Patent läuft aus: Der Run auf Viagra geht los

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Patent läuft aus: Der Run auf Viagra geht los

Ende Juni läuft der Patentschutz für Pfizers Viagra aus. Die Konkurrenz scharrt schon mit den Hufen: Ab Juli sollen rund 30 Generika auf den Markt kommen. Pfizer hofft auf den Direktvertrieb.

Ende der 1990er Jahre ließ das Pharmaunternehmen seine blaue Potenzpille Viagra zu. Seit dem Zeitpunkt ist das Mittel gegen Erektionsprobleme ein beliebtes Produkt für Medikamentenfälscher: Nach Angaben des Unternehmens ist es das meistgefälschte Medikament in den USA. Durch die Fälschungen entgehen Pfizer jährlich Milliardeneinnahmen. Doch künftig dürfen andere Unternehmen ganz legal Generika herstellen und verkaufen. Pfizer behält zwar noch bis 2020 das exklusive Verkaufsrecht in den USA und anderen Ländern, die Konkurrenz darf ihre Produkte jedoch anders nennen. Fast 30 Pharmahersteller, darunter Stada, Hexal, Ratiopharm, Zentiva, Basics, Heumann und Actavis haben sich die Zulassungen bereits gesichert. Pfizer selbst will ebenfalls ein günstiges Generika anbieten.

Pfizer setzt aufs Internet

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Manchen Männern ist es peinlich, das Rezept zur Behandlung ihrer Erektionsstörungen in der Apotheke vorzulegen - und kaufen daher gerne übers Internet. Dort ist das Risiko aber hoch, an wirkungslose oder gar gefährliche Viagra-Fälschungen zu geraten. Für Umsatz und Ruf geht Hersteller Pfizer nun den ungewöhnlichen Weg des Direktvertriebs im Netz - auf Rezept, aber ohne Zwischenhändler. Die Kunden können das Medikament dann künftig direkt über die Webseite des Herstellers beziehen und müssen das Rezept keinem Apotheker mehr vorlegen. Und wer sich am Preis des Medikaments stört, für den hält Pfizer ein besonderes Angebot bereit: Bei der ersten Bestellung gibt es drei Pillen kostenlos, und bei der zweiten werden 30 Prozent Rabatt eingeräumt.

Ungewöhnlicher Schritt

Das Absatzmodell ist neu, bislang vertreiben Pharmafirmen Arzneien nicht direkt, sondern über Großhändler. Diese beliefern dann Apotheken, Krankenhäuser und Arztpraxen. Mit der neuen Strategie will der weltweit zweitgrößte Pharmahersteller ein Problem angehen, das der gesamten Branche zu schaffen macht: Skrupellose Internetapotheken bieten Patienten zunehmend Fälschungen von Viagra und anderen Originalmedikamenten an, bis zu 95 Prozent billiger und ohne Rezept.

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Andere Pharmafirmen dürften den Schritt genau beobachten. Sollte er ein Erfolg werden, könnten auch sie beginnen, Arznei direkt zu verkaufen. Und zwar insbesondere solche, die häufig gefälscht und über das Internet verkauft wird. Dies gilt vor allem für Bereiche, die von manchen Patienten als peinlich empfunden werden - Diätmedikamente etwa, Mittel gegen Glatzenbildung oder die Antibabypille. „Wenn es funktioniert, springt jeder auf den Zug auf“, sagt Les Funtleyder, bei der Beteiligungsgesellschaft Poliwogg Experte für das Gesundheitswesen.

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