Midea: Drei Szenarien für den Kampf um Kuka

Midea: Drei Szenarien für den Kampf um Kuka

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Übernahme-Krimi bei Kuka.

von Stefan Hajek

Übernahme-Krimi bei Kuka: Midea bekommt sogar mehr Kuka-Aktien als nötig. Doch im Markt herrscht noch ein Rest Unsicherheit. Könnte der Deal noch platzen? Drei Szenarien und die größten Hürden.

Was ist los bei Kuka? Die Übernahme durch den chinesischen Konzern Midea ist nicht mehr aufzuhalten. Neusten Meldungen zufolge besitzen die Chinesen inzwischen mehr als 57 Prozent aller ausstehenden Kuka-Papiere; benötigt hatten sie eigentlich nur 30 Prozent. Stand heute, Donnerstag, haben ihnen sogar schon mehr als 70 Prozent der freien Aktionäre ihre Titel angedient- Die erste offizielle Frist zur Annahme des Angebots läuft zwar morgen, Freitag, aus. Doch weil es noch einmal eine zweiwöchige Nachspielzeit gibt, ist es alles andere als unwahrscheinlich, dass Midea am Ende sogar mehr als 75 oder gar 90 Prozent der Kuka-Anteile bekommt.

Dann wäre sogar eine Zwangsabfindung (Squeeze-Out) der verbleibenden freien Kuka-Aktionäre denkbar; Midea und Kuka haben zwar öffentlich verlautbart, an einem Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag (möglich ist dieser ab 75 Prozent der Kuka Aktien bei Midea) kein Interesse zu haben, und schon gar nicht an einer Komplett-Übernahme. Auszuschließen ist das aber nicht, auch, wenn Midea vermutlich ein paar Monate oder gar Jahre ins Land ziehen lassen wird, ehe eine Komplettübernahme durchgezogen würde: Zu nervös reagierten wichtige Kuka-Kunden wie die deutsche Autoindustrie und auch die Politik, die Daten- und Know-how-Klau fürchten und lieber einen europäischen Käufer gehabt hätten.

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Darum geht es: Der chinesische Hausgerätehersteller Midea bietet den Aktionären des Augsburger Maschinenbauers noch bis Freitag, den 15. Juli, 115 Euro pro Aktie in bar. „Danach wird es noch einmal eine zweiwöchige Nachfrist bis Anfang August geben für die Anleger, die zunächst unentschlossen waren und noch nicht an Midea verkauft haben“, sagt Kuka-Sprecherin Katrin Stuber-Koeppe.

Kuka-Übernahme Chinesischer Investor hält jetzt fast 60 Prozent

Der chinesische Investor Midea wollte mindestens 30 Prozent der Anteile am Roboterbauer Kuka kaufen. Dieses Ziel haben die Chinesen schon weit übertroffen - um fast das Doppelte.

Bei der Gebrauchtwarenmesse "Resale" in der Karlsruher Neuen Messe wird ein Kuka-Industrieroboter zum Verkauf angeboten. Quelle: dpa

Midea hatte sich bereits Anfang des Jahres rund 13 Prozent an Kuka gesichert und dann die Übernahmepläne bekannt gemacht. Die beiden Kuka-Großaktionäre, der Unternehmer Friedhelm Loh und der Maschinenbau-Konzern Voith, haben sich Anfang Juli entschieden, sich von ihren Anteilen von zusammen rund 35 Prozent zu trennen und das Midea-Angebot anzunehmen. Dadurch schnellten die Midea-Anteile von davor 17,7 auf 57,3 Prozent nach oben. Für den Kauf der im Rahmen des Übernahmeverfahrens angebotenen Aktien muss Midea jetzt mehr als zwei Milliarden Euro aufbringen. Inzwischen haben weitere Kuka-Aktionäre Midea ihre Papiere angedient.

Was Kuka-Aktionäre nun tun können

Dass der Kuka-Kurs fast zwei Monate nach Veröffentlichung des Midea-Übernahmeangebots am 18. Mai noch immer rund zehn Euro oder sechs Prozent unter den gebotenen 115 Euro liegt, zeigt, dass im Markt noch ein Rest Unsicherheit herrscht: Könnte die Übernahme doch noch platzen?


Denn dann würde die Aktie sicherlich ins Trudeln geraten. Schließlich lag das Midea-Angebot erheblich über dem Kurs der letzten Monate und trieb die Aktie der Augsburger in Bewertungs-Relationen, in die sie alleine nicht so ohne weiteres und wenn, dann nur in vielen Jahren hineinwachsen könnten.

Wie wahrscheinlich ist ein Scheitern der Übernahme noch? Drei Szenarien sind denkbar:

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