Nach Insolvenzantrag: Bafin prüft Solarworld-Informationen

Nach Insolvenzantrag: Bafin prüft Solarworld-Informationen

, aktualisiert 12. Mai 2017, 16:14 Uhr
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Nach dem Insolvenzvertrag überprüft die Finanzaufsicht Bafin nun das Vorgehen des größten deutschen Solarherstellers.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Finanzaufsicht Bafin prüft, ob Solarworld die Anleger nicht zu spät über die drohende Insolvenz informiert hat. Hat Solarworld-Chef Frank Asbeck das Risiko nur wenige Wochen zuvor heruntergespielt?

Bonn/BerlinNach dem Insolvenzantrag des größten deutschen Solarherstellers Solarworld am Donnerstag prüft die Finanzaufsicht Bafin, ob Anleger rechtzeitig informiert wurde. Eine entsprechende Meldung der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Freitag) bestätigte eine Sprecherin der Behörde. „Wir sehen uns an, ob seitens der Solarworld die Vorgaben zur Ad-hoc-Publizität eingehalten wurden“, sagte die Sprecherin. Nach den gesetzlichen Vorgaben sind Unternehmen verpflichtet, Insiderinformationen zum Geschäftsverlauf unverzüglich bekannt zu machen. Laut FAZ geht es darum, ob Asbeck das Überschuldungsrisiko in der Bilanzpressekonferenz wenige Wochen vor dem Insolvenzantrag heruntergespielt habe.

Asbeck verteidigte dagegen seine Informationspolitik. Er sei selbst von der Zuspitzung der Krise überrascht worden, sagte er dem Wirtschaftsmagazin „Capital“. Erst in den Tagen vor dem Insolvenzantrag habe sich gezeigt, „dass die Preise weiter fallen und wir unsere Langfristprognose nicht einhalten konnten“. Anfang Mai sei das noch nicht absehbar gewesen. „Da dachten wir, dass wir es schaffen können“, sagte er.

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Asbeck hatte bei der Firmenbilanz Ende März die dauerhafte Rückkehr in die schwarzen Zahlen bis 2019 in Aussicht gestellt. Auch bei der drohenden 720-Millionen-Euro-Klage eines US-Lieferanten hatte der Konzernchef von deutlichen Fortschritten berichtet. Bei dem Interview für „Capital“ hatte Asbeck sich noch am 2. Mai überzeugt gezeigt, dass der Sanierungsplan für Solarworld aufgehe. „Er ist stimmig, und wir hoffen, dass er nicht durch Marktverwerfungen konterkariert wird“, hatte er nach Angaben des Magazins gesagt. Gut eine Woche später, am 10. Mai, kündigte das Unternehmen den Insolvenzantrag an.

Quelle:  Handelsblatt Online
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