Nach Übernahmepleite: McKesson bleibt an Celesio dran

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Nach Übernahmepleite: McKesson bleibt an Celesio dran

von Jürgen Salz

Eigentlich schien alles klar. Doch dann scheiterte am Montagabend die Übernahme des Stuttgarter Pharmagroßhändlers Celesio durch das US-Unternehmen McKesson in letzter Minute. Doch möglicherweise finden die beiden Unternehmen doch noch zusammen.

McKesson ist es nicht gelungen, 75 Prozent der Aktienanteile von den Celesio-Aktionären einzusammeln. Am Ende half auch nicht, dass der Konzern nach langem Poker mit dem streitbaren US-Hedgefonds Elliott die Übernahme-Offerte aufstockte. Celesio gehört nun weiterhin mit einem Anteil von 50,01 Prozent zur Duisburger Haniel-Holding, die unter anderem auch mehr als 30 Prozent an der Metro hält. Auf die geplanten Einnahmen von zwei Milliarden Euro müssen die Duisburger nun erst einmal verzichten. Haniel-Chef Stefan Gemkow, gleichzeitig Celesio-Aufsichtsratsvorsitzender erklärte, der Aufsichtsrat bedaure, dass das Übernahmeangebot zunächst gescheitert sei. Was daran erstaunt, ist das Wort "zunächst": Gemkow scheint noch zu hoffen, dass der Deal doch noch zu einem guten Ende findet.

Umgekehrt hat auch McKesson-Chef John Hammergren Celesio noch nicht ganz aufgegeben. Das Unternehmen habe mit Celesio bereits seit einiger Zeit verschiedene andere Möglichkeiten sondiert, sagte er auf einer Healthcare-Konferenz des Bankhauses JP Morgan in San Francisco. "Ich glaube, es ist klar eine Möglichkeit für uns, ein Joint Venture mit ihnen einzugehen und gemeinsam einzukaufen", sagte Hammergren. Solche Einkaufsbündnisse sind für Pharmagroßhändler eine Möglichkeit, sich Größenvorteile zu verschaffen. Dadurch können sie unter anderem günstigere Lieferverträge mit Generikafirmen aushandeln. McKesson sei in der Vergangenheit der Ansicht gewesen, dass eine Übernahme und eine vollständige Kontrolle über die Geschäfte besser seien als ein Gemeinschaftsunternehmen. "Aber ganz klar, ein Joint Venture wäre eine Alternative, die zu berücksichtigen ist", sagte der Chef des kalifornischen Unternehmens.

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Hammergren macht allerdings auch klar, dass seine Geduld nicht unendlich sei. McKesson werde nach dem Platzen der Celesio-Übernahme nicht zwei Jahre lang versuchen, eine Transaktion zustande zu bekommen, erklärte er in San Francisco.. Das Unternehmen könne es sich nicht leisten, untätig auf seinem Kapital zu sitzen. Branchenbeobachter deuteten Hammergrens Worte auch als ein Signal an die Hedgefonds. Die Hedgefonds, die bei Celesio investiert seien, bräuchten nicht zu hoffen, dass McKesson zu einem längeren Gefeilsche bereit sei.

“Wir glauben, dass McKesson weiterhin darin interessiert ist, einen Partner zu finden. Die starke Bilanzposition der Gesellschaft erlaubt es ihr, andere strategische Optionen gegebenenfalls auch in Verbindung mit Aktienrückkäufen zu verfolgen”, schrieb David Larsen, Analyst bei Leerink Partners, in einer Mitteilung an Kunden.

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Der Wille, doch noch eine Lösung zu finden, dürfte bei allen Beteiligten hoch sein. Denn die gescheiterte Übernahme produziert fast nur Verlierer. Haniel erhält nicht die erhoffte Milliarden zum Schuldenabbau oder für neue Zukäufe. McKesson steht ohne Partner da – und fällt im Wettbewerb gegenüber US-Konkurrenten zurück, nachdem Wettbewerber wie AmerisourceBergen oder Cardinal Health bereits umfangreiche Bündnisse eingegangen sind. Celesio wird finanziell kaum große Sprünge machen können und leidet unter dem sinkenden Aktienkurs. Ebenso wie der Hedgefonds Elliott, dem mittlerweile mehr als 20 Prozent an Celesio gehören.

Denn an der Börse sorgte die vorerst gescheiterte Übernahme für eine große Enttäuschung: Der Aktienkurs von McKesson fiel am Montag an der Börse New York um 4,7 Prozent auf 167,14 Dollar, der stärkste Tagesrückgang seit August 2011. Die Titel hatten in den zwölf Monaten bis gestern 65 Prozent zugelegt. Die Aktie von Celesio sackte am Dienstag in Frankfurt bis zu 8,6 Prozent ab.

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