Nach Milliardenverlust: Probleme ohne Ende bei ThyssenKrupp

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Nach Milliardenverlust: Probleme ohne Ende bei ThyssenKrupp

von Andreas Wildhagen und Silke Fredrich

ThyssenKrupp hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2012/2013 einen Verlust von 1,205 Milliarden Euro eingefahren. Jetzt drohen sogar Kündigungen von Krediten der Banken.

Warten auf den Befreiungsschlag: In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2012/2013 (30.9.) fuhr der Konzern einen Verlust von 1,205 Milliarden Euro ein, wie der Konzern am Dienstag nach Börsenschluss mitteilte. Ursache dafür waren vor allem Abschreibungen auf Fehlinvestitionen in die Stahlwerksprojekte in Übersee.
Die Eigenkapitalquote sackte um weitere 1,5 Prozentpunkte auf magere acht Prozent ab. Das ist der mit Abstand schlechteste Wert alle Industrieunternehmen im Dax. Zum Stichtag 30.6.2013 lagen die Netto-Finanzschulden bei rund 5,3 Milliarden Euro.

ThyssenKrupp hatte danach zuletzt einen Anstieg des Verhältnisses der Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) auf 185,7 Prozent verzeichnet. Ist dies Ende September immer noch der Fall, droht eine Aufkündigung milliardenschwerer Kreditlinien: "Die ThyssenKrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss 150 Prozent zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet", heißt es im Zwischenbericht. "Es besteht ein Risiko, dass die Gearing-Grenze auch zum 30. September 2013 überschritten wird", heißt es dort weiter. In diesem Fall sollten "mit den involvierten Banken" Verhandlungen über einen Verzicht ("Waiver") auf die Grenzen aufgenommen werden - die Geldhäuser könnten der Stahlriese dann vorübergehend von der Einhaltung der Auflagen befreien.

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Die 150-Prozent-Regel gilt ThyssenKrupp zufolge für einen Vertrag mit einem Bankenkonsortium über eine "derzeit nicht in Anspruch genommene Kreditlinie von 2,5 Milliarden Euro". Diese läuft zum 1. Juli 2014 aus. "Dieser Vertrag kann mit sofortiger Wirkung gekündigt werden, wenn die Gearing-Grenze nicht eingehalten wird und dies von einer Bankengruppe verlangt wird, die mehr als 50 Prozent der Kreditlinie repräsentiert", räumt der Konzern ein. Der Konzern betont aber, er verfüge über ausreichende Mittel. "Selbst bei einer Überschreitung der Gearing-Grenze zum 30. September 2013 bietet die freie Liquidität auch im unwahrscheinlichen Fall einer Kündigung der Gearing-abhängigen Instrumente noch ausreichend Spielraum zur Deckung anstehender Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden", heißt es in dem Bericht weiter. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden bis zum Ende des nächsten Geschäftsjahres 2013/2014 beliefen sich auf 2,1 Milliarden Euro.

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