Mischkonzern: Finanztransaktionsteuer kostet Siemens 100 Millionen Euro

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Die Finanztransaktionsteuer würde Siemens 100 Millionen Euro kosten

von Henning Krumrey

Die von Union und SPD geplante Finanztransaktionssteuer wird den Siemens-Konzern jährlich rund 100 Millionen Euro kosten.

Das sagte der Leiter der Siemens-Steuerabteilung, Christian Kaeser. Siemens hat wie viele Unternehmen seine Fachabteilung, die sich mit dem Disponieren und Anlegen des Firmengelds und mit Finanzierungsgeschäften mit ihren Kunden befasst, in eine separate Tochtergesellschaft ausgelagert. Sie würden behandelt wie Banken.

Besonders ärgerlich sei, dass unter der Transaktionssteuer auch die betriebliche Altersvorsorge leide. „Die Gelder für unsere Pensionäre sind fast ausschließlich in Fonds auf Aktien und Anleihen angelegt, die aktiv gemanagt werden“, so Kaeser. „Da fällt bei jeder Umschichtung die Steuer mit mindestens vier Mal 0,1 Prozent an: Die Umschichtung besteht ja aus einem Verkauf und einem Kauf. Das belastet massiv die betriebliche Altersvorsorge und geht damit zulasten der Pensionäre!“

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Gleiches gelte für die Absicherung von Währungsrisiken. Für eine Lieferung von Lokomotiven nach Großbritannien etwa müsse Siemens den Wechselkurs zum Pfund absichern. Künftig werde das teurer. „Irgendwann wird es attraktiver, nicht mehr das Währungsrisiko abzusichern, sondern gleich in den Märkten zu produzieren. Dann gefährdet die Finanztransaktionsteuer auch Arbeitsplätze in Deutschland.“

Das Ziel der Politik, mit der Finanztransaktionsteuer die Geldinstitute für die Kosten der Bankenkrise heranzuziehen, wird nach Kaesers Ansicht in jedem Fall verfehlt. „Die Banken werden die Steuer nie zahlen, sondern immer auf die Kunden abwälzen, egal, ob das Großunternehmen, Mittelständler oder Privatleute sind.“ Wer könne, werde auf Geldgeber außerhalb der EU ausweichen. „Die Banken werden also insoweit nicht abkassiert, um die Folgen der Finanzkrise zu begleichen. Sie werden allenfalls geschädigt, indem ihr Geschäft vertrieben wird. Und zwar klassisches Bankgeschäft.“

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