Neue Sparte: Airbus lässt Drohnen nun auch zivil fliegen

Neue Sparte: Airbus lässt Drohnen nun auch zivil fliegen

, aktualisiert 10. Mai 2017, 15:45 Uhr
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Der Luftfahrtkonzern baute bisher nur Drohnen für den militärischen Einsatz.

von Thomas JahnQuelle:Handelsblatt Online

Drohnen spielten für Airbus bislang nur im Rüstungsgeschäft eine Rolle. Jetzt gründet der Luftfahrtkonzern die Tochter Airbus Aerial, die zuerst in den USA ihre Dienste anbietet. Ein Markteintritt in Europa soll folgen.

New YorkAirbus präsentiert am heutigen Mittwoch eine neue Tochter: Airbus Aerial. Bislang arbeitet der europäische Luftfahrtkonzern nur an Drohnen im militärischen Bereich. Jetzt will Airbus Unternehmen und anderen Großkunden helfen, mit Drohnen und Satelliten ihre Geschäftsprobleme zu lösen.

„Wir wollen mit ganzer Kraft im kommerziellen Markt der unbemannten Flugzeuge vorankommen“, sagte Dirk Hoke, Chef der Rüstungs- und Raumfahrtsparte von Airbus, auf einer Fachkonferenz in Dallas.

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Dabei setzt Airbus auf amerikanische Expertise. Airbus Aerial soll vorläufig nur in den USA arbeiten, Sitz ist Atlanta. Dort führt Jesse Kallman die Geschäfte, der zuvor die Kundenbeziehungen von Airware leitete. Die Firma aus dem Silicon Valley ist eines der erfolgreichsten Drohnen-Start-ups mit Kunden wie General Electric oder der Versicherung State Farm. Auf diesem Geschäftsfeld will Airbus auch aktiv werden.

Airbus Aerial ist eine Art internes Start-up bei Airbus, das mit viel unternehmerischer Freiheit und Flexibilität neue Konzepte entwickeln und Partner gewinnen soll. Mit 20 bis 30 Mitarbeitern soll dieses Jahr eine Phase „des Partnerschaftsaufbaus und der Tests“ sein, der vollständige Markteintritt folgt 2018. Langfristig soll eine global aufgestellte Konzerntochter entstehen.

Im ersten Schritt will Airbus Aerial Luftbilder anbieten. Beispielsweise können Versicherungen nach einem Hurrikan die Schäden mit den Bildern von Satelliten oder dem Zephyr – dem unbemannten und solarbetriebenen Flieger von Airbus, der wochenlang in der Luft bleiben kann – begutachten. Detailliertere Bilder wie von Dachschäden ermöglichen dann Drohnen. Wichtig ist dabei analytische Software, die Aerial zusammen mit Partnern „maßgeschneidert für Kundenbedürfnisse“ entwickelt, wie Kallman sagt.

Andere Kunden könnten laut Jana Rosenmann, Chefin der Drohnensparte bei Airbus, Energiekonzerne sein, die ihre Leitungen überprüfen, oder Landwirte, die in den USA über riesige Felder verfügen und sie begutachten wollen. „Erste Tests mit Kunden zeigen ein enormes Interesse“, sagt die Managerin.

Airbus Aerial will mit der Zeit seine Angebote ausweiten. So sollen beispielweise logistische Lösungen für die Kunden wie mit Frachtdrohnen angeboten oder Internetverbindungen mit Riesendrohnen wie dem Zephyr ermöglicht werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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