Monsanto: Bayers Übernahmeziel macht wieder Gewinn

Monsanto: Bayers Übernahmeziel macht wieder Gewinn

von Jürgen Salz

Vor allem dank guter Geschäfte in Südamerika kann der US-Konzern Monsanto wieder punkten. Die Geschäfte mit dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat bleiben jedoch problematisch.

Der US-Agrarkonzern Monsanto hat vor der geplanten Rekordübernahme durch den deutschen Chemieriesen Bayer einen Gewinn erwirtschaftet. Zwischen September und November erwirtschaftete das Unternehmen aus St. Louis im US-Bundesstaat Missouri einen bescheidenen Gewinn von 29 Millionen US-Dollar (27,6 Mio. Euro). Entscheidend dafür waren vor allem gute Geschäfte in Südamerika. Ein Jahr zuvor hatte Monsanto noch stark unter schwachen Geschäften in der Landwirtschaft gelitten und einen Verlust von 253 Millionen Dollar ausgewiesen. Wie der Konzern zudem mitteilte, legte der Umsatz im ersten Quartal im ersten Quartal um ein Fünftel auf 2,65 Milliarden Dollar zu.

Die verbesserten Zahlen verdankt Monsanto seinem Saatgut-Geschäft. In der Pflanzenschutz-Sparte bleibt es dagegen schwierig. Vor allem in Europa steht vor allem das Mittel Glyphosat in der Kritik, das als angeblich krebsgefährdend gilt. Die Verunsicherung der Bauern bekommt Monsanto schon seit einigen Monaten zu spüren. Zwischen September und November sank der Umsatz der entsprechenden Sparte „Agricultural Productivity“ im Vergleich zum Vorjahr von 820 auf 802 Millionen Dollar. Zwar konnte Monsanto höhere Mengen an Glyphosat absetzen, doch dafür sanken die Preise. Der Preisdruck wird laut Monsanto auch im zweiten Quartal noch anhalten.

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Das Geschäftsjahr von Monsanto endet jeweils am 31. August eines Jahres. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 brach zuletzt, auch wegen Glyphosat, der Nettogewinn um 43 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar ein; der Umsatz verringerte sich um zehn Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar.

Werner Baumann Bayer-Chef Baumann bekommt "Umwelt-Dinosaurier"

Beim Film gibt es die Goldene Himbeere für besonders schlechte Streifen. Der Nabu verleiht seit 1993 einen Dinosaurier als Umweltpreis. Das Gegenteil einer Auszeichnung geht an den Bayer-Chef.

Für die geplante Übernahme des Saatgutspezialisten Monsanto hat der Naturschutzbund Deutschland Bayer-Vorstandschef Baumann mit dem Negativ-Preis «Dinosaurier des Jahres» ausgezeichnet. Quelle: dpa

Nach monatelangem Poker hatte Bayer Mitte September die Übernahme des umstrittenen US-Saatgutherstellers verkündet. Mitte Dezember stimmten die Monsanto-Aktionäre dem rund 66 Milliarden US-Dollar schweren Gebot aus Deutschland zu. Monsanto-Chef Hugh Grant ist überzeugt, gemeinsam mit Bayer schneller zu Innovationen für die Landwirte zu gelangen.

Für die Rekord-Übernahme fehlen aber noch die Genehmigungen durch die Behörden rund um den Globus. Mit einem möglichen Abschluss des Geschäfts wird Ende 2017 gerechnet. Es wäre die größte Übernahme durch einen deutschen Konzern im Ausland. Der Zukauf würde Bayer mit einem Schlag zur weltweiten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln machen.

Mit Material von dpa

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