Gesetz baut Hürden auf
Bild: dapdPlatz 10: Linde
Glänzende Zahlen hat der Industrie-Gasekonzern auch im zweiten Quartal vorgelegt. Linde kämpft mit Air Liquide um die Marktführerschaft - und das in aller Welt. Der Dax-Konzern macht 91 Prozent seines Umsatz außerhalb Deutschlands.
Bild: dpaPlatz 9: Hochtief
In Deutschland baut Hochtief an Prestige-Objekten wie der Elbphilharmonie mit, aber 91,2 Prozent des Umsatzes macht der Baukonzern im Ausland. Das sind nicht nur Bauwerke, sondern vor allem auch Dienstleistungen rund um den Betrieb von Gebäuden.
Bild: APPlatz 8: Heidelberg Cement
Auch Rang acht kommt aus der Baubranche: Heidelberg Cement erwirtschaftet 91,4 Prozent seines Umsatzes nicht in Deutschland. Kein Wunder, dass der Claim des Unternehmens auch auf Englisch auf den Zementsäcken steht ("for better building").
Bild: APPlatz 7: Adidas
Aus dem beschaulichen Herzogenaurach in die ganze Welt: Adidas liefert seine Produkte praktisch überall hin und macht auf kräftig Werbung - so wie hier mit einem Riesenfußball in Shanghai. Der Sportartikelhersteller macht 94,6 Prozent seines Umsatzes jenseits der deutschen Grenzen.
Bild: dpaPlatz 6: Centrotherm
Auch Centrotherm sitzt nicht gerade in einer Metropole. Der aus Blaubeuren stammendende TecDax-Konzern macht 95,4 Prozent seines Umsatz im Ausland. Centrotherm ist ein auf das Geschäftsfeld Sonnenenergie spezialisierte Maschinenbauer
Bild: dpaPlatz 5: SKW Stahl-Metallurgie
Wer mit Stahl handelt, muss quasi einen Großteil seines Geschäfts in aller Welt machen. So kommt SKW Stahl-Metallurgie auf einen Umsatzanteil von 95,5 Prozent.
Bild: PressePlatz 4: Morphosys
Von Martinsried in Bayern aus steuert Morphosys sein Geschäft - und das ist global. Das Biotechnologieunternehmen macht 96,5 Prozent seines Umsatzes jenseits der deutschen Grenzen. Morphosys' wichtigste Technologie ist die Antikörper-Bibliothek namens HuCAL.
Bild: APPlatz 3: Fresenius Medical Care (FMC)
Kein Dax-Konzern macht mehr Umsatz im Ausland als FMC: Der Dialysespezialist kommt auf einen Wert von 96,7 Prozent. Seit Jahren überzeugt FMC seine Aktionäre mit stetigem Gewinnwachstum.
Bild: PressePlatz 2: Aixtron
Chipanlagen für die ganze Welt: So lautet das Motto bei Aixtron. Der TecDax-Konzern macht 98,2 Prozent seines Umsatzes außerhalb Deutschlands. Mehr geht nicht? Doch ...
Bild: PressePlatz 1: Tipp 24
In Deutschland sind die Gesetze bezüglich der Tippleidenschaft deutlich strenger als im Ausland. Also hat Tipp 24 den Weg nach draußen gewagt und erwirtschaftet satte 99,6 Prozent das Umsatz dort.
Platz 10: Linde
Glänzende Zahlen hat der Industrie-Gasekonzern auch im zweiten Quartal vorgelegt. Linde kämpft mit Air Liquide um die Marktführerschaft - und das in aller Welt. Der Dax-Konzern macht 91 Prozent seines Umsatz außerhalb Deutschlands.
Statt fünf Seiten wie bei vergleichbaren Gesetzen in Berlin und Niedersachsen umfasst die NRW-Variante 13. Statt nur die Einhaltung der gültigen Tarifverträge zu fordern, baut es weitere Hürden auf. Zwar soll bei der Auftragsvergabe das wirtschaftlichste Angebot den Ausschlag geben, nun aber unter Berücksichtigung „von Aspekten des Umweltschutzes, der Energieeffizienz sowie von sozialen, innovativen und gleichstellungs-, integrationspolitischen sowie ausbildungsfördernden Aspekten, wenn diese in sachlichem Zusammenhang mit dem Auftragsgegenstand stehen“. Auch für die korrekte Behandlung der involvierten Leiharbeitnehmer übernimmt der Auftragnehmer die Verantwortung.
