Mobileye: Israelis erteilen Tesla eine Abfuhr

Mobileye: Israelis erteilen Tesla eine Abfuhr

, aktualisiert 27. Juli 2016, 08:16 Uhr
von Thomas JahnQuelle:Handelsblatt Online

Tesla verliert einen wichtigen Baustein für das autonome Fahren. Der US-Elektroautobauer sei zu risikofreudig, meint der Zulieferer Mobileye. Das junge Unternehmen aus Israel gibt BMW den Vorzug.

Mobileye ist das Auge für selbstfahrende Autos. Die israelische Firma ist einer der Pioniere in dem Bereich, seine Software, Chips und Kameras sind unverzichtbar für Autohersteller. „Sie sind in ihrem Bereich die Besten in der Welt, und deswegen nutzen wir sie“, schrieb auch Tesla noch vor wenigen Monaten.

Doch damit ist nun Schluss. Überraschend trennen sich Mobileye und der E-Auto-Hersteller ab Herbst. „Wir haben einfach entschieden, unsere Ressourcen für die Zukunft der selbstfahrenden Autos woanders zu konzentrieren“, sagte Amnon Shashua, Cheftechnologe von Mobileye, auf einer Telefonkonferenz.

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Ganz klar ist nicht, wer wem kündigte. Auf die konkrete Frage eines Analysten wich Shashua aus. Aber als Grund steht der Tod eines Tesla-Fahrers vor wenigen Wochen im Raum, dessen Autopilot einen querstehenden Lastwagen mit einer Brücke verwechselte. Für manche Branchenexperten führt Tesla zu früh die Assistenzsysteme ein. Sie könnten dem Fahrer eine falsche Sicherheit geben, obwohl Tesla etwa davor warnt, die Hände vom Steuer zu nehmen.

Das ist der neue Tesla-Masterplan

  • SolarCity

    Ein integriertes System aus Solarzellen und Hausbatterien soll die Energieversorgung revolutionieren.

  • Tesla

    Weitere Elektro-Modelle sollen neue Fahrzeugsegmente erschließen, damit alle Kunden zufrieden gestellt werden können.

  • Autopilot

    Die Selbstfahr-Fähigkeit soll dank den Erfahrungen aus der Tesla-Flotte zehnmal sicherer werden als ein menschlicher Fahrer.

  • Sharing

    Das Auto soll dazu fähig sein, als Teil einer Carsharing-Flotte Geld zu verdienen, wenn der Fahrer es gerade nicht braucht.

Mobileye reagierte auf den Unfall mit Kritik, das Tesla-System sei nicht ausgereift. Der Autopilot des israelischen Zulieferers könne erst ab 2018 querstehende Fahrzeuge erkennen. „Wir wollen enger mit Herstellern wie BMW und Intel zusammenarbeiten und kein reiner Zulieferer sein“, teilte Mobileye mit, „um die Reputation und Wahrnehmung von selbstfahrenden Autos zu schützen.“

Die Aktionäre von Mobileye waren geschockt. Der Kurs der Aktie fiel um rund elf Prozent. Die Reaktion ist laut Analyst Itay Michael von Citigroup übertrieben. „Wir glauben nicht, dass Tesla eine wichtige Rolle für Mobileyes Geschäftsergebnisse spielt.“ Auch künftig wäre der Anteil von Tesla mit zwei Prozent an den erwarteten Umsätzen 2019 gering.

Die Zusammenarbeit mit BMW und Intel wurde erst vor wenigen Wochen bekanntgegeben. Für Mobileye ist sie nicht exklusiv. „Die Partnerschaft ist die erste signifikante Kooperation dieser Art, und wir erwarten weitere“, sagte Vorstandschef Ziv Aviram.


Quelle:  Handelsblatt Online
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