marketingmann Babarovic schwer.

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