Microsoft, IBM, Schaeffler: Was sich Industrie-Konzerne von Software-Giganten abschauen

Microsoft, IBM, Schaeffler: Was sich Industrie-Konzerne von Software-Giganten abschauen

, aktualisiert 04. Oktober 2016, 11:26 Uhr
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200 Millionen US-Dollar investiert IBM in die weltweite Zentrale für Watson in München.

von Martin WocherQuelle:Handelsblatt Online

Schaeffler, IBM und ABB, Microsoft: Immer mehr industrielle Schwergewichte suchen die Nähe zu IT-Konzernen. Beiden Seiten ist klar: Nur wenn sie zusammenarbeiten, gelingt die digitale Transformation in die Industrie 4.0.

DüsseldorfEr versorgt bereits Rechtsanwälte in Sekunden mit längst gefällten Urteilen oder gibt Ärzten Behandlungsvorschläge bei komplizierten Krankheiten. IBMs Supercomputer Watson stellt schon seit einiger Zeit unter Beweis, wie intelligente digitale Datenbanken Menschen bei wichtigen Entscheidungen unterstützen können. Jetzt macht sich Watson auf, ein neues, vielversprechendes und riesiges Terrain zu erobert: die Industrie. 

Weltweit unternehmen Konzerne wie auch mittelständische Firmen große Anstrengungen, ihre Abläufe so miteinander zu vernetzen, dass sie produktiver und effizienter arbeiten können und nebenbei ganz neue Geschäftsmodelle entstehen. 

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So haben an diesem Dienstag zwei industrielle Schwergewichte wegweisende Kooperationen mit IT- und Software-Giganten geschlossen: der Elektrokonzern und Siemens-Rivale ABB mit Microsoft  und der Auto- und Industrie-Zulieferer Schaeffler mit IBM. Big Blue, wie IBM auch genannt wird, will mit Schaeffler neue Möglichkeiten im Internet der Dinge erproben. 

Große Hoffnungen setzen beide Unternehmen in ihrer strategischen Partnerschaft dabei auf die kognitive Intelligenz von IBMs Watson-System. In verschiedenen Produktionsbereichen sollen künftig mit Hilfe von Sensoren gesammelte Daten analysiert und die Ergebnisse für optimierte Produktionsketten sowie neue Services genutzt werden. „Wir wollen Schaeffler bei der digitalen Transformation unterstützen“, sagte Jürgen Henn von IBM Global Business Services dem Handelsblatt. 

Ab Oktober sollen in einem ersten Schritt alle datenbasierten Services von Schaeffler über eine digitale Plattform laufen, die die Partner als ein digitales Ökosystem gemeinsam aufgebaut haben. „Wir konzentrieren uns insbesondere auf die sensorische Erweiterung bestehender sowie die Entwicklung neuer Produkte mit integrierter Software“, sagte Gerhard Baum, Digital-Chef der Schaeffler Gruppe. Dabei sollen Maschinen und Transportmittel, aber auch die einzelnen Werke untereinander sowie die gesamte Lieferkette verknüpft werden. 

Der Elektrokonzern und Infrastrukturanbieter ABB holt sich für die Entwicklung neuer digitaler Lösungen für Industriekunden dagegen den US-Software-Giganten Microsoft an die Seite. Beide verkündeten ebenfalls an diesem Dienstag eine entsprechende strategische Partnerschaft. ABB- Kunden sollen künftig von Microsofts intelligenter Cloud Azure und ABBs Erfahrungen bei Industrie-Lösungen profitieren. ABB will sich mit dem IT-Riesen vor allem auf die digitale Transformation in Bereichen wie Robotik, Schifffahrt und Häfen, Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energien konzentrieren. 


Software-Konzerne investieren Milliarden Euro

IT- und Software-Konzerne wie IBM und Microsoft haben in den vergangenen Jahren Milliarden Dollar in den Ausbau und die Entwicklung ihrer digitalen Infrastruktur gesteckt. Erst vergangene Woche verkündete der deutsche Softwarekonzern SAP, bis 2020 zwei Milliarden Euro für die Entwicklung neuer Digitalisierungs-Produkte für Unternehmen auszugeben. 

Zunehmend suchten Kunden nach neuen Möglichkeiten, ihre Abläufe mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und Internet der Dinge neu zu gestalten, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Deshalb wird IBM in seine neue weltweite Zentrale für seinen Supercomputer Watson, die in München liegt, 200 Millionen Dollar (rund 178 Millionen Euro) investieren. Mit der Investition, die eine der größten von IBM in Europa sei, reagiere man auf diese steigende Nachfrage. 

IBM hatte die Eröffnung des Zentrums in München im Dezember vergangenen Jahres angekündigt. Kunden, Start-ups, Partner, Universitäten und Forschungseinrichtungen sollen dort Zugang zu der intelligenten Watson-Plattform bekommen. Sie können damit neue Geschäftsmodelle, Lösungen und Services erproben. 

Innerhalb des ersten Jahres will das Unternehmen zunächst 700 Mitarbeiter an dem Standort beschäftigen. Insgesamt sind bis zu 1000 Stellen für Entwickler, Berater, Forscher und Designer geplant. Eine weitere Watson-Zentrale hatte IBM im Oktober 2014 in New York eröffnet. Insgesamt will das Unternehmen rund drei Milliarden Dollar in das Thema Internet der Dinge investieren. 

Viele Industriefirmen waren in der jüngeren Vergangenheit eher zögerlich, entsprechende Kooperationen mit IT- und Software-Konzernen einzugehen. Sie fürchteten, die Hoheit über die Daten zu verlieren, die ihre Maschinen täglich millionenfach liefern und die Basis für neue Geschäfte wie die vorausschauende Wartung sind. Doch inzwischen haben beide Seiten verstanden, dass sie sich gegenseitig brauchen und auch beide Seiten profitieren können.

Quelle:  Handelsblatt Online
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