Mongolei: Deutsche Firmen stehen vor Milliardenaufträgen

Mongolei: Deutsche Firmen stehen vor Milliardenaufträgen

, aktualisiert 10. Oktober 2011, 15:49 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Für die Mongolei ist es eine Premiere: Ab Mittwoch besucht mit Kanzlerin Angela Merkel zum ersten Mal ein deutsches Regierungsoberhaupt das Land. Die deutsche Industrie hofft auf Milliardengeschäfte.

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Die riesige Kupfermine Tavan Tolgoi in der Mongolei.

Ulan BatorDas deutsch-australische Konsortium aus BBM Operta (Mülheim/Ruhr) und Macmahon aus Australien kann auf ein Milliardengeschäft mit dem staatlich mongolischen Unternehmen Erdenes TT über Koks-Kohleabbau hoffen. Hinter der Firmengruppe BBM Operta stehen Flaggschiffe der deutschen Industrie wie RWE, Thyssen-Krupp und Siemens.

Das Unternehmen könnte sich damit eine führende Position auf dem rasant wachsenden Bergbaumarkt in der Mongolei sichern. Internationale Bergbaukonzerne liefern sich gegenwärtig ein Rennen um die Förderung der reichen Bodenschätze des Landes. 

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Ein hoher Diplomat im Berliner Kanzleramt sagte, die Verhandlungen seien „sehr fortgeschritten“: „Ich gehe davon aus, dass das unterzeichnet wird.“ Es wäre das erste große Bergbauprojekt, das die Mongolei an deutsche Unternehmen vergibt. 

Rund 100 Millionen Tonnen Kokskohle sollen in den nächsten zehn Jahren in Tavan Tolgoi rund 540 Kilometer südlich von Ulan Bator gefördert werden. Das damit verbundene Gesamtauftragsvolumen wird „auf rund zwei Milliarden US-Dollar“ beziffert. Die Mine ist eine der größten noch unerschlossenen Kohlelagerstätten der Welt. Der aktuelle Mongolia Mining Report schätzt die jährliche Produktion auf sechs Milliarden Tonnen. 


Der Rohstoffabbau hat gerade erst begonnen

Die Mongolei gehört zu den zehn Ländern mit den reichsten Bodenschätzen. Und der Abbau der Rohstoffe hat gerade erst begonnen. Der Mongolia Mining Report prognostiziert für die kommenden Jahre einen starken Anstieg der Produktion von Gold, Kupfer und Kohle. Auf diese Weise soll der Bergbausektor von 2,6 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr auf 11,5 Milliarden Dollar im Jahr 2015 wachsen.   

Möglich macht diesen Anstieg auch ein laut Experten in den vergangenen Jahren deutlich verbessertes wirtschaftliches Umfeld. Die Marktwirtschaft habe heute „eine solide Grundlage“ in der Mongolei, sagte Ministerpräsident Sukhbaatar Batbold. Mehr als 80 Prozent der Wirtschaftsleistung stammt aus dem Privatsektor. „Das ist eine unumkehrbare Entwicklung“, sagte Batbold. 

Im Bergbausektor wolle das Land jedoch „nicht nur ein Rohstoffexporteur sein“, sagte Batbold. „Wir haben die Rohstoffe, Deutschland hat die Technologie und gutes Know-how. Wenn wir das miteinander verbinden, haben beide Länder etwas davon.“ 

Bisher haben andere Unternehmen die Nase vorn. So gehört die riesige Lagerstätte Oyu Tolgoi im Süden des Landes zu 66 Prozent gehört dem Bergbaukonzern Ivanhoe mit Sitz in Vancouver, an dem Rio Tinto (London) zu 49 Prozent beteiligt ist. Die Unternehmen haben bereits 2,6 Milliarden US-Dollar investiert, die Mine ist zur Hälfte erschlossen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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