Neuer Ankeraktionär: Ein Retter in der Not für ThyssenKrupp

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Neuer Ankeraktionär: Ein Retter in der Not für ThyssenKrupp

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Cevian ist mit fünf Prozent bei ThyssenKrupp eingestiegen. Die Schweden halten 17 Prozent an Bilfinger. Den Kranbauer Demag Cranes übernahm Cevian in scheinbar hoffnungsloser Lage und verkaufte mit großem Gewinn.

ThyssenKrupp präsentiert einen neuen Ankeraktionär: Es ist ein schwedischer Finanzinvestor, der in Deutschland kein Unbekannter ist: Cevian Capital.

Wenn Berthold Beitz, der vor zwei Monaten gestorben ist, heute noch leben würde, dann wäre sein Ruhm noch größer: Quasi in letzter Sekunde vor Ende des Geschäftsjahres (30.9.) bekommt die Krupp-Stiftung einen sehr einflussreichen Mitstreiter. Der schwedische Investor Cevian Capital kann ThyssenKrupp zwar nicht aus seiner prekären Lage befreien, aber er sollte deutlichen Schub für den Glauben an den Traditionskonzern entfesseln.

Als heute Morgen der Einstieg von Cevian Capital bei ThyssenKrupp mit einem Paket von 5,19 Prozent bekannt wurde, da schoss die Aktie um fünf Prozent nach oben. Cevian Capital ist für schwierige Fälle bekannt, die der Investor für sich nutzen konnte. In Deutschland ist er kein Unbekannter.

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Morgen ist der 100. Geburtstag von Berthold Beitz, und dieser Tag wird posthum in der Villa Hügel gefeiert. Nicht Beitz, wie es fast hätte möglich sein können, hat heute den Investor aus dem Hut gezaubert, sondern der Vorstandschef von ThyssenKrupp Heinrich Hiesinger. Dabei ist Cevian nicht irgendeine Heuschrecke, sondern ein strategisch und geschickt agierender Aktionär. Cevian hält am Baukonzern Bilfinger 17 Prozent und ist damit größter Anteilseigner, der dem Bilfinger-Chef Roland Koch, früher CDU-Ministerpräsident von Hessen, auf die Finger schaut. Cevian steigt auch in scheinbar hoffnungslose Firmen ein. So zum Beispiel in Demag Cranes. Der Kranbauer gehörte früher einmal zu Mannesmann. Inmitten eines schwierigen Weltmarktes für Großkräne kaufte sich Cevian bei Demag Cranes ein und verkaufte sein Paket bald wieder, mit verdoppeltem Gewinn.

Eine Vorlage für ThyssenKrupp? Zumindest für ein paar Jahre wird Cevian die Anteile am Revierkonzern halten, der in gefährliches Fahrwasser geraten ist. Hohe Schulden drücken den Stahlkocher, der zwölf Milliarden Euro in zwei Übersee-Stahlwerke investiert hat, die nicht laufen. Der Verkauf der Fehlinvestitionen schleppt sich dahin und drückt auf die Bilanz. Von einer Kapitalerhöhung ist die Rede, die aber den Einfluss des mit einem bisherigen Anteil von 25,3, Prozent traditionell starken Ankeraktionärs, der Krupp-Stiftung, stark mindern würde. Nun ist ein zweiter Ankeraktionär hinzugekommen, der seinen Paket sogar noch vergrößern will.

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Cevian bringt etwas: Die Aufmerksamkeit wird wieder auf ThyssenKrupp gelenkt, diesmal positiv. Nach Personalquerelen und dem abrupten Weggang von ThyssenKrupp-Permanent-Kronprinz Gerhard Cromme, nach Korruptionsvorwürfen und Luxusleben im Vorstand und fünf Milliarden Euro Verlust im vergangenen Geschäftsjahr, bekommt ThyssenKrupp-Chef Hiesinger nun Rückenwind: Es gibt einen europäischen Investor, der an die Rettungskünste des Vorstands glaubt und damit selbst zum Retter wird.

Einen Tag vor dem posthumen Geburtstagsfest für Krupp-Testamentsvollstrecker Beitz kann gesagt werden: Die Nach-Beitz-Ära hat bei Krupp begonnen. Sie startet unvermutet hoffnungsfroh. Der Startschuss für eine neue, ganz andere Zeit für ThyssenKrupp ist unüberhörbar. Der Rest ist Geschichte, die bis zuletzt nicht immer ruhmvoll war.

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