Patentschutz läuft aus: Pharma-Branche drohen Milliardenverluste

Patentschutz läuft aus: Pharma-Branche drohen Milliardenverluste

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2012 soll zur größten Herausforderung für die Pharmaindustrie werden.

von Katja Köllen

Zahlreiche Medikamente verlieren 2012 ihren Patentschutz. Die Pharmakonzerne müssen Wege finden, die Umsatzeinbußen auszugleichen – oder die Chance ergreifen mit Nachahmerprodukten einzusteigen.

Verluste in Milliardenhöhe kommen in diesem Jahr auf die Pharmabranche zu, schätzen Experten. Ob Deutschland, Europa oder USA – weltweit laufen 2012 zahlreiche der umsatzstärksten Arzneimittel-Patente aus. Damit wird 2012 zur seit langem größten Herausforderung für die Medikamentenindustrie. Schon seit mehreren Jahren bereiten sich die großen Pharmakonzerne auf das Verlustgeschäft vor: Neue Forschungsprojekte und Aufkaufaktionen gehören zum Konzept.

„Bis 2013 laufen Medikamentenpatente in einem Umsatzumfang von rund drei Milliarden Euro allein in Deutschland aus“, sagt Bork Bretthauer, Geschäftsführer des Verbandes Pro Generika. „Das ist ungewöhnlich viel.“ Dabei müssen Pharmaunternehmen bei ihren einstmals patentgeschützten Medikamenten mit Umsatzverlusten von bis zu 50 Prozent oder mehr rechnen.

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Wie es in einem aktuellen Bericht der Rating-Agentur Fitch heißt, gebe es für dieses Jahr einen negativen Ausblick für die gesamte Pharmabranche weltweit, da die Herausforderungen durch die Vielzahl an auslaufenden Patenten und die daraus resultierenden Umsatzrückgänge schwer zu bewältigen seien. Nichtsdestotrotz gelte die Pharmabranche aber immer noch als eine der am besten bewerteten Industriezweige, so die Rating-Agentur.

Umsatzstärkste Medikamente verlieren Patentschutz

Vier der Top Ten der umsatzstärksten Medikamente weltweit werden 2012 ihren Patentschutz verlieren. Das Patent des Spitzenprodukts schlechthin ist bereits ausgelaufen: Der Colesterinsenker Lipitor vom US-Konzern Pfizer verlor im November 2011 sein US-Patent.

Ab Mai müssen die Pharmaunternehmen Sanofi-Aventis und Bristol-Myers Squibb auf das Patent des Blutverdünners Plavix verzichten, beim Schweizer Medikamentenhersteller Novartis läuft der Blutdrucksenker Diovan aus, der bisher einen Umsatz in Milliardenhöhe einbrachte, und der US-Konzern Eli Lilly verliert das Patent für Zyprexa, ein Mittel gegen Schizophrenie. Alleine Bristol-Myers Squibb, Pfizer und Eli Lilly müssen mit über 50 Milliarden US-Dollar Verlust rechnen, so der Fitch-Bericht.

Hierzulande könnte es Deutschlands größten Pharmakonzern Bayer treffen: Er verliert in diesem Jahr einige europäische Patente für die Anti-Baby-Pille Yasmin, der meistverkauften Verhütungspille der Welt. Erst im Juli 2011 war Bayer beim europäischen Patentamt gescheitert. Dieses hob die Patente für Yasmin und Yaz auf. Im Jahr 2010 machte Bayer allein mit seinen Verhütungspillen 1,1 Milliarden Euro Umsatz.

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