Ölkatastrophe: BP muss 20 Milliarden Dollar zahlen

Ölkatastrophe: BP muss 20 Milliarden Dollar zahlen

Sechs Jahre liegt die verheerende Explosion auf „Deepwater Horizon“ mittlerweile zurück. BP kostet die Umweltverschmutzung schätzungsweise 20 Milliarden Dollar.

Der Mineralölkonzern BP muss nach der endgültigen richterlichen Zustimmung geschätzt 20 Milliarden Dollar für Umweltverschmutzungen an der Golfküste durch die Katastrophe auf seiner Ölbohrinsel „Deepwater Horizon“ zahlen. Diese abschließende Anweisung über den Zahlungsausgleich in Höhe von umgerechnet knapp 17,55 Milliarden Euro veröffentlichte Bundesrichter Carl Barbier am Montag. Damit wurde ein jahrelanger Rechtsstreit über die Folgen der Explosion vom 20. April 2010 beigelegt, bei der elf Arbeiter getötet wurden.

Damals strömten 473 Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko. Der im Juli bekanntgegebene Vergleich zwischen dem Unternehmen und mehreren US-Staaten umfasst Strafzahlungen, Kosten für die Wiederherstellung der Umwelt und Ausgleich für wirtschaftliche Nachteile. Das Geld soll über einen Zeitraum von 16 Jahren ausgezahlt werden. Zu den betroffenen Staaten zählen Florida, Alabama, Mississippi und Louisiana.

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Es handelt sich um den größten Vergleich in einer Umweltangelegenheit sowie den größten zivilen Zahlungsausgleich mit einem einzigen Rechtsträger. 2012 erzielte BP eine ähnliche Einigung mit privaten Anwälten von Firmen und Anwohnern, die angeführt hatten, dass die Ölpest ihnen Geld gekostet habe. Der Deal führte zu einem langwierigen Kampf vor Gericht über Folgezahlungen an Unternehmen. Viele der Anschuldigungen sind noch immer nicht gelöst.

Was Sie über den Ölpreis wissen müssen

  • Maßeinheit

    Da Öl ursprünglich in Fässern abgefüllt wurde - Barrel im Englischen -, wird diese Maßeinheit in der Branche bis heute verwendet. Ein Barrel sind 159 Liter.

  • Preisrutsch

    Die steile Talfahrt begann Mitte 2014, bis Anfang 2016 hat sich der Preis mehr als gedrittelt. Hintergrund ist ein knallharter Wettbewerb zwischen den klassischen Ölförderern wie Saudi-Arabien und neuen Konkurrenten vor allem in Nordamerika, die Rohöl mit der aufwendigen Fracking-Methode aus Schiefergestein lösen. Beobachter gehen davon aus, dass die Ölförderer aus der Golfregion die ungeliebte Konkurrenz mit hohen Fördermengen und Dumpingpreisen aus dem Markt spülen wollen.

  • Ölsorten

    Rohöl ist nicht gleich Rohöl. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Sorten - je nach Region. Alleine der Finanzinformationsdienst Bloomberg listet mehr als 100 Stück auf, wovon allerdings nur wenige große Bedeutung haben. Als Richtwert am Finanzmarkt gilt das US-Rohöl West Texas Intermediate (WTI). Eine weitere wichtige Sorte ist das Nordsee-Öl Brent.

  • Qualitätsunterschiede

    Bei den Ölsorten gibt es gravierende Unterschiede bei der Qualität, was auch zu merklichen Preisunterschieden führt. So kann etwa die Sorte North Dakota Sour in der Raffinerie nur schwer verarbeitet werden, weil es stark schwefelhaltig ist. Das schlägt sich auch im Preis nieder.

  • Terminkontrakte

    Für US-Öl und Brent-Öl werden die Preise über das Spiel von Angebot und Nachfrage gebildet. Aber auch diese Sorten können eine Vielzahl von unterschiedlichen Preisen haben, was daran liegt, dass sie in sogenannten Future-Kontrakten gehandelt werden. Der Käufer erwirbt dabei Rohöl mit unterschiedlichen Lieferdaten. Der am meisten gehandelte und damit für die Anleger wichtigste Future-Kontrakt läuft über einen Monat.

  • OPEC-Ölpreis

    Auch die Ölsorten des Ölkartells Opec (Organisation erdölexportierender Länder) sind für die Weltwirtschaft von hoher Bedeutung. Von der Opec-Zentrale in Wien wird einmal täglich der sogenannte Opec-Korbpreis ermittelt. Hierfür melden alle Mitgliedstaaten des Ölkartells - darunter Saudi-Arabien, Kuwait und Nigeria - ihre jeweiligen Ölpreise, dann wird der sogenannte Korbpreis aller 13 Opec-Sorten errechnet. Dieser Durchschnittspreis wird allerdings immer mit einem Tag Verzögerung veröffentlicht und spiegelt daher nicht die neueste Entwicklung wider.

BP hat geschätzt, dass sich seine Kosten inklusive der ursprünglichen Säuberungsarbeiten und die verschiedenen Vergleiche und Strafen auf mehr als 53 Milliarden Dollar (rund 46,5 Milliarden Euro) belaufen werden. In einer E-Mail teilte Konzernsprecher Geoff Morrell am Montag mit, BP sei zufrieden damit, dass der im Juli erzielte Vergleich finalisiert worden sei.

Louisianas Gouverneur John Bel Edwards erklärte, die Entscheidung ebne den Weg des Staates, um wichtige Mittel zur Wiederherstellung der Küste zu erhalten. Alabamas Generalstaatsanwalt Luther Strange lobte die Einigung ebenfalls. Laut David Uhlmann, einem Rechtsprofessor der University of Michigan, der früher die Abteilung für Umweltverstöße im US-Justizministerium leitete, sagte, das Urteil von Barbier beende „ein lange, trauriges Kapitel in der amerikanischen Umweltgeschichte“.

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