Neuer Tesla-Masterplan: Elon Musk zündet die nächste Stufe

Neuer Tesla-Masterplan: Elon Musk zündet die nächste Stufe

, aktualisiert 21. Juli 2016, 08:51 Uhr
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Der Unternehmer hat gewagte Zukunftsvisionen für Tesla.

von Axel PostinettQuelle:Handelsblatt Online

Er will Lastwagen bauen und und mit selbstfahrenden Autos Uber angreifen. Tesla-Chef Elon Musk hat präsentiert, wie er sich die Zukunft für Tesla vorstellt. Die himmelstürmenden Träume stoßen jedoch auf harsche Kritik.

San FranciscoDer Serienunternehmer Elon Musk hat den zweiten Teil seines „Masterplans“ für Tesla veröffentlicht. In ihm legt er die kommenden strategischen Schritte für den kalifornischen Autokonzern dar. In seinem ersten Masterplan hatte er 2006 beschrieben, wie er einen Sportwagen auf Elektrobasis, eine teure Limousine, einen SUV und ein elektrisches Auto für den Massenmarkt produzieren will. Letzteres ist das sogenannte „Model 3“, das spätestens 2018 auf den Markt kommen soll.

In der nächsten Ausbaustufe, für die er keinen Zeitrahmen nennt, plant Musk nun die Produktion von Pickup-Trucks, schweren Lastwagen und Bussen für den Nahverkehr. Er will Flotten von selbstfahrenden Teslas selbst betreiben, die für Carsharing eingesetzt werden können. Allerdings erst, wenn Autos wirklich vollständig autonom fahren können, was seiner Meinung nach noch eine geraume Zeit dauern könnte. Die Autopiloten müssten „zehn mal so sicher“ sein wie menschliche Fahrer.

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Doch wenn es einmal so weit ist, soll ein einfacher Klick auf eine Smartphone-App jeden verkauften Tesla zeitweilig in ein Mietauto verwandeln. Das Auto verdient dann Geld und bezahlt sozusagen seinen Kaufpreis selbst. Das lohne sich laut Musk vor dem Hintergrund, dass ein Auto heutzutage durchschnittlich lediglich fünf bis zehn Prozent am Tag wirklich genutzt werde. Am Abend kommt der Wagen sozusagen „von der Arbeit zurück“ und holt selbstfahrend seinen Besitzer von der Arbeit ab.

In Städten, in denen die Nachfrage das Angebot übersteige, werde Tesla laut Musk eigene Flotten betreiben, damit jedermann „jederzeit ein Auto rufen kann“. Das ist eine offene Kampfansage an Fahrdienste wie das 50-Milliarden-Dollar-Start-up Uber oder Lyft und soll Tesla auf die Zeit vorbereiten, in denen die Menschen keine Autos mehr kaufen, sondern nur noch mieten.

Einen Service, bei dem Besitzer ihre Fahrzeuge an andere, vorab hintergrundgeprüfte Besitzer eines Autos, zeitweilig vermieten können, bietet seit 2015 auch Ford in den USA und Großbritannien an. Sie richten sich an Kunden die ihr Auto ratenfinanziert haben und mit den Erlösen ihre Fahrzeuge abzahlen möchten.


Musk zuversichtlich für Fahrzeug- und Fusionspläne

Die Pläne von Musk riefen bereits kurz nach der Veröffentlichung Kritiker auf den Plan. „Wenn Masterplan eins einen Mann auf den Mond schicken sollte, dann ist Masterplan zwei die Besiedlung der Galaxie“, kommentierte Jessica Caldwell, Analystin beim Branchenbeobachter Edmunds.com Musks Zukunftsvision. „Das klingt ziemlich ambitiös vor dem Hintergrund, dass nicht klar ist, ob Tesla die Ziele der kommenden zwei Jahre erreichen wird.“

Musk will bis Ende 2018 die Jahresproduktion von 50.000 im vergangenen Jahr auf 500.000 Autos verzehnfachen. Dabei musste er gerade erst einräumen, im abgelaufenen zweiten Quartal des Jahres nur 14.370 Autos ausgeliefert zu haben, statt wie versprochen 17.000.

In Musks Vorstellungen wird Tesla zum Zeitpunkt, an dem elektrische und vielleicht selbstfahrende Busse sowie Lastwagen über die Straßen rollen, kein Autounternehmen mehr sein, sondern ein integrierter Konzern, der neben Mobilitätslösungen auch Möglichkeiten zur Energieproduktion und -speicherung für den Hausbedarf anbietet.

Für letzteres will Musk den Solarpanel-Hersteller Solar City kaufen, bei dem er Hauptaktionär ist. Für diesen Plan musste er sich viel Kritik anhören. Viele Analysten sind der Meinung, dass die geplante Übernahme die angespannte Finanzlage von Tesla weiter belasten könnte. In Teil zwei seines Masterplans verteidigt der Visionär jedoch leidenschaftlich die Milliardenakquisition. Musk ist zuversichtlich, dass sowohl seine Fahrzeugpläne als auch die Fusionsvorhaben gelingen werden.

Wer heute wie gewohnt die URL www.teslamotors.com eingibt, der wird schon automatisch auf www.tesla.com umgeleitet. Die Zeiten des reinen Autokonzerns hat Musk nicht nur in Gedanken schon hinter sich gelassen. Und wenn Tesla auch noch kein Geld verdient, muss man ihm anrechnen, dass er Teil eins seines Plans bislang ziemlich zuverlässig erfüllt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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