Nach Ölunfall: Brasilien brummt Chevron Bohrverbot auf

Nach Ölunfall: Brasilien brummt Chevron Bohrverbot auf

, aktualisiert 24. November 2011, 01:10 Uhr
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Chevron ist für einen Ölteppich vor der Küste Rios verantwortlich.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach Problemen mit einer Chevron-Probebohrung vor Brasiliens Küste schwamm ein Ölteppich auf dem Meer. Der Ölkonzern hat dafür eine erste Strafe gezahlt. Nun entzieht Brasilien Chevron die Bohrlizenz.

Sao PaoloBrasiliens Behörden haben nach dem Öl-Unfall vor der Küste des Landes sämtliche Bohraktivitäten des US-Konzerns Chevron auf brasilianischem Territorium suspendiert. Die Maßnahme gelte solange, bis die Ursachen für den Ölaustritt geklärt und die Verantwortlichen gefunden seien, teilte die Nationale Erdölagentur ANP am Mittwoch in Rio de Janeiro mit.

Die Entscheidung beruhe auf Analysen und technischen Beobachtungen, „die auf Seiten des Konzessionärs (Chevron) Fahrlässigkeit bei der Ermittlung fundamentaler Daten für die Bohrungen“ zeigten. Ursache des Ölunfalls sind möglicherweise Fehler bei der Druckberechnung für eine Bohrung.

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Die Regierung in Brasilia wirft Chevron vor, Informationen über das Ausmaß des Öllecks verschleiert und nicht schnell genug mit der Beseitigung des Ölteppichs begonnen zu haben. Der Präsident von Chevron Brasil, George Buck, sagte am Mittwoch bei einer Anhörung im Parlament in Brasília: „Ich bitte das brasilianische Volk und die brasilianische Regierung aufrichtig um Entschuldigung.“ Er hoffe, dass Chevron weiter Partner Brasiliens bleiben könne.

Chevron war am Montag mit einer ersten Strafe in Höhe von 50 Millionen Reais (20,5 Mio Euro) belegt worden. Doch muss der Konzern mit weiteren Bußgeldern rechnen, die die Summe mehr als verdreifachen könnten.

Bei der Probebohrung im Frade-Feld im Campos-Becken rund 370 Kilometer nordöstlich Rios war es am 7. November zu Problemen gekommen. Am Tag darauf wurde ein Ölteppich auf dem Meer entdeckt.

Chevron schätzt, dass insgesamt 2400 Barrel Öl (381 600 Liter) austraten. Andere Schätzungen liegen jedoch noch deutlich darüber. Nach Angaben der Nationalen Ölgesellschaft sei das Leck aber inzwischen unter Kontrolle.

Quelle:  Handelsblatt Online
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