Operative Konsolidierung: Siemens stimmt Belegschaft auf Einschnitte ein

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Operative Konsolidierung: Siemens stimmt Belegschaft auf Einschnitte ein

Der Elektrokonzern Siemens geht auch wegen der Probleme im Windkraftgeschäft vorsichtig ins neue Geschäftsjahr. Die Belegschaft soll sich auf "strukturelle Anpassungen" einstellen.

Siemens -Chef Joe Kaeser macht seine Belegschaft auf Einschnitte gefasst. "Natürlich wird es da oder dort strukturelle Anpassungen geben, weil die Märkte sich verändern", sagte er am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. "In erster Linie reden wir darüber zuerst mit den Arbeitnehmervertretern und wenn wir dann dort zu Vereinbarungen gekommen sind, dann werden wir die auch der Öffentlichkeit dezidiert und klar erläutern." Auch durch seinen jüngsten Konzernumbau würden Arbeitsplätze obsolet. "Natürlich wird es auch Anpassungen struktureller Natur geben, aber wir versuchen so viele wie möglich von den Kolleginnen und Kollegen anderweitig etwa in Forschung und Entwicklung oder im Vertrieb einzusetzen."

Die neun Divisionen von Siemens

  • Division Power and Gas

    Produkte und Anwendungen: Gasturbinen, Dampfturbinen, Energiegewinnung aus Schiefergas

    Umsatz 2014/2015: 13,2 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 1,4 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 10,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 11-15 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Lisa Davis

  • Division Wind Power and Renewables

    Produkte und Anwendungen: Windkraftanlagen

    Umsatz 2014/2015: 5,7 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,16 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 2,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 5-8 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Lisa Davis

  • Division Energy Management

    Produkte und Anwendungen: Stromübertragung, Kraftwerkssteuerung, Transformatoren

    Umsatz 2014/2015: 11,9 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,57 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 4,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 11-15 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Lisa Davis

  • Division Building Technologies

    Produkte und Anwendungen: Gebäudesicherheit, Brandschutz, Gebäudeautomatisierung

    Umsatz 2014/2015: 6,0 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,553 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 9,2 Prozent

    Angestrebte Marge: 8-11 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Roland Busch

  • Division Digital Factory

    Produkte und Anwendungen: Software zur Steuerung von Fertigungsprozessen, Industrieroboter

    Umsatz 2014/2015: 10,0 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 1,7 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 17,5 Prozent

    Angestrebte Marge: 14-20 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Klaus Helmrich

  • Division Process Industries and Drive

    Produkte und Anwendungen: Industrieautomatisierung

    Umsatz 2014/2015: 9,9 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,536 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 5,4 Prozent

    Angestrebte Marge: 8-12 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Klaus Helmrich

  • Division Mobility

    Produkte und Anwendungen: Hochgeschwindigkeitszüge, U-Bahnen, Straßenbahnen, Zugleitsysteme

    Umsatz 2014/2015: 7,5 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,588 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 7,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 6-9 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Roland Busch

  • Division Financial Services

    Produkte und Anwendungen: Finanzdienstleistungen

    Angestrebte Marge: 15-20 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Ralf Thomas

  • Eigenständige Division Healthcare

    Produkte und Anwendungen: Ultraschall, Computertomografen, Magnetresonanztomografen, Labordiagnostik

    Umsatz 2014/2015: 12,9 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 2,2 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 16,9 Prozent

    Angestrebte Marge: 15-19 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Prof. Dr. Siegfried Russwurm

Nach Jahren der Umsatzstagnation nimmt sich Kaeser mittelfristig wieder steigende Einnahmen vor. "2014 war das Jahr für die mittelfristige Weichenstellung für die Siemens-Strategie. 2015 wird das Jahr der operativen Konsolidierung sein: Bessere Abarbeitung unserer Aufträge, viel geringere Projektbelastungen, Produktivitätssteigerungen", kündigte der seit gut einem Jahr amtierende Manager an. "Die Reduzierung der Komplexität im Unternehmen soll ja bis 2017 eine Milliarde an Einsparungen bringen. Im Jahr 2016 gehen wir davon aus, dass wir als Unternehmen in Summe deutlich wachsen", sagte Kaeser.

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Programm "Siemens 2020" in Schlagworten

  • Der "Elektrifizierungs-Konzern"

    Siemens will sich entlang der Wertschöpfungsketten von Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung aufstellen. Chef Kaeser hat hierfür mehrere Wachstumsfelder mit Potenzial definiert, so etwa die Märkte für kleine Gasturbinen sowie Offshore-Windanlagen, intelligente Stromnetze, Produkte und Dienste rund um das Thema Industrie 4.0 aber auch der Markt für die Förderung von unkonventionellem Öl und Gas.

  • Schlanker und wieder näher am Kunden

    Das Sektorenkonzept wird zum Oktober komplett abgeschafft. Bisher hatten die Münchner ihr Geschäft in die Sektoren Healthcare, Energy, Industry und Infrastructure & Cities gegliedert. Künftig soll es, wie schon unter dem früheren CEO Heinrich v. Pierer, nur noch Geschäftseinheiten geben. Statt den bisher 16 Divisionen soll es nur noch 9 geben.

  • Healthcare-Geschäft wird eigenständig

    Das Healthcare-Geschäft wird in Zukunft eigenständig, also außerhalb der neun Divisionen geführt. Dies bedeutet, dass regionale Organisationsstrukturen
    den Anforderungen des Gesundheitsmarktes angepasst werden können und nicht der Matrix der Konzernorganisation entsprechen müssen.

  • Mitarbeiter stärker beteiligen

    Das Unternehmen will seine Aktienprogramme für Mitarbeiter unterhalb der Senior-Managementebene erweitern und die Anzahl der Mitarbeiter-Aktionäre um mindestens 50 Prozent auf deutlich über 200.000 steigern. Hierzu stellt Siemens jährlich erfolgsabhängig bis zu 400 Millionen Euro zur Verfügung.

  • Sparen

    Mit der Bündelung der Divisionen und der Auflösung der Sektoren sollen Bürokratie abgebaut, Kosten gesenkt und Entscheidungen innerhalb des Unternehmens beschleunigt werden. Zudem sollen Querschnittsfunktionen wie das Personalwesen und die Kommunikation gestrafft und zentral geführt werden. Insgesamt will Kaeser so bis 2016 eine Milliarde Euro einsparen.

"Wir werden 2015 über eine Milliarde Euro dafür bereitstellen, das Wachstum mittelfristig zu sichern. Wir geben 400 Millionen mehr für Forschung und Entwicklung aus. Wir geben 500 Millionen mehr aus für Vertriebszugang für neue Märkte. Und wir investieren etwa 200 Millionen mehr in unsere Fabriken, für Verbesserung der Produktivität. "

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Die hochprofitable Medizintechnik steht indes vor einer ungewissen Zukunft im Konzernverbund. "Wir wollen das Asset stärken. Deshalb wollen wir es als Unternehmen im Unternehmen darstellen, um auch der Gesundheitstechnik die Möglichkeit zu geben, sich stärker an ihren eigenen Bedürfnissen auszurichten", bekräftige Kaeser seine Pläne. "Wir behalten das Heft des Handelns in der Hand und können zu jedem Zeitpunkt so agieren, wie der Markt das erfordert."

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