Pharmabranche: AstraZeneca lehnt Pfizer-Gebot ab

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Pharmabranche: AstraZeneca lehnt Pfizer-Gebot ab

, aktualisiert 02. Mai 2014, 12:15 Uhr
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Pfizer hat seine Offerte für AstraZeneca noch einmal ordentlich aufgestockt.

Pfizer hat sein Angebot für den britischen Pharmakonzern AstraZeneca auf rund 106 Milliarden Dollar erhöht. Doch noch immer beißt Pfizer auf Granit: AstraZeneca lehnte die Offerte umgehend ab.

Der britische Pharmakonzern AstraZeneca hat das 106 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot vom US-Rivalen Pfizer abgelehnt. Die aufgestockte Offerte entspreche noch immer nicht dem Wert von AstraZeneca, teilte das Unternehmen am Freitag nach einer Sitzung des Führungsgremiums mit. Sie sei in vielerlei Hinsicht unangemessen. Es gebe weiterhin keine Basis für Gespräche mit Pfizer. AstraZeneca wiederholte die Empfehlung an die Aktionäre, zunächst nichts zu unternehmen.

Pfizer hatte zuvor sein Angebot für den britischen Rivalen erhöht. Nachdem AstraZeneca den US-Konzern bereits zwei Mal abblitzen ließ, stockte dieser seine Offerte am Freitag um rund sieben Prozent auf. Der Viagra-Hersteller bietet nun 50 Pfund je Aktie statt wie bislang 46,61 Pfund. Pfizer zufolge stellt die Offerte einen Aufschlag von 39 Prozent auf den AstraZeneca-Börsenkurs von Anfang Januar dar, als der nach dem Schweizer Rivalen Novartis weltgrößte Pharmakonzern erstmals bei AstraZeneca vorstellig wurde. Sie beinhalte zudem einen etwas größeren Baranteil. Von Aktionärsseite war dies gefordert worden, ebenso wie ein Angebot von mindestens 50 Pfund je Aktie. Die Eigentümer des britischen Unternehmens sollten nun für jedes Papier 1,845 Aktien des neuen Konzerns sowie 1,598 Pence in bar bekommen.

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Derzeit rollt eine Fusionswelle durch die Pharmabranche, weil sich die Konzerne wegen Patentabläufen einer neuen Konkurrenz durch Nachahmerprodukte stellen müssen und sie sich auch wegen der Kürzungen im staatlichen Gesundheitswesen umorientieren. Novartis hat Spartenkäufe und -verkäufe im Wert von rund 27 Milliarden Dollar angekündigt. Bayer mischt im Bieterwettbewerb um Geschäfte des US-Konkurrenten Merck & Co mit und will Insidern zufolge dafür rund 14 Milliarden Dollar zahlen.

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Pfizer erhofft sich von der Übernahme erhebliche Kostensenkungen und auch Steuervorteile. Außerdem dürfte ein Deal die Stellung bei Krebsmitteln verbessern. Bei AstraZeneca laufen demnächst zwar viele Patente ab. Das macht die Briten verwundbar für Übernahmen. Gleichzeitig hat AstraZeneca aber vielversprechende Mittel für die Krebs-Immuntherapie in der Pipeline.

Die Pfizer-Pläne sind aber auch politisch brisant, denn es wäre die größte Übernahme eines britischen Unternehmens durch einen ausländischen Konzern. Pfizer-Chef Ian Read nahm deswegen bereits Kontakt mit der Regierung in London auf, um mögliche Sorgen um die Arbeitsplätze bei AstraZeneca zu zerstreuen. Er sagte Premierminister David Cameron zu, das von AstraZeneca in Cambridge geplante Forschungszentrum fertigzustellen und auch an dem Werk in Macclesfield festzuhalten. Zudem sollen 20 Prozent der Mitarbeiter nach der Fusion in Großbritannien beschäftigt werden.

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