Paket verkauft: Daimler nimmt 2,2 Milliarden Euro für EADS-Aktien ein

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Paket verkauft: Daimler nimmt 2,2 Milliarden Euro für EADS-Aktien ein

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Der Autobauer Daimler hat seine verbliebenen Anteile an der Airbus-Mutter EADS verkauft.

Daimler hat sich endgültig von der Airbus-Mutter EADS verabschiedet und seine verbliebenen Anteile für rund 2,2 Milliarden Euro verkauft. EADS langte selbst kräftig zu.

Der Autobauer Daimler hat mit der Platzierung von gut 61 Millionen Aktien am Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS gut 2,2 Milliarden Euro erlöst. Im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens seien die Aktien zu 37 Euro je Anteilsschein an internationale Anleger veräußert worden, teilte Daimler am Mittwoch in Stuttgart mit.

Die Nachfrage sei "stark" gewesen, die EADS-Aktien waren am Dienstag mit 37,20 Euro aus dem Börsenhandel gegangen. EADS erwarb rund 16 Millionen Aktien im Wert von 600 Millionen Euro. Mit dem Verkauf hat sich Daimler endgültig aus dem Unternehmen verabschiedet.

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Wie die neue Eigentümerstruktur der EADS funktioniert

  • Kompliziertes Geflecht

    Monatelange Verhandlungen, buchdicke Verträge, Unter-Unter-Unter-Gesellschaften in einem komplizierten Geflecht und das alles im Legalese genannten für Laien unverständlichen Juristenenglisch formuliert – wenn Großkonzerne wie die EADS Verträge schließen wird nichts dem Zufall überlassen.

    Am Ende ist die neue Aktionärsstruktur von Europas größtem Luftfahrt- und Rüstungskonzern aber doch weniger kompliziert als sie aussieht. Die Struktur, die aus juristischen Gründen bisher nur auf Englisch vorliegt, besteht nach der geplanten Kapitalerhöhung aus insgesamt vier Schichten.

  • Oberste Reihe - Aktionäre

    Hier stehen die aktuellen Aktionäre: Dunkel unterlegt sind die Parteien, die auch künftig Anteile am Konzern halten: der französische Staat, Spanien, die deutschen Staatsbanken KfW und andere öffentliche Institute der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg und Niedersachsen. Die hell unterlegten Unternehmen Lagardère und Daimler waren zwar Gründungsaktionäre. Doch sie wollen möglichst bis Ende 2013 komplett aussteigen.

  • Zweite Reihe - Zwischengesellschaften

    Hier stehen die Zwischengesellschaften. Das sind in der Regel Briefkastenfirmen ohne Personal. Diese gründen die Aktionäre in der Regel, um im Falle von finanziellen oder sonstigen Problemen einen Puffer zu dem Unternehmen zu haben. Dazu machen es diese Firmen leichter, die Beteiligung teilweise zu Geld zu machen ohne die Stimmrechte abzugeben. Denn die Konstruktion erlaubt, Teilhaber aufzunehmen und trotzdem die Kontrolle zu behalten. Auch hier gilt: dunkel unterlegt ist ein Daueraktionär, hell unterlegt heißt. Muttergesellschaft will aussteigen.

    Dabei gibt es zwei Besonderheiten. Die deutsche KfW hält einen Teil der AKtien direkt und steuert als Mehrheitseigentümer das deutsche Konsortium aus Länderbanken.

    Ein Sonderregelung gibt es bei dem französischen Staat und Spanien. Diese wollen ihren Anteil herunterfahren, damit sie zusammen mit Deutschland weniger als 30 Prozent der Anteile halten. So verhindern die drei Staaten, dass sie bei einem An- und Verkauf ihrer Anteile allen Aktionären ein Abfindungsangebot machen müssen. Frankreich und Spanien wollen ihre Anteile aber noch nicht auf den Markt werfen, weil das den Aktienkurs drückt. Darum packen sie den Teil ihrer Anteile, den sie quasi zu viel haben (sogenannte excess shares) vorübergehend in eine Art Quarantäne („warehouse“), bei der die Staaten das Stimmrecht nicht nutzen können.

  • Anteile nach der Kapitalerhöhung

    Dritte und vierte Reihe: Das sind die Anteile nach der Kapitalerhöhung. Die hellen Kästchen von Daimler/DLRH sowie Lagardère (Sogeade) werden auf Null gefahren. In welchem Maß hängt davon ab, wie weit sich diese Unternehmen entschließen im Rahmen der geplanten Kapitalerhöhung ihre Aktien an die EADS verkaufen oder später am freien Markt abstoßen.

Der Verkaufserlös werden dieses Jahr positiv zum Free Cashflow beitragen und die Dividendenpolitik unterstützen, sagte Daimler-Finanzchef Bodo Uebber. Vereinbarungen mit den Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley ermöglichten es, dass Daimler bis zum Jahresende an einem möglichen Kursanstieg der EADS-Aktie partizipiere.

Der Autobauer legt am 24. April seine Geschäftszahlen für das erste Quartal vor, am 24. Juli werde sich Daimler im Rahmen des Berichts über das zweite Quartal zur Bewertung der EADS-Transaktion äußern.

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Der endgültige Ausstieg Daimlers hat EADS am Mittwoch Auftrieb gegeben. Die im MDax gelisteten Aktien stiegen um bis zu 5,3 Prozent auf 39,19 Euro. Nach dieser Transaktion könnten sich Anleger wieder auf die Fundamentaldaten des Unternehmens konzentrieren, schrieben die Analysten von JPMorgan in einem Kommentar. Hierzu gehörten die guten Geschäftsaussichten für die Flugzeug-Sparte Airbus und die Chance auf steigende Gewinnmargen.

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