Mögliche Übernahme : Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Siemens und Alstom

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Mögliche Übernahme : Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Siemens und Alstom

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Siemens-Chef Joe Kaeser denkt darüber nach, ein Kaufangebot für die Energie-Geschäfte des französischen Konkurrenten Alstom zu unterbreiten. Übernimmt sich Siemens damit?

von Rebecca Eisert

Der Aufsichtsrat hat zugestimmt: Siemens bietet für das Energiegeschäft des französischen Konkurrenten Alstom und wird dafür wohl seine Zugsparte abgeben. Was steckt hinter den Überlegungen der deutsch-französischen Fusion? Wo lauern Gefahren, wo Chancen?

Warum bietet Siemens für Teile des kriselnden französischen Konzerns Alstom?

Siemens-Chef Joe Kaeser hat gar keine andere Wahl, als selbst ein Angebot für Alstom zu unterbreiten. Tut er es nicht, überlässt er seinem größten Konkurrenten, dem US-Konzern General Electric kampflos das Feld und ermöglicht den Amerikanern damit den verstärkten Zugriff auf den europäischen und natürlich auch deutschen Markt. Das Interesse an Alstom ist aber nicht gänzlich neu. Bereits 2004 wollte Siemens ein Angebot für den strauchelnden Technologiekonzern unterbreiten (s.u.).

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Welche Risiken lauern auf dem französischen Markt?

Die französischen Gewerkschaften gelten als rigoros und extrem schwierige Verhandlungspartner. Sie zeigen sich von den Übernahmegesprächen wenig begeistert und befürchten einen massiven Stellenabbau, wenn Siemens zum Zuge käme, da es viele Überschneidungen im Geschäft der beiden Rivalen gäbe. Kaeser versuchte daher im Vorfeld der Gespräche mit einer dreijährigen Jobgarantie für die Alstom-Mitarbeiter zu punkten. Alstom hat rund 18.000 Mitarbeiter in Frankreich, das entspricht 20 Prozent der Belegschaft. GE beschäftigt dort 10.000 Menschen und Siemens 7000.

Welche Geschäfte zählen zur Energiesparte von Alstom? Wie würden sich Alstom und Siemens dabei ergänzen?

Alstom unterteilt in seinem Geschäftsbericht nach vier Sparten: Thermal Power, Renewable Power, Grid und Transport. "Die" Energiesparte gibt es so also nicht. Siemens interessiert sich für die drei Bereiche Kraftwerke (Thermal Power), erneuerbare Energien (renewable) und die Stromübertragungstechnik (Grid). Damit machte Alstom im Geschäftsjahr 2012/2013 gut drei Viertel seines Umsatzes. Konkret geht es um schlüsselfertige Kraftwerke, die Strom aus Gas, Kohle, Wasser, Wind und Solarwärme erzeugen - und um Komponenten für Kernkraftwerke. Die liefern in Frankreich 75 Prozent des benötigten Stroms.

In erster Linie baut Alstom Dampfturbinen, für die fossilen Kraftwerke sind es Gasturbinen, Turbinenschaufeln, Generatoren, Dampferzeuger, Kohledioxidabscheider, Luftvorwärmer, Kraftwerkschemie und Kontrollsysteme. Beim Geschäft mit den erneuerbaren Energien stehen Windturbinen im Vordergrund. Dazu liefert Alstom die passende Stromübertragungstechnik, etwa zur Anbindung von Windkraftanlagen von See und an Land ins öffentliche Stromnetz. Dazu zählen auch riesige Umspannwerke und Umspannplattformen, die dafür sorgen, dass der von Windmühlen erzeugte Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt wird. Zum Bereich "Grid" zählen Produkte wie Hochspannungsschaltgeräte, Transformatoren und Systeme zur Hochspannungs-Gleichstromübertragung.

Wo der Elektronik- und Industriegigant heute noch technologisch führt

  • Gasturbinen

    Gasturbinen In Erlangen, Berlin und Mülheim hat Siemens die effizienteste Gasturbine der Welt mit einem Wirkungsgrad von rund 60 Prozent entwickelt. Ein Kohlekraftwerk kommt nur auf die Hälfte.

  • Computertomografie

    Die aus Erlangen stammenden Computertomografen gelten in der Medizin als die besten dank der Top-Bildgebung und geringer Strahlenbelastung.

  • Windenergie

    Im Østerild in Dänemark testet Siemens die erste Sechs-Megawatt-Windturbine, angetrieben von einem 154-Meter-Rotor. Es ist das größte Offshore-Windrad der Welt

  • Industrie- Automation

    Das Geschäft mit Sitz in Erlangen gilt als führend in Sachen Industrieroboter. Damit ist Siemens Vorreiter in dem Digitalisierungsprojekt „Industrie 4.0“ der Bundesregierung.

  • Energieübertragung

    2009 hat Siemens die weltweit erste Anlage zur Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) mit 800 000 Volt in Betrieb genommen. HGÜ ist wichtig beim Netzumbau.

Als besonders zukunftsträchtig gelten Lösungen rund um das "Smart Grid". Das "intelligente" Netz soll unter anderem die stark-schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien aufnehmen können und passende Speicherlösungen finden. Die Stromübertragungstechnik ist derzeit der zweitgrößte Umsatzbringer der Franzosen hinter dem Kraftwerksgeschäft.

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