Möglicher Salesforce-Verkauf: Größtmögliche Demütigung für Gründer Benioff

AnalyseMöglicher Salesforce-Verkauf: Größtmögliche Demütigung für Gründer Benioff

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Mögliche Übernahmeangebote bei Salesforce. Dies beschert der Salesforce-Aktie einen Zuwachs von knapp 12 Prozent an der Börse.

von Michael Kroker

Angeblich sondiert der US-Cloud-Anbieter Salesforce mögliche Übernahmeangebote. Microsoft und Oracle sind im Gespräch. Aus zwei Gründen wäre ein solcher Deal aber schwer vorstellbar.

Laut eines Berichts der amerikanischen Nachrichtenagentur Bloomberg aus der vergangenen Nacht sondiert der US-Anbieter von Cloud-Software Salesforce aktuell gemeinsam mit Banken mögliche Übernahmeangebote potenzieller Käufer. Angeblich habe ein Interessent bei Salesforce angeklopft, es sei aber noch nicht gewiss, ob ein Deal überhaupt zustande käme.

An der US-Börse sprang die Salesforce-Aktie um fast 12 Prozent und bewertete das Unternehmen mit rund 49 Milliarden Dollar. Mit anderen Worten: Unter 50 Milliarden Dollar wäre der Weltmarktführer im Cloud Computing kaum zu haben - so wäre eine entsprechende Transaktion die größte Übernahme in der Geschichte der Software-Industrie überhaupt.

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Dies schränkt den Kreis potenzieller Käufer bereits massiv ein: Auf der Hand liegen vor allem die amerikanischen Software-Riesen Oracle und Microsoft. Beide arbeiten ebenfalls seit Jahren daran, ihre Kernprodukte wie etwa die Unternehmenssoftware bei Oracle oder das Office-Paket bei Microsoft in die Cloud zu verlegen. Zudem verfügen beide wohl über die notwendige finanzielle Power, um einen Deal dieser Größenordnung durchziehen zu können.

Das sähe beim deutschen Wettbewerber SAP schon ganz anders aus: Aktuell sind die Walldorfer an der Börse rund 85 Milliarden Euro schwer und dürften sich schwer tun, eine solche Übernahme zu stemmen - auch wenn Salesforce inhaltlich gut zu SAP passen würde. Als weitere potenzielle Interessenten werden zudem IBM und Hewlett-Packard genannt - beide sind IT-Gemischtwarenläden, die die Cloud als eines ihrer strategischen Wachstumsziele auserkoren haben.

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Zwei Dinge sprechen gegen das Zustandekommen einer Übernahme von Salesforce: Zum einen dürfte ein solcher Deal am Ende die Kartellwächter auf den Plan rufen. Denn wenn mit Salesforce der Cloud-Weltmarktführer von einem der verbleibenden IT-Riesen geschluckt würde, würde das die Vielfalt im Software-Geschäft deutlich schmälern - und der Markt noch weiter als bisher in Richtung Oligopol rücken.

Vor allem aber würde ein solcher Deal nicht recht zum Naturell von Salesforce-Gründer und CEO Marc Benioff passen. Grund: Der exzentrische und lautsprecherische Benioff hat in den vergangenen Jahren keine Gelegenheit ausgelassen, die in seinen Augen veralteten Anbieter herkömmlicher Software wie Microsoft und SAP als IT-Dinosaurier zu verhöhnen. Um sich nun von einen von ebenjenen aufkaufen zu lassen?! Dies wäre nicht weniger als die größtmögliche Demütigung für Benioff - und eigentlich kaum vorstellbar.

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