Neue Hürde für Bayer: EU-Kommission vertieft Prüfung der Monsanto-Übernahme

Neue Hürde für Bayer: EU-Kommission vertieft Prüfung der Monsanto-Übernahme

, aktualisiert 22. August 2017, 16:58 Uhr

Die EU-Kommission hat Bedenken gegenüber der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto durch Bayer und will deshalb den Deal genauer prüfen. Bayer reagiert gelassen und hält an seinem Zeitplan fest, obwohl der nun eng wird.

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Produkte des US-Saatgutriesen Monsanto

Neue Hürde für die von Bayer geplante Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto: Die EU-Kommission hat Vorbehalte gegen die 66 Milliarden US-Dollar schwere Mega-Fusion und will sie deshalb vertieft prüfen. Man sei besorgt, dass der Zusammenschluss der beiden Agrarkonzerne den Wettbewerb in einigen Geschäftszweigen schwächen könnte, erklärte die zuständige Kommissarin Margrethe Vestager am Dienstag.

Der Leverkusener Konzern reagierte gelassen auf die Ankündigung. Bayer habe diesen Schritt aufgrund der Größe und des Umfangs der geplanten Übernahme erwartet, betonte das Unternehmen in einer ersten Stellungnahme. Gleichzeitig bekräftigte Bayer das Ziel, die Genehmigung der Kommission „bis Ende 2017 zu erhalten“. Dazu werde man weiter eng und konstruktiv mit der Wettbewerbsbehörde zusammenarbeiten. Diese hat nun allerdings 90 Arbeitstage Zeit für die vertiefte Prüfung, also bis 8. Januar 2018.

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EU-Wettbewerbskommissarin Vestager betonte: „Saatgut und Pestizide sind für Landwirte und letztlich auch für die Verbraucher von entscheidender Bedeutung.“ Auf diesen Märkten müsse ein wirksamer Wettbewerb sichergestellt werden. Sonst drohten höhere Preise, weniger Innovation und eine geringere Qualität.

Bayer Schlechte Aussichten vor der Monsanto-Übernahme

Während andere Geschäfte gut laufen, bekommt Bayer im Agrar-Geschäft Probleme. Ausgerechnet in der Sparte, in die Monsanto integriert werden soll. Bayer-Chef Werner Baumann scheint sich verkalkuliert zu haben.

Bayer und Monsanto Quelle: imago

Bayer hatte den Antrag auf Genehmigung der Monsanto-Übernahme Ende Juni bei der EU-Wettbewerbsbehörde eingereicht. Anfang August war die Prüffrist bereits verlängert worden. Neben der Prüfung in den USA gilt die in Brüssel als die größte Hürde für das Milliardengeschäft. Jedoch haben auch zahlreiche andere Kartellbehörden ein Wort mitzureden.

Umweltschützer und Kritiker fordern auch wegen der großen Marktmacht ein Verbot des Zusammenschlusses. Dieser wäre schlecht für Landwirte und Konsumenten, monierte die Aktivistengruppe Avaaz. Der Umweltverband WWF erklärte, die vertiefte Prüfung durch die Kommission stimme vorsichtig optimistisch: „Bei einer der entscheidenden Zukunftsfragen, der globalen Ernährungssicherheit, darf sich nicht zu viel Marktmacht bei einzelnen Unternehmen ballen.“

Die Akteure mit den meisten Pflanzenpatenten

  • BASF

    Angemeldete Patente: 777

    Erteilte Patente: 211

    Quelle: Europäisches Patentamt

  • DuPont

    Angemeldete Patente: 756

    Erteilte Patente: 227

  • Monsanto

    Angemeldete Patente: 600

    Erteilte Patente: 221

  • Bayer

    Angemeldete Patente: 465

    Erteilte Patente: 219

  • Syngenta

    Angemeldete Patente: 376

    Erteilte Patente: 142

  • Dow

    Angemeldete Patente: 160

    Erteilte Patente: 38

Das neue Unternehmen wäre der weltgrößte Anbieter in der Agrarchemie. Mit dem Volumen von 66 Milliarden Dollar (rund 56 Mrd Euro) wäre der Bayer-Coup außerdem der bislang größte Zukauf eines deutschen Unternehmens im Ausland. Monsanto ist vor allem als Hersteller von Unkrautvernichtern mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat bekannt.

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