Patentverkauf: Kodak gibt legendäres Fotofilm-Geschäft ab

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Patentverkauf: Kodak gibt legendäres Fotofilm-Geschäft ab

Der insolvente Fotopionier Kodak bricht mit seinem Erbe, um einen Neustart zu ermöglichen. Der US-Konzern überträgt sein traditionsreiches Filmgeschäft sowie weitere Sparten an den Pensionsfonds seiner britischen Mitarbeiter.

Im Gegenzug verzichtet der Fonds auf Ansprüche gegenüber Kodak in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar, wie Kodak am Montag am Firmensitz in Rochester mitteilte. Dank des Verkaufs seiner Digitalfoto-Patente ist es dem insolventen Branchenpionier Kodak gelungen, nach langer Zeit wieder Gewinn zu machen. Im ersten Quartal verdiente der US-Konzern unterm Strich 283 Millionen Dollar (217 Mio Euro) nach einem Verlust von 366 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz schrumpfte gleichzeitig weiter um 9 Prozent auf 849 Millionen Dollar

Die Kodak-Chronik

  • 1881

    Der Amerikaner George Eastman gründete zusammen mit Henry Strong die Eastman Dry Plate Company, aus der elf Jahre später Kodak hervorgeht. Zunächst stellt das Unternehmen trockene Fotoplatten her.

  • 1888

    Die erste Kodak-Kamera kommt auf den Markt. Dank der 1900 eingeführten "Kodak Brownie" wird das Fotografieren massentauglich, die Kamera zum Preis von einem US-Dollar ist für jeden Hobbyfotografen erschwinglich.

  • 1935

    Kodak bringt den ersten Farbfilm auf den Markt, der auch für Hobbyfotografen geeignet ist.

  • 1975

    Der Ingenieur Steven Sasson entwickelt die erste Digitalkamera für Kodak.

  • 1986

    Kodak verliert einen Rechtsstreit um die Sofortbildkamera gegen Konkurrent Polaroid. Das führt neben der Strafe in Milliardenhöhe zu einem bedeutenden Imageverlust und gilt als der Wendepunkt in der Geschichte des Foto-Riesen.

  • 1991

    Das Unternehmen erzielt einen Rekordumsatz von 19,4 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig bringt Kodak mit der "DC-100" die erste Digitalkamera in den Handel. Massentauglich ist sie nicht - das Modell kostet 25 000 Mark.

  • 2004

    Kodak stellt den Verkauf von Kleinbildkameras ein, um sich ganz auf den Markt zu konzentrieren.

  • 2011

    Kodak schreibt das vierte Jahr in Folge rote Zahlen.

  • 2012

    Am 19. Januar 2012 stellte Kodak einen Insolvenzantrag gemäß Chapter 11 des amerikanischen Insolvenzrechts. Das Unternehmen stellte die Produktion von Digitalkameras, Diafilmen, des Schwarzweiß-Films Kodak P3200 T-Max, Videokameras und digitalen Bilderrahmen ein und kündigte an, sich auf das Druckergeschäft konzentrieren zu wollen. Die Onlineplattform Kodak Gallery wurde an den Konkurrenten Shutterfly verkauft.

  • 2013

    Am 3. September 2013 verkaufte Kodak seine Filmproduktion und gab damit das ehemalige Kerngeschäft auf. Am gleichen Tag wurde Kodak aus dem Gläubigerschutzverfahren entlassen. Das neue Unternehmen Kodak Alaris entstand.

Kodak hatte nach einem langen Ringen im Dezember seine Digitalfoto-Patente für eine gute halbe Milliarde Dollar an eine Gruppe Technologiekonzerne verkauft, zu denen Apple, Google, Samsung und Microsoft gehören. Die namhaften Konzerne wollten damit sicherstellen, dass die Patente niemand anderes in die Hände fallen, der dann die Branche mit Klagen überziehen könnte. Kodak hatte als Pionier der Digitalfotografie eine Reihe grundlegender Erfindungen gemacht, war Anfang 2012 aber in die Insolvenz gerutscht.

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Für Kodak war der Verkauf der Patente eine Grundbedingung für einen Neustart, sonst hätten Banken einen notwendigen Kredit nicht freigegeben. Durch Spartenverkäufe floss weiteres Geld in die Kasse. Erst am Montagmorgen hatte Kodak mitgeteilt, sein Geschäft mit Fotofilmen sowie andere Zweige an den Pensionsfonds für seine britischen Mitarbeiter abzugeben. Am Dienstag wollte Kodak einen Plan beim zuständigen Insolvenzgericht einreichen, der dem Unternehmen eine Wiedergeburt als Druckspezialist für Firmenkunden ermöglicht.

Fotografie Kodak steht vor der Insolvenz

Der krisengeschüttelte Fotopionier aus den USA bereitet sich offenbar auf die Insolvenz vor. Das berichten mehrere US-Medien.

Kodak-Druckerpatronen für Kodak-Drucker waren mal die Hoffnung für den US-Fotografiepionier. Quelle: REUTERS

Kodak ist in den vergangenen Monaten unter anderem schon aus der Produktion von Diafilmen, Kameras und Druckern für den Privatgebrauch ausgestiegen. Damit hat das Unternehmen, das einst die Fotografie entscheidend prägte, seine Wurzeln gekappt. Das Filmgeschäft war früher eine Goldgrube und ließ Kodak zu einem der größten und bekanntesten US-Konzerne aufsteigen.
Zusammen mit dem Filmgeschäft wechseln auch die Fotostationen zum Ausdrucken von Bildern sowie die Scanner den Besitzer. Letztere sollten eigentlich an den japanischen Druckerspezialisten Brother verkauft werden, doch Kodak hatte sich von vornherein eine Hintertür offengehalten für den Fall, dass ein besseres Angebot vorliegt. Das Geschäft muss noch vom Insolvenzgericht abgesegnet werden.

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