Pharmagruppe: Expansion zahlt sich für Merz aus

Pharmagruppe: Expansion zahlt sich für Merz aus

, aktualisiert 23. November 2011, 16:17 Uhr
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Das Pharmaunternehmen Merz konnte den Umsatz deutlich steigern.

Quelle:Handelsblatt Online

Zukäufe im Ausland haben sich für die Pharmagruppe Merz ausgezahlt. Durch die Übernahme eines amerikanischen Schönheitsmedizin-Spezialisten konnten die Frankfurter den Gewinn vor Steuern deutlich steigern.

FrankfurtDie kräftige Nachfrage nach Schönheitsmedizin und einem Kassenschlager gegen Alzheimer sorgt bei der Frankfurter Pharmagruppe Merz für gute Stimmung. Für das laufende Geschäftsjahr stellte Firmenchef Martin Zügel trotz zunehmend schwächerer Konjunkturaussichten deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis in Aussicht. „Ich denke, dass unsere Märkte gegen die Veränderungen relativ resistent sind“, sagte Zügel am Mittwoch zur Vorlage der Bilanz des Geschäftsjahres 2010/11 (Ende Juni). Dabei sieht der Manager das unter anderem für seine „Merz Spezial Dragees“ und „tetesept“-Bäder bekannte Traditionsunternehmen für weitere Zukäufe finanziell gerüstet. 2010 hatte Merz den amerikanischen Schönheitsmedizin-Spezialisten BioForm übernommen und damit sein Geschäft in der ästhetischen Medizin erheblich ausgebaut.

Das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2011/12 sei bereits gut gelaufen, sagte Zügel. Das Umsatzwachstum sei zweistellig, getrieben unter anderem durch Produkte der ästhetischen Medizin. Das 1908 gegründete Familienunternehmen ist überdies auf den Gebieten medizinische Dermatologie und Spezialneurologie aktiv. Dazu kommen die Sparten Gesundheitsprodukte, Dental und Hygiene. Für das gesamte Geschäftsjahr 2011/12 peilt Merz ein Umsatzplus von mehr als zehn Prozent auf über 850 Millionen Euro an. Der Vorsteuergewinn (Ebt) soll um über 20 Prozent auf mehr als 200 Millionen Euro steigen

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Mit dem Ausbau der Geschäfte im Ausland will Merz fortfahren. Das Unternehmen erzielt inzwischen fast 80 Prozent seiner Umsätze außerhalb Deutschlands. Amerika ist mit einem Anteil von fast 45 Prozent größter Markt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 steigerte Merz seinen Konzernumsatz um 20,1 Prozent auf 780,4 Millionen Euro und den Vorsteuergewinn um 10,6 Prozent auf 166,6 Millionen Euro. Dank der florierenden Geschäfte kletterte der Finanzmittelbestand (Liquide Mittel) auf rund 300 Millionen Euro. „Dadurch sind wir in der Lage, weitere Akquisitionen zu unternehmen, wenn sich Gelegenheiten bieten“, sagte Zügel.


Alzheimerpräparat bleibt Umsatzstütze

Aktuell ist Merz noch stark abhängig vom Geschäft mit seinem Kassenschlager Memantine gegen Alzheimer. Einschließlich Lizenzerlösen steuerte das Geschäft mit dem Präparat im abgelaufenen Geschäftsjahr 367,7 Millionen Euro Umsatz bei - 47 Prozent der gesamten Konzernerlöse. Merz arbeitet bei der Arznei in den USA mit dem US-Konzern Forest und in Europa mit der dänischen Ludbeck zusammen. In Japan, wo Memantine seit Juni auf dem Markt ist, ist Daiichi Sankyo der Partner. Insgesamt kam Memantine 2010/11 auf einen weltweiten Gesamtumsatz von 1,9 Milliarden Dollar. Im aktuellen Geschäftsjahr sollen mehr als zwei Milliarden Dollar erreicht werden.

In den Jahren danach dürften die Memantine-Umsätze aber zurückgehen. Denn 2015 endet der US-Patentschutz, in Europa schon früher. Merz hofft, den Umsatzausfällen mit neuen Präparaten in der ästhetischen Medizin und in der Spezialneurologie zu verkraften. Allerdings gab es zuletzt auch Rückschläge. So brachten Medikamententests für das Tinitus-Präparat Neramexane nicht die erhofften Resultate. Eine Riesenumsatzdelle wegen Memantine soll es 2015 aber nicht geben. Zwischen zwölf und 20 Prozent Umsatzrendite (Ebt-Marge) will Merz zudem auf jeden Fall schaffen.

Pläne für einen Börsengang hat das Management aktuell nicht. „Das steht momentan nicht an“, sagte Finanzchef Matthias Vogt. Merz will aber kapitalmarktfähig sein, sollte dieser Schritt einmal erforderlich sein. Die Pharmagruppe hatte Ende Juni weltweit rund 2400 Beschäftigte - das sind zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das ist vor allem dem Ausbau der Geschäfte im Ausland zu verdanken. In Deutschland fallen dagegen rund 120 Stellen weg - unter anderem im Vertrieb.

Quelle:  Handelsblatt Online
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