Eine Spielwiese für Berater, Anwälte, Gerichte. Der Seminarveranstalter Euroforum lädt bereits zu Veranstaltungen zu dem Thema ein. Untertitel: „Eine Herausforderung für Auftraggeber in NRW und Auftragnehmer bundesweit“. Preis: pro Teilnehmer 1349 Euro plus Mehrwertsteuer – Behördenvertreter bekommen Rabatt.
Bild: dpaPlatz 15
Trauriges Schlusslicht im Ranking der besten Stadtverwaltungen ist Berlin. In keiner der sechs Kategorien konnte die Hauptstadt glänzen. Egal ob Bürgerberatung, Nachhaltigkeit und Verantwortung oder der faire Dialog mit den Bürgern: Die Verwaltungen der Hauptstadt sind nicht bürgerfreundlich.
Bild: dapdPlatz 14
Platz 14 belegt Köln. Bei jungen Leuten sehr beliebt, schneidet die Medienstadt dennoch schlecht ab. Laut Studie zeigt sich die Stadt weder bürgernah noch bürgerfreundlich. Bei der Grundversorgung belegt Köln gar den letzten Platz.
Bild: dpaPlatz 13
Nicht nur die Elbphilharmonie ist ein Problem in Hamburg. Eine weitere Baustelle ist die Stadtverwaltung: Laut Studie belegt Hamburg den 13. Platz in der Rangliste.
Bild: dapdPlatz 12
Singles, Senioren und Familien leben gerne in Leipzig. Insgesamt jedoch scheitert die Stadt an ihrer Stadtverwaltung. Dies quittieren die Bürger mit dem 12. Platz. In der Kategorie des fairen Bürgerdialogs belegt die Stadt gar Platz 13.
Bild: dpaPlatz 11
Stuttgart ist bekannt für Porsche, Daimler und die Wilhelma - und auch bei Singles steht die Stadt hoch im Kurs. Dennoch rangiert Stuttgart nur auf Platz 11.Ob Bürgerservice oder Bürgerberatung, hier muss die Stadt noch einiges lernen.
Bild: REUTERSPlatz 10
Dortmund ist zwar beim Fußball Deutscher Meister, bei der Bürgerfreundlichkeit muss die Stadt aber noch ein bisschen trainieren. Im Gesamtranking belegt die Meisterstadt den 10. Platz. Familien sind von Dortmund überhaupt nicht begeistert und verleihen der Ruhrpottmetropole gar den vorletzten Platz. Bei Senioren und Singles hingegen ist Dortmund durchaus beliebt.
Bild: APPlatz 9
Die Hansestadt Bremen belegt im Ranking den 9. Platz. Im Bereich der Grundversorgung, sprich: Ordnung, Sicherheit und öffentliche Nahverkehrsmittel belegt Bremen gar den drittletzten Platz.
Bild: REUTERSPlatz 8
Mit Platz acht in puncto Bürgernähe liegt Essen im Mittelfeld des Rankings der besten Stadtverwaltungen Deutschlands.
Bild: APPlatz 7
Die Singles geben gute Noten, die Senioren sind weniger begeistert. In der Gesamtwertung belegt Dresden den siebten Platz des Rankings. Kritik gibt es an der schlechten Grundversorgung und der mangelnden Bürgerberatung.
Bild: dpaPlatz 6
Familien lieben diese Stadt, Senioren sind dagegen überhaupt nicht zufrieden mit der Bürgernähe und der Grundversorgung. Duisburg belegt in der Gesamtwertung den sechsten Platz. In der Kategorie Bürgerberatung vergeben die Bürger ihrer Stadt sogar den zweiten Platz.
