Pharmabranche: Das Geschäft mit der Seuche

Pharmabranche: Das Geschäft mit der Seuche

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Rund 60 Mittel gegen das Hepatitis-C-Virus sind derzeit weltweit auf dem Markt und die Arzneimittelbranche forscht verstärkt an neuen Therapien, um die Viruserkrankung zu bekämpfen.

von Katja Joho

Neue Arzneimittel gegen das Hepatitis-C-Virus spülen Geld in die Kassen der Pharmakonzerne. Das ist nötig, denn auslaufende Patente verursachen Löcher in Milliardenhöhe.

In den USA bahnt sich eine weitere Milliardenfusion in der Pharmabranche an: Der Arzneimittelkonzern Bristol-Myers Squibb (BMS) übernimmt für 2,5 Milliarden Dollar den Konkurrenten Inhibitex. Damit könnte BMS der Durchbruch bei verträglicheren Arzneimitteln gegen Hepatitis-C gelingen, denn Inhibitex hat ein erfolgversprechendes Medikament entwickelt.

Den Kauf lässt sich das Pharmaunternehmen mit Sitz in New York einiges kosten: 26 Dollar sollen pro Aktie über den Tisch gehen. Dies würde einem Aufschlag von über 160 Prozent auf den Inhibitex-Kurs bedeuten. Für BMS bedeutet dies zudem eine mögliche Gewinnbeeinträchtigung bis 2016.

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FAQ Hepatitis-C

  • Was ist Hepatitis-C?

    Hepatitis-C ist eine Entzündung der Leber, hervorgerufen durch das Hepatitis-C-Virus, das erst 1989 identifiziert wurde. Mehr als 350.000 HCV-Infizierte sterben jährlich an den Folgen von Lebererkrankungen.

  • Wie wird Hepatitis-C übertragen?

    Übertragen wird das Virus über das Blut. Ungeschützter Geschlechtsverkehr sowie kontaminiertes Behandlungsbesteck bei Injektionen, Tätowier- oder Piercingbesteck sind mögliche Infektionsquellen.

  • Wie viele Menschen sind betroffen?

    Allein in Deutschland leiden rund eine halbe Millionen Menschen unter Hepatitis-C. Die Weltgesundheitsorganisation rechnet pro Jahr mit drei bis vier Millionen Neuinfizierten. Zum Vergleich: 2010 infizierten sich weltweit 2,7 Millionen Menschen mit HIV.

  • Wo ist das Virus besonders verbreitet?

    Ägypten, Pakistan und China sind die Länder mit den meisten Erkrankungen. Weltweit leiden 130 bis 170 Millionen Menschen an chronischer Hepatitis-C.

Grund für diesen Schritt: Die US-Biotechfirma, das sich auf die klinische Forschung spezialisiert hat, arbeitet an einem Medikament namens „INX-189“. Dieses durchläuft gerade die zweite Phase der klinischen Erprobung. Wenn es auf den Markt gebracht werden kann, möchte BMS es mit eigenen Produkten kombinieren und einen neuen Therapieansatz zur Behandlung der gefährlichen Viruserkrankung Hepatitis-C hervorbringen.

Der Markt für Hepatitis-C-Medikamente boomt

Da viele Blockbuster-Präparate ihren Patentschutz verlieren, suchen die Unternehmen nach neuen Wegen, ihre Umsätze weiterhin stabil zu halten. Die Forschung im Bereich der HCV-Behandlung gehört dazu.

Bereits Ende vergangenen Jahres gab der US-Hersteller Gilead Sciences, der auf HIV-Behandlungen spezialisiert ist, bekannt, dass er für elf Milliarden Dollar das US-amerikanische Pharmaunternehmen Pharmasset übernehmen werde.

Auch diese Biotechfirma entwickelt ein Mittel gegen Hepatitis-C. Damit steigt auch Gilead in den HCV-Markt ein.

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