Nach zwei Gewinnwarnungen: Manz AG erwartet 2016 Rückkehr in schwarze Zahlen

exklusivNach zwei Gewinnwarnungen: Manz AG erwartet 2016 Rückkehr in schwarze Zahlen

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Manz

Der chinesische Mischkonzern Shanghai Electric Group will beim kriselnden Maschinenbauer und Apple-Zulieferer Manz einsteigen. Beide Unternehmen wollten in den Bereichen Energiespeichersysteme, Solar und Automationstechnologie zusammenarbeiten. Damit verbunden sei eine „maßgebliche Beteiligung“ von Shanghai Electric an Manz. Wie viel die Chinesen investieren werden, blieb zunächst offen. Unter anderem sei unklar, wie viele Altaktionäre bei der geplanten Kapitalerhöhung auf ihr Vorkaufsrecht verzichteten und die Aktien so eine Tochter von Shanghai Electric kaufen könne, sagte ein Unternehmenssprecher. Ein Übernahme der Schwaben durch die Chinesen sei nicht geplant. Manz stellt Maschinen für die Solar- und Batterieindustrie her, dazu Displays für Tablet-PCs, Smartphones und Notebooks. Manz beliefert auch den iPhone-Hersteller Apple, etwa mit Maschinen für die Bearbeitung von Handy-Displays oder für die Lasertechnologie. Vor allem die Zukunft der Solarsparte bei Manz war aber zuletzt angesichts der Branchen-Krise ungewiss.

Das im TecDax notierte Maschinenbauunternehmen Manz AG hat für das kommende Jahr eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen angekündigt. Dieter Manz, Gründer und Vorstandschef des Unternehmens, im Interview.

Manz sagt im Interview mit der WirtschaftsWoche: „Wir haben ein Restrukturierungsprogramm eingeleitet. Ziel ist es, unsere Kostenbasis zu reduzieren und so bei einer konservativen Jahresplanung 2016 mindestens Break-even erreichen zu können.“
Das Unternehmen hatte am Dienstag die zweite Gewinnwarnung in diesem Jahr verschickt, woraufhin der Aktienkurs um rund ein Drittel einbrach. Nach Informationen der WirtschaftsWoche arbeitet eine Unternehmensberatung bereits seit September an einem Restrukturierungsplan. Das Mandat wurde nach der zweiten Gewinnwarnung ausgeweitet. Laut Firmenchef Manz stellt nach eigenen Angaben bei der Neuausrichtung „zunächst mal alles auf dem Prüfstand“. Für den Solarbereich der Firma seien „alle strategischen Optionen“ denkbar, „angefangen von der Aufnahme eines strategischen Investors, über den Verkauf bis hin zu Schließung.“

Anleger kritisierten, dass das Unternehmen den Aktienmarkt zu spät über Schwierigkeiten im chinesischen Markt informiert habe. Manz wies die Kritik im WirtschaftsWoche-Interview zurück: „Die Frage ist nicht, wann uns aufgefallen ist, dass es in China generell schlecht läuft. Die Frage ist, wann unsere Kunden uns in Kenntnis gesetzt haben, dass sie Projekte ins nächste Jahr verschieben. Noch bis letzte Woche gab es dafür keine Anzeichen.“ Laut Manz seien die Bestellungen nicht storniert, sondern nur ins neue Jahr verschoben worden.

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Die Bafin untersucht derzeit den Absturz der Manz-Aktie. Das Unternehmen muss der Behörde erklären, warum die Lage im Frühjahr – als bei Manz eine Kapitalerhöhung anstand – noch rundweg positiv geschildert wurde, es danach jedoch zwei Gewinnwarnungen gab. Firmenchef Manz dementiert unlautere Absichten: „Zum damaligen Zeitpunkt war unsere Welt in Ordnung. Die Auftragsbücher waren voll, die Perspektiven gut. Die zu einem späteren Zeitpunkt erfolgten signifikanten Auftragsstornierungen und -verschiebungen sind dabei durch externe Faktoren begründet, die wir nicht beeinflussen konnten und die auch nicht vorhersehbar waren.“

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