Platz 15
Trauriges Schlusslicht im Ranking der besten Stadtverwaltungen ist Berlin. In keiner der sechs Kategorien konnte die Hauptstadt glänzen. Egal ob Bürgerberatung, Nachhaltigkeit und Verantwortung oder der faire Dialog mit den Bürgern: Die Verwaltungen der Hauptstadt sind nicht bürgerfreundlich.
Abgespeckte Erklärungen denkbar
Rechtsanwalt Andreas Graef von der Kanzlei Bird & Bird in Düsseldorf findet die TVgG-Regelungen „vielfach vergabe- und praxisfremd“ und spürt „große Verunsicherung bei den Unternehmen“. Angst machten die „hohe Nachweispflicht der Unternehmen“ und Paragraf 15 des Gesetzes. Der sieht eigens die Schaffung einer Prüfbehörde zur TVgG-Überwachung vor. Einige Unternehmen wollen Verfassungsbeschwerde einlegen gegen das TVgG.
Dessen Anwendung wird eine Rechtsverordnung des NRW-Wirtschaftsministeriums konkretisieren, das der neue Minister Garrelt Duin eigentlich mit einem Mittelstandsgesetz zur Speerspitze des Bürokratieabbaus machen will. Die Verordnung soll, sagt der zuständige Leitende Ministerialrat Tobias Traupel, Kritik aufgreifen. Denkbar seien etwa abgespeckte Erklärungen der Unternehmen bei „Bagatellfällen“ – also Aufträgen unter 20 000 Euro Volumen. Klargestellt wird, welche Umweltvorschriften und Maßnahmen zur Frauenförderung die Vergabestellen von den Bietern verlangen. Die Rechtsverordnung, schätzt Traupel, „wird relativ umfangreich“. Noch mehr zu lesen also für Manager Kocman.
Prüfen
Wenn Lutz Goebel, geschäftsführender Gesellschafter bei Henkelhausen, Kocmans Anekdoten aus Absurdistan hört, geraten ihm in der Empörung die Zahlen durcheinander. Mal sagt der Firmenchef, der auch Präsident des Verbandes Die Familienunternehmer ist: „Vier Mitarbeiter hier sind allein mit administrativen Aufgaben ausgelastet“, mal sind es nur zwei.
Vier, zwei – zum Ausgleich haben Kocman und Goebel jedenfalls den Pförtner eingespart. Vormittags empfängt nun die Dame von der Telefonzentrale Besucher, nachmittags macht das ein Azubi im zweiten Lehrjahr. Gleichzeitig braucht der Dieselmotorenbetrieb aber einen fachlich hoch qualifizierten Datenschutzbeauftragten, der wiederum nicht der IT-Abteilung angehören darf. Kocman muss anhand täglich aktualisierter Terrorlisten der EU prüfen, ob Kunden oder Mitarbeiter einer terroristischen Vereinigung angehören – was Konflikte mit dem Datenschutz bringt.
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Alle Kommentare lesen24.08.2012, 23:14 UhrAnonymer Benutzer:Friedrich
Für den Text „Übereinkommen Nr. 29 über Zwangs-oder Pflichtarbeit vom 28. Juni 1930“ braucht man kein Antiquariat. Die Norm ist geltendes Recht und im Bundesgesetzblatt kostenlos online nachlesbar. Das schafft ein Schüler binnen 5 Minuten. Ein Unternehmer kriegt das sicher auch hin, oder hat einen medienkompetenten Mitarbeiter dafür. Also viel Lärm um nichts, zumindest ein schlechtes Beispiel.
24.08.2012, 12:01 UhrAnonymer Benutzer:EinBuerger
Die Ursache für diese Bürokratiemonster ist sonnenklar:
Die vielen Juristen die die Universitäten verlassen wollen beschäftigt werden, und diejenigen die einen Job haben wollen Karriere machen und "Mitarbeiter führen". Und mit was soll sich dieses Juristen-Heer beschäftigen? Na klar, die machen einfach neue Verordnungen und produzieren mehr Papier!
Leider haben die Ingenieure und Techniker, die wirkliche Produkte schaffen gegen diese Parasiten keine Chance - die Politik, die hier eingreifen müßte wird ebenfalls von Juristen beherrscht.