ThemaThyssenKrupp

alles zum Thema
_

exklusiv Neue Manager: ThyssenKrupp baut Compliance neu auf

von Andreas Wildhagen

Nicht einmal einen Tag vor der Hauptversammlung hat ThyssenKrupp bekanntgegeben, neue Maßnahmen gegen Korruption ergreifen zu wollen. Dafür sollen extra neue Compliance-Manager eingestellt werden.

Gerhard Cromme, 69, der Aufsichtsratschef der ThyssenKrupp AG

Seit seinem Einstieg Ende der 1980er Jahre saß er an allen wichtigen Schaltstellen des Essener Konzerns - und war für den Umbau des Traditionsunternehmens mitverantwortlich. Stets unter dem wachsamen Auge von Berthold Beitz, mit dem er sich abspricht. Cromme saß im Krupp-Chefsessel, schon bevor diese in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, und noch bevor diese mit der Thyssen Stahl AG fusionierte. Seit 2001 ist er der Aufsichtsratsvorsitzende der ThyssenKrupp AG - und in dieser Position war er an allen wesentlichen Entscheidungen beteiligt, die schließlich zur Fehlinvestition der Stahlwerke in Brasilien und den USA führten. Nun dürften nicht wenige Aktionäre die Frage stellen: Was und wie viel wusste Gerhard Cromme genau?

Bild: dapd

ThyssenKrupp organisiert die interne Überprüfung der Geschäftsabläufe auf Gesetzeskonformität um. „Die Führungskultur muss sich bei ThyssenKrupp ändern“, sagte Compliance-Chef Christoph Klahold der WirtschaftsWoche. Dazu seien 16 Problemgebiete identifiziert worden, in denen der Konzern möglicherweise besonders anfällig für Korruption sei. Für jede dieser Problemzonen solle bis Ende 2013 ein eigener Compliance-Manager benannt werden, führte der 41-jähige Jurist im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin aus. Manager für Spanien, Italien, Brasilien und Russland seien bereits eingestellt worden.

Anzeige

Weitere Experten, zum Beispiel für korruptionsanfällige Länder wie China und afrikanische Staaten, würden demnächst folgen. Nach Klaholds Angaben sollen die von außen angeworbenen neuen Compliance-Manager zunächst vier Wochen lang in der Konzernzentrale ausbildet werden und ihr Hauptaugenmerk später vor Ort auf „kritische Geschäftsvorfälle“ richten, zum Beispiel auf öffentliche Aufträge.

Weitere Artikel

ThyssenKrupp war in den vergangenen Jahren unter anderem durch die Bildung von unerlaubten Kartellen mit anderen Schienen- sowie Aufzug- und Rolltreppenherstellern in die Schlagzeilen geraten. Für den Bereich Compliance bei ThyssenKrupp war bis vor kurzem Jürgen Claassen verantwortlich. Der Vertraute von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme musste im Dezember als Compliance-Chef und Vorstand gehen, nachdem Luxusreisen für Journalisten publik geworden waren, die Claassen organisiert hatte.

weitere Fotostrecken

Blogs

Microsoft gegen Apple: Weniger Gelaber von Siri, mehr Aufgaben erledigen
Microsoft gegen Apple: Weniger Gelaber von Siri, mehr Aufgaben erledigen

Der Softwaregigant aus Redmond nutzt die Sprach-App beim iPad in einem Werbe-Spot für Windows-8-Tablets. Microsoft lernt...

    Folgen Sie uns im Social Web

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche Shop

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.