Pfeifen im Walde?: Heidelberger Druck will 2013 die Wende schaffen

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Pfeifen im Walde?: Heidelberger Druck will 2013 die Wende schaffen

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Nicht nur die zunehmende Digitalisierung, auch die eigene Effizienz macht Heidelberg Druck Probleme

von Anke Henrich

Beim Weltmarktführer Heidelberger Druck ist Hauptversammlung. Eine Frage beschäftigt alle: Wo sollen nach fünf Jahren Durststrecke endlich Gewinne herkommen?

Ist das Ende der Durststrecke wirklich erreicht? Nicht weniger will heute Gerold Linzbach, Vorstandschef des Druckmaschinenbauers Heidelberger Druck, seinen Aktionären glaubhaft vermitteln. Doch die dürften auf der Hauptversammlung des Unternehmens  nur schwer zu begeistern sein. Fünf Jahre rote Zahlen verhageln ihnen die Laune und die Rendite ihres Aktiendepots.

2012 machte der Weltmarktführer Heideldruck aus 2,7 Milliarden Euro Umsatz 110 Millionen Euro Verlust. Von den 14 200 Mitarbeiter-Stellen sollen nun rund 700 gestrichen werden. Die Aktionäre mussten akzeptieren, dass ihre Anteile verwässern: Heideldruck platzierte jüngst erfolgreich eine Wandelanleihe über 60 Millionen Euro, aber zum Preis von 8,5 Prozent Jahreszins an die Investoren. In vier Jahren kann die Anleihe in Aktien gewandelt werden: Das entspräche bis zu 22,9 Millionen Stück. Ein möglicher Gewinn pro Aktie wird sinken.

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Der Fluch der eigenen Ingenieursleistung

Heideldruck leidet unter dem digitalen Wandel. Zu viel Druckgeschäft entfällt, auch weil Zeitungen und Zeitschriften ihren Lesern und Anzeigenkunden ins Internet folgen. Der globale Markt hat sich Schätzungen zufolge halbiert. Vor allem kleine Druckereien schließen nicht nur in Deutschland reihenweise. Folglich sinkt das Investitionsvolumen, zudem trifft die Maschinenbauer des Fluch der eigenen Ingenieursleistung: Ihre  Maschinen werden immer produktiver.

Seit einem Jahr soll nun Linzbach den Weltmarktführer aus der Krise holen. Seine Analyse: Es mangelt an Eigenkapital, hohe Schulden drücken, es gibt Überkapazitäten und "finstere Ecken im Unternehmen", so in einem Interview mit dem Handelsblatt. Seine Maßnahmen: "Diät und Sport für Heideldruck", soll heißen Personalabbau, Verlagerung von Produktion nach China, den ruinösen Preiskampf der Branche stoppen und enger als bisher mit den Konkurrenten wie König & Bauer beispielsweise im Komponentenbau zusammenarbeiten. Neue Töne, denn genau das galt bis vor kurzem noch als Teufelswerk. Wechselseitig warf man sich Dumpingpreise vor. Auch das Kartellamt würde sich diese Kooperation sehr genau ansehen.

Wende noch 2013

Linzbachs Forderung: Jede der zehn Geschäftseinheiten müsse in den nächsten drei Jahren ihre Profitabilität auf das geforderte Niveau bringen, ansonsten drohe Schließung oder Verkauf. Der erprobte Sanierer gab sich bei der Bilanzvorlage im Juni kernig: "Jetzt kommt die Zeit, wo sich die Männer von den Jungen trennen."

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Noch für 2013 will Linzbach die Wende in die schwarzen Zahlen schaffen: fünf Prozent Rendite vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Doch bislang ist der Maschinenbau defizitär, Geld verdient Heideldruck mit seinen Serviceangeboten, Ersatzteilen  und Verbrauchsmaterialien. Die aber machen nur rund 40 Prozent des Konzernerlöses aus. 

Schon fünf Prozent sind deshalb ein hehres Ziel, denn sogar das profitablere und schuldenfreie Unternehmen König & Bauer kassierte soeben seine positiven Erwartungen für dieses Jahr wieder ein. Vorstandschef Claus Bolza-Schünemann spricht nun von einer enttäuschenden Marktentwicklung. 

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