Nach Produktionsausfällen bei BMW: Bosch kauft italienischen Zulieferer

Nach Produktionsausfällen bei BMW: Bosch kauft italienischen Zulieferer

, aktualisiert 01. Juni 2017, 18:31 Uhr
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Bosch übernimmt den Zulieferer Albertini Cesare

Was tun, wenn ein kleiner Gussteil-Hersteller Probleme bereitet und eine ganze Lieferkette ins Stocken kommt? Bosch gibt eine Antwort: Die kleine Firma wird einfach gekauft.

Nach Lieferproblemen und Produktionsausfällen beim Kunden BMW zieht der Technologiekonzern Bosch Konsequenzen. Man habe am Donnerstag einen Vertrag zum Kauf des Zulieferers Albertini Cesare unterschrieben, teilte Bosch in Gerlingen mit. Von der italienischen Firma mit rund 400 Mitarbeitern bezieht Bosch Aluminium-Gussteile. Da diese ausblieben, musste der schwäbische Konzern unlängst Lieferungen an seinen Kunden BMW einschränken - das führte beim bayerischen Autobauer zu massiven Produktionsausfällen. Den entstandenen Schaden soll Bosch ersetzen. Zuvor hatte die „Heilbronner Stimme“ über den Kauf berichtet.

Bosch Lieferprobleme bei BMW gelöst

Bosch hatte Autobauer BMW mit Lieferproblemen ordentlich in die Bredouille gebracht - mehrere Werke mussten ihre Produktion drosseln. Nun sei der Engpass aber behoben, heißt es beim Autozulieferer.

Im BMW-Werk in Leipzig steht ein BMW 1er auf dem Fertigungsband. Quelle: dpa

Bosch begründete den Kauf damit, dass man künftig „eine zuverlässige Versorgung“ von Gussteilen für elektrischen Lenkungen sicherstellen wolle. Damit der Kaufvertrag gültig wird, müssen die Kartellbehörden noch zustimmen. Ein Antrag wurde bereits am Mittwoch beim Bonner Bundeskartellamt eingereicht - am selben Tag, als Bosch die Lieferprobleme für überwunden erklärte. Die italienische Firma aus Villasanta bei Mailand wollte keine Stellungnahme zur Übernahme abgeben.

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Aus Expertensicht ist die Übernahme keine Überraschung. „Große Konzerne feilschen mit ihren Zulieferern bei Bauteilen um Centbeträge - aber wenn diese Zulieferer dann in Schwierigkeiten kommen, sind die Konzerne bereit, die Firma zu retten“, sagt Professor Stefan Bratzel aus Bergisch Gladbach. Damit werde sichergestellt, dass sich die Wettbewerbssituation für die Konzerne nicht verschlechtere - weil in dem Nischensegment kaum noch Firmen übrig blieben und die Preise für die benötigten Bauteile steigen könnten. Viel Geld dürfte der deutsche Konzern für die italienische Firma nach Einschätzung von Bratzel nicht bezahlt haben, auch weil Bosch vermutlich Schadenersatzansprüche hätte geltend machen können.

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