Pharmagroßhändler: Nerven-Poker um Celesio

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Pharmagroßhändler: Nerven-Poker um Celesio

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Die Übernahme des Pharmagroßhändlers Celesio durch den US-Konzern McKesson steht auf der Kippe.

von Jürgen Salz

Die Zeit läuft, die Entscheidung fällt in den nächsten Stunden: Die Übernahme des Stuttgarter Pharmagroßhändlers Celesio durch den US-Konzern McKesson steht auf der Kippe. Platzt der Deal, hat unter anderem die Duisburger Dynastie Haniel ein Problem.

Bis zum Donnerstag, Schlag 24 Uhr, muss McKesson 75 Prozent der Celesio-Aktien eingesammelt haben, damit die Übernahme gelingt. Danach sieht es derzeit nicht aus: Zwar hat McKesson den 50-Prozent-Anteil der Duisburger Familienholding Haniel sicher. Doch von den verbleibenden Kleinaktionären haben nach letzten Informationen nur etwa zwei Prozent McKesson ihre Celesio-Anteile angedient. Der Hedgefonds  Elliott, der sich mittlerweile für 800 Millionen Dollar eine Celesio-Beteiligung von 22,7 Prozent zusammengekauft hat,  könnte die Übernahme  zum Scheitern bringen: Elliott  hält das McKesson-Angebot von 23 Euro je Aktie für viel zu niedrig und will die Annahme blockieren. Der Hedgefonds dürfte dabei auch noch Unterstützung von verbündeten Investoren erhalten.

Für solche Manöver ist Paul E. Singer, der Mann hinter Elliott, gefürchtet. Der 69-Jährige kauft sich gerne bei Unternehmen ein, die kurz vor der Übernahme stehen – in der Hoffnung, dabei noch einen höheren Preis herausschlagen zu können oder an der Übernahme mitzuverdienen.  Bei der Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone mischte Elliott ebenfalls mit. Vom klammen argentinischen Staat fordert Singer derzeit eine Zahlung von 1,33 Milliarden Dollar; der Fall ist noch vor Gericht anhängig.

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McKesson, Celesio, Haniel, Elliott – die nächsten Stunden werden zeigen, wer die besseren Nerven hat. Falls die Übernahme platzt, hat freilich auch Elliott erstmal ein Problem. Denn im Falle des Scheitern dürften die Celesio-Aktien erst einmal nach unten rauschen. Der Hedgefonds hat freilich auch schon mal eine Zerschlagung von Celesio ins Spiel gebracht. Das Großhandelsgeschäft, also die Belieferung von Apotheken, könnte dabei vom übrigen Pharmaziegeschäft abgespalten werden. Zu Celesio – mit einem Umsatz von mehr als zwanzig Milliarden Euro -­   gehören in Europa Tausende eigene Apotheken, zudem bieten die Stuttgarter Logistikdienste an. Bei einer Zerschlagung, so die Hoffnung von Elliott, könnte der Wert von Celesio dann wieder steigen.

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Vor allem Haniel kann sich ein Scheitern nicht leisten. Die Duisburger Familienholding, die unter anderem noch mehr als 30 Prozent am Handelskonzern Metro hält, ist finanziell ziemlich schwach auf der Brust und war froh endlich einen Käufer für Celesio gefunden zu haben. Peinlich würde es auch für McKesson. Der Konzern aus San Francisco muss schließlich mit der Konkurrenz mithalten. Denn heimische Wettbewerber wie Amerisourcebergen und Cardinal Health haben sich gerade auch durch Zukäufe und Partnerschaften verstärkt. McKesson   ist bislang solo – und würde durch die Übernahme von Celesio gleich zu einem der führenden Pharmagroßhändler in Europa aufsteigen.

Einiges spricht derzeit dafür, dass es doch noch, kurz vor Schluss, zu einer Einigung kommt. Nach jüngsten Meldungen steht McKesson kurz davor, ein verbessertes Angebot zu unterbreiten. Bislang gibt es dazu keinen Kommentar von McKesson. Die Börse reagierte gleich: Die  Celesio-Aktie tat  einen Satz nach oben, legte um etwa fünf Prozent zu und notiert derzeit deutlich über 23 Euro.

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