Neuer Präsident des VDMA: Reinhold Festge - Lokalpatriot und Mann von Welt

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Neuer Präsident des VDMA: Reinhold Festge - Lokalpatriot und Mann von Welt

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Reinhold Festge übernimmt das Amt des Präsidenten des VDMA.

Die deutschen Maschinenbauer wählen einen neuen Verbandspräsidenten: Der Lokalpatriot Reinhold Festge will beruflich kürzertreten, um in die Fußstapfen von Thomas Lindner zu treten. Ein Porträt.

Reinhold Festge ist ein Mann der Gegensätze. Sein Herz schlägt mit aller Kraft für seinen Heimat- und Geburtsort Oelde im Münsterland. Festge ist aber auch in der Welt unterwegs. Am Freitag soll er neuer Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) werden. Die Wahl gilt als sicher: Festge ist der einzige Kandidat. In seiner neuen Funktion wird der 67-Jährige auf den großen politischen Bühnen in Berlin und Brüssel unterwegs sein.

Der Mann mit den grauen Haaren, eckiger Brille und einem mitreißenden Lachen ist ein Amerika-Kenner. Den Kampf der US-Republikaner um die Staatsfinanzen gegen Präsident Obama hält er für richtig. „Weniger Staat ist immer besser“, sagte Festge im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa wenige Tage vor der Einigung in Washington - ein Hinweis an die neue Bundesregierung in Berlin. Auf der anderen Seite spricht Festge sich für die von Obama angestrebte Gesundheitsreform aus. Mal Republikaner, mal Demokrat, der Mann ist nur schwer festzunageln.

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Für seinen Heimatort Oelde mit rund 30.000 Einwohnern kämpft Festge an allen Ecken: Bereits im Kindergarten soll der Nachwuchs lernen, welche Rolle Technik spielt. Die Mitarbeiter seiner Maschinenbaufirma Haver & Boecker denken sich Projekte für die ganz Kleinen aus: Am Fachpersonal für das Unternehmen soll es später nicht mangeln. Oelde liegt an der A2 zwischen Dortmund und Bielefeld. „Viele Menschen wissen nicht, welche Vorteile die Gegend hier hat. Probleme bei der Wohnungssuche wie in Hamburg oder Berlin gibt es nicht“, sagt Festge. Die Verkehrsanbindung sei auch nicht schlecht. Nach Baden-Württemberg sei die Region rund um Oelde der wichtigste Standort für Maschinenbauer.

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Für die Branche hat sich Festge vor Jahrzehnten entschieden. Aber nicht wegen der Technik, sondern wegen der Menschen, mit denen er es da zu tun hat. Seinen Doktor machte er in Medizin in Münster, Betriebswirtschaft studierte er in München. 1970 heiratete Festge die Tochter des Firmenbesitzers Rudolf Haver. Zehn Jahre später schickte der seinen Schwiegersohn als Geschäftsführer einer Tochterfirma nach Brasilien. Von 1984 bis 1987 folgen drei Jahre in den USA. Abschalten kann Festge auf dem Motorrad, dass er vor 28 Jahren für sich entdeckte. 1997 traf ihn die Diagnose Krebs. Er musste kürzertreten, erholte sich aber wieder.

Geduld zählt nicht zu den Stärken des Firmenlenkers. Bei Auseinandersetzungen wird es auch mal laut. „Aber dabei bin ich nie cholerisch“, sagt der 67-jährige beim Gang über das Firmengelände von Haver & Boecker. Festge ist als Geschäftsführer noch verantwortlich für den Maschinenbau. Das operative Geschäft gibt er Ende 2013 ab: „Geschäft und Verbandspräsident gemeinsam hätte ich nicht geschafft.“ Das familiengeführte mittelständische Unternehmen, gegründet 1887, produziert Drahtgewebe und Maschinen. Enge Mitarbeiter bescheinigen dem 67-Jährigen ein ausgeprägtes soziales Gewissen. Und wenn jemand in einer Auseinandersetzung am Ende die besseren Argumente hat, lässt Festge sich überzeugen - zähneknirschend.

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