Panzerbauer: Fusion von KMW und Nexter rückt näher

Panzerbauer: Fusion von KMW und Nexter rückt näher

, aktualisiert 28. Juli 2015, 13:40 Uhr
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Ein Kampfpanzer Leopard 2 A7+ der Firma KMW.

Seit März 2014 sind die Fusionspläne von KMW und Nexter bekannt. Nun sollen die Verhandlungen bald abgeschlossen werden und die gemeinsame Rüstungsschmiede mit fast zwei Milliarden Euro Jahresumsatz angeworfen werden.

Die zähen Fusionsverhandlungen zwischen dem deutschen Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und dem französischen Rivalen Nexter stehen Insidern zufolge unmittelbar vor dem Abschluss. Beide Firmen würden eine entsprechende Vereinbarung am Mittwoch unterzeichnen, hieß es von mit dem Vorgang vertrauten Personen. Bereits zuvor hatten "Le Figaro" und das "Handelsblatt" davon berichtet.

Durch den Zusammenschluss entsteht eine Rüstungsschmiede mit fast zwei Milliarden Euro Jahresumsatz und rund 6000 Mitarbeitern. Die beiden Firmen sollen den Insidern zufolge unter einer gemeinsamen Holding zusammengefasst werden. Es werde weder zu Stellenstreichungen kommen noch würden geltende Betriebsvereinigungen davon berührt. KMW und Nexter betrachten ihre Allianz als Nukleus für eine weitergehende Konsolidierung in der europäischen Rüstungsbranche, um gegen die übermächtige Konkurrenz aus den USA zu bestehen. Zudem hatte KMW zuletzt die restriktive deutsche Exportpolitik zu schaffen gemacht. Die Münchner setzen angesichts klammer Verteidigungsbudgets in Europa auf die Überseemärkte, haben aber häufig mit Ausfuhrbeschränkunken zu kämpfen.

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Nexter steht bisher allein im Besitz der französischen Staatsholding GIAT, während KMW einer Familienholding gehört. Beide Seiten bündeln ihre Anteile künftig in einer niederländischen Holding, an der jeder Seite die Hälfte hält. KMW hatte zuletzt eine Übereinkunft für Mitte bis Ende Juli in Aussicht gestellt. Die Bundesregierung muss einem solchen Vorhaben zustimmen. Die Fusionspläne waren bereits Mitte 2014 bekanntgeworden.

Die Bundesregierung hat sich in einem rüstungspolitischen Strategiepapier, das am 8. Juli im Kabinett verabschiedet wurde, für ein stärkeres Zusammengehen der nationalen Rüstungsindustrien auf europäischer Ebene eingesetzt. "Die Bundesregierung setzt verstärkt auf eine europäische Zusammenarbeit bis hin zum Zusammengehen von in einzelnen Mitgliedsstaaten ansässigen Unternehmen unter Wahrung der nationalen Interessen", heißt es in dem Papier. Für eine verstärkte Zusammenarbeit in Europa habe Deutschland mit wettbewerbsfähigen Unternehmen viel einzubringen.

Das Wirtschaftsministerium hatte mit Blick auf das Thema KMW/Nexter in jüngster Zeit wiederholt erklärt, dass bei solchen Zusammenschlüssen im Rüstungsbereich für die Produkte dieser Kooperation auch weiterhin die restriktiven deutschen Rüstungsexportregeln gelten.

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