Pakistan: Kik will Opfer von Fabrikbrand entschädigen

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Pakistan: Kik will Opfer von Fabrikbrand entschädigen

Der Textildiscounter Kik zahlt den Opfern und Hinterbliebenen des Brandes in einer pakistanischen Textilfabrik jetzt eine Entschädigung, so ein Medienbericht. Gesamtsumme: eine halbe Millionen Dollar.

Der Textildiscounter Kik hat bisher noch kein Geld an Opfer und Hinterbliebene des Brandes in einer pakistanischen Textilfabrik gezahlt. Das soll sich jetzt ändern. Laut einem Bericht des "Spiegels" will das Textilunternehmen insgesamt 500.000 Dollar zahlen. Das entspricht einer Summe von 1.930 Dollar pro Opfer.

Anfang Oktober hatte

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Anfang Oktober hatte Kik-Geschäftsführer Michael Arretz noch einen Bericht der Hilfsorganisation Medico International bestätigt, wonach es zwar ein Konto für entsprechende Gelder gebe, aber die Auszahlung schwierig sei. Man habe noch keinen vertrauenswürdigen Partner, der das Geld vor Ort verteilen könne, so Arretz. Diese Hürde scheint nun genommen.

Bei dem Unglück Mitte September waren 259 Arbeiter verbrannt. Die Verantwortlichen des KiK-Zulieferes Ali Enterprises waren zunächst festgenommen worden, da deren Fabrik wegen verschlossener Notausgänge, vergitterter Fenster und versperrter Treppenhäuser zur Todesfalle wurde.

Die Regierung in Pakistan hingegen zahlte den Familien von 208 der getöteten Arbeiter bereits Entschädigungen, wie der oberste Verwaltungsbeamte der betroffenen Stadt Karachi, Roshan Ali Sheikh, der Nachrichtenagentur dpa sagte. Jede Familie erhielt bereits 700.000 Pakistanische Rupien (etwa 5670 Euro), der Premierminister versprach weitere 500.000 Rupien (etwa 4.050 Euro). Auch pakistanische Unternehmer versprachen zu helfen.

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Quelle: Probal Rashid für WirtschaftsWoche

Die Tengelmann-Tochter Kik aus dem westfälischen Bönen hatte aus der pakistanischen Textilfabrik Jeanswaren bekommen. Wie es zu dem Unglück in der Fabrik kam, ist Kik nach wie vor unerklärlich. Bei dem Brand kamen auch deswegen so viele Menschen ums Leben, weil es keine Notausgänge gab und Fenster vergittert waren. Arretz sagte, man erhoffe Aufklärung durch einen Bericht der pakistanischen Regierung, der im Laufe des Monats vorgelegt werden soll.

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Die Stadt Karachi kündigte unterdessen an, alle Fabriken vor Ort unter die Lupe nehmen zu wollen. „Die Inspektionen sollen am Montag beginnen und in drei Monaten abgeschlossen sein“, sagte Sheikh. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Brandschutz, Sicherheit und Arbeitsrecht in den Fabriken verbessert werden könnten.

Gegen die drei Besitzer der Unglücksfabrik wurden in dieser Woche Verfahren wegen Mordes angestrebt, wie ein mit dem Fall betrauter Polizist in Karachi sagte. Während die drei Besitzer gegen Kaution freigelassen worden seien, blieben ein Manager und drei Wächter in Haft. Rund 500 Arbeiter, die das Feuer überlebten oder gerade nicht Schicht hatten, haben laut Sheikh mittlerweile eine Arbeit in einer der anderen Fabriken der Stadt gefunden.

Mit Material von dpa

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