Neuzulassungen: Pkw-Nachfrage in Deutschland lässt nach

Neuzulassungen: Pkw-Nachfrage in Deutschland lässt nach

, aktualisiert 02. November 2011, 11:39 Uhr
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Der Pkw-Markt hat im Oktober deutlich an Schwung verloren.

Quelle:Handelsblatt Online

Der deutsche Pkw-Markt verliert allmählich an Schwung. Die Zahl der Neuzulassungen im Oktober seien laut Branchenkreisen im Gegensatz zum September nur minimal gestiegen.

HamburgDer Konjunkturabschwung hat den in diesem Jahr bislang boomenden deutschen Automarkt eingeholt: Im Oktober lag das Absatzplus gerade noch bei einem Prozent. Bislang war Deutschland einziger Lichtblick bei der Pkw-Nachfrage in Europa, wo vor allem die südeuropäischen Staaten unter der Schuldenkrise ächzen. Nun hat die Verunsicherung offenbar auch die deutschen Käufer erfasst. Im vergangenen Monat wurden nach Angaben des Importeursverbandes VDIK 258.000 Neuwagen registriert, knapp ein Prozent mehr als vor Jahresfrist. Seit Jahresbeginn kamen laut VDIK hierzulande rund 2,7 Millionen Autos neu auf die Straßen - insgesamt liegen die Neuzulassungen damit noch knapp zehn Prozent über Vorjahr.

Inzwischen hat sich die Auftragslage in Deutschland normalisiert. Ein Ende der langen Lieferzeiten ist Branchengaben zufolge absehbar. „Der Konjunkturabschwung kommt, alle Prognosen sagen das voraus“, sagte Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer. „Von daher wird der Verbraucher zunehmend vorsichtiger bei großen Anschaffungen wie dem Auto.“ Die Folge ist, dass die Rabatte wieder steigen. Laut einer Studie des von Dudenhöffer geleiteten CAR-Center an der Uni Duisburg-Essen gewährten die Autohäuser im Oktober die höchsten Preisabschläge für Neuwagen seit fünf Jahren. Die tatsächlich von den Autobauern hierzulande erzielten Preise für Neuwagen liegen demnach im Schnitt 18 Prozent unter den Listenpreisen. Da die anderen großen europäischen Automärkte Frankreich, Italien und England rückläufig sind und sich die Entwicklung aufgrund der Sparprogramme nicht ändern werde, müssten auch die deutschen Autobauer im Schlussquartal und 2012 mit schlechteren Gewinnmargen rechnen, prognostiziert Dudenhöffer.

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Auch auf dem wichtigen US-Markt zeigen die Verbraucher langsam Nerven. Die Nachfrage nach Pkw und leichten Nutzfahrzeugen stieg dort im Oktober zwar, allerdings lag das vor allem am hohen Alter der bestehenden Fahrzeugflotte. Die auf amerikanischen Straßen verkehrenden Autos kommen inzwischen auf ein Durchschnittsalter von fast elf Jahren - den höchsten Wert seit Jahrzehnten. Irgendwann müssen die alten Wagen ersetzt werden, denn in keinem anderen Land sind die Menschen so stark von ihren Autos abhängig, um mobil zu bleiben. Inzwischen machen sich die US-Verbraucher aber zunehmend Sorgen, dass die Schuldenkrise in Europa auf die langsame Erholung der Wirtschaft in ihrer Heimat abfärbt.

Vor allem US-Marktführer General Motors bekam das zu spüren. Die Verkäufe der Opel-Mutter legten im vergangenen Monat nur um 1,7 Prozent zu. GM begründete dies unter anderem mit geringeren Rabatten. Etwas besser schnitt Ford ab, der Absatz der Nummer zwei am US-Markt kletterte um 6,2 Prozent. Unter den drei US-Herstellern steigerte sich die von dem italienischen Autobauer Fiat kontrollierte Marke Chrysler mit 27 Prozent am stärksten. Der Anstieg zeigt, wie weit die Erholung von Chrysler seit der Pleite vor zwei Jahren vorangeschritten ist.

Stärker als ihre amerikanischen Rivalen legten die deutschen Autobauer zu - allen voran Volkswagen. Dank des speziell auf den Geschmack der US-Käufer abgestimmten Passat und des Jetta sprang der Absatz von Europas größtem Autobauer um 40 Prozent nach oben. Die Oberklassetochter des Wolfsburger Konzerns Audi legte um 26 Prozent zu. Die Daimler-Tochter Mercedes Benz USA steigerte ihre Verkäufe um 28 Prozent. BMW meldete ein Verkaufsplus von rund 18 Prozent. Einen Rückgang verbuchte wegen des Modellwechsels beim wichtigen 911er unter den deutschen Marken allein die mit Volkswagen verbundene Sportwagenbauer Porsche.

Dagegen erlitten die japanischen Autobauer Toyota und Honda einen neuerlichen Rückschlag. Nachdem sich die Produktion nach der Erdbebenkatastrophe in ihrer Heimat gerade erst normalisiert hat, stockt nun wegen der Flut in Thailand die Lieferung von Teilen. In dem asiatischen Land werden wichtige Elektronikbauteile für Autos hergestellt. Honda hat wegen der Überschwemmungen in Thailand bereits seine Gewinnprognose kassiert.

Im September waren die Autohäuser trotz zunehmender Konjunktursorgen noch gut besucht gewesen. Die Pkw-Neuzulassungen kletterten um acht Prozent. Inzwischen sind die langen Lieferzeiten jedoch abgebaut. Die Neuaufträge liegen den Angaben aus der Branche zufolge auf Vorjahresniveau.

Quelle:  Handelsblatt Online
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