Panaosonic und die Gigafactory: Teslas größtes Problem – und wie es gelöst werden soll

Panaosonic und die Gigafactory: Teslas größtes Problem – und wie es gelöst werden soll

, aktualisiert 01. November 2017, 14:23 Uhr
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Das Model 3 soll Tesla den Weg in den Massenmarkt ebnen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Probleme in der Gigafactory verzögern die Produktion des Tesla Model 3. Darum hat Musk die Batteriefertigung zur Chefsache erklärt. Sein Einsatz scheint mittlerweile Früchte zu tragen.

DüsseldorfDer Schlüssel zum Erfolg, das war Tesla-Gründer Elon Musk früh klar, ist im Unterboden seiner Fahrzeuge verbaut. Denn bei einem Elektroauto ist die Batterie nicht nur das wichtigste, sondern auch das teuerste Bauteil. Mit ihrer Leistung und ihrem Gewicht steigt und fällt die Reichweite eines Elektroautos. Von ihr hängt aber auch ganz wesentlich ab, wie viel Rendite ein Elektroauto einfahren kann.

Nicht umsonst hat der Tesla-Gründer in der Wüste von Nevada eine Riesenfabrik für Batterien hochziehen lassen. Gemeinsam mit dem japanischen Hersteller Panasonic will Tesla hier hunderttausende Batteriepacks produzieren – und sich damit einen Preisvorteil im Massenmarkt verschaffen. Denn mit der Zahl der produzierten Batterien, sinkt der Preis für jede einzelne Batterie.

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Doch ausgerechnet die „Gigafactory“ entpuppte sich in den vergangenen Monaten als Hemmschuh für das Wachstum. Zu schwierig erwies sich die Massenproduktion der Akkus, und vor allem als zu zeitintensiv. Weil die Produktion hakte, musste einige Exemplare zuletzt sogar per Hand gebaut werden.

Statt wie geplant direkt zum Start 1500 Fahrzeuge des Model 3 zu produzieren, hatte Tesla darum zuletzt eingestanden, das Model 3 im dritten Quartal nur 260 Mal gebaut zu haben. Dabei will Tesla die Produktion ab Dezember eigentlich auf 20.000 Fahrzeuge im Monat hochfahren und so endgültig in den Massenmarkt einsteigen. Die ersten Exemplare hatte Tesla Ende Juli ausgeliefert - zunächst an die eigenen Mitarbeiter.

Denn die Probleme zum Start scheinen noch unübersehbar. Musk schaute darum persönlich in der Gigafactory vorbei, postete auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ein Foto, wie er über Nacht auf dem Dach der Batterieproduktion campierte. Das sollte der Belegschaft signalisieren: Die Batterie ist ab sofort Chefsache bei Tesla. Denn vom Erfolg des Model 3, das nach Angaben von Tesla rund 400.000 Mal vorbestellt wurde, hängt nicht weniger als die Existenz der Elektromarke ab.

Nicht umsonst hatte Musk im Frühjahr den deutschen Automatisierungsspezialisten Grohmann aus der Eifel übernommen. Nach Konflikten um mit der Belegschaft, die von Musk eine höhere Entlohnung einforderte, scheinen dort die Wogen geglättet.

Dass der Einsatz von Elon Musk mittlerweile Früchte zu tragen scheint, verriet nun ausgerechnet Panasonic-Chef Kazuhiro Tsuga. Bei der Präsentation seiner Quartalszahlen ließ der Japaner durchblicken, dass Tesla in der Gigafactory kurz davor stehen könnte, die Produktionsprobleme hinter sich zu lassen. „Die Produktion der Batterien wird bald automatisiert sein”, so Tsuga. „Die Zahl der produzierten Fahrzeuge wird dann rasant steigen.“ Er muss es wissen: Panasonic produziert in der Gigafactory die Batteriezellen, die Tesla in seinen Batteriepacks verbaut.

Ob und wie lange sich die Auslieferung des Model 3 durch die Probleme in der Gigafactory verzögern wird, verriet der Japaner nicht. Trotz der Rückschläge dürfte der Zeitverlust für Tesla aber gering genug ausfallen, um der Konkurrenz zumindest vorübergehend preislich voraus zu sein.

Quelle:  Handelsblatt Online